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INDEX (Indian Ocean Exploration) 2016

Überlebenstraining an Bord und die erste Probennahme in der Tiefe

29.01.2016, 11:55

„Überlebenstraining“ an Bord und die erste Probennahme in der Tiefe

Die letzten Vorbereitungen und die letzten Sicherheitseinweisungen an Bord der „Pourquoi pas?“ laufen auf Hochtouren und alle sind gespannt auf den ersten Einsatz der Geräte in unserem Arbeitsgebiet. Nach und nach sind nun alle Labore eingerichtet und die ersten Proben in der Wassersäule wurden genommen.

Seit dreieinhalb Tagen sind wir auf unserem Transit zum ersten Hydrothermalfeld „Kairei“. In der Zwischenzeit haben wir unser Labor an Bord der „Pourquoi pas?“ aufgebaut und erste Tests vorgenommen.
Nach einem Tag auf See findet eine Sicherheitsübung statt, bei der wir eine Evakuierung des Schiffes proben. Als der Alarm ertönt, greifen alle ihre Rettungsweste, ziehen feste Schuhe an, setzen eine Mütze auf und wir begeben uns zum Sammelpunkt, der auf diesem großen Schiff erst einmal ausfindig gemacht werden muss. Bei den Außentemperaturen ist dabei selbst die kurze Zeit, die wir mit voller Montur in der prallen Sonne stehen, gar nicht so einfach und vor allem heiß.
Danach muss jeder einzelne Wissenschaftler einen Überlebensanzug anprobieren und diesen verschließen. Dies ist selbst bei geringen Wellengang und ausreichend Zeit gar nicht so einfach aber lustig mit anzusehen, bis man dann selbst an der Reihe ist.

 

Sicherheitsübungen

Die Wissenschaftler und die Mannschaft bei der Sicherheitsübung auf der Brücke. (Foto: Klaas Gerdes)

 

 

 Anprobe

Klaas bei der Anprobe des Überlebensanzuges. (Foto: Kai Schumann)

 

Dann ist es soweit und die erste Probenahme beginnt. Bereits früh am Morgen sind alle Wissenschaftler hellwach und erwarten mit Spannung das zu Wasser lassen des „Schnüffelschlittens“ zur Wasserprobenahme. Jetzt geht es los!
Mit Spannung verfolgen wir, wie sich der „Schnüffelschlitten“ durch die Wassersäule in Richtung Meeresgrund bewegt. Dabei werden kontinuierlich die Temperatur, der Salzgehalt des Meerwassers und die Dichte, neben weiteren Parametern der gesamten Wassersäule, gemessen. Wir blicken gebannt auf den Monitor in der Erwartung, gleich eine Veränderung zu entdecken, die eventuell auf „schwarzen Rauch“ in der Wassersäule hindeuten kann, aber es bleibt alles ruhig und keiner der Sensoren schlägt aus.
Auf dem Weg zurück zur Oberfläche, beginnend unmittelbar über dem Meeresboden, werden Plankton-, mikrobiologische- sowie fluidrelevante Proben in insgesamt zwölf Behältern, sogenannten Niskinflaschen, gesammelt. Zeitgleich erfolgt eine Planktonprobenahme von der Wasseroberfläche mit einem sehr feinen (20 µm) Netz. Hiermit werden sowohl Phytoplankton als auch die Meiofauna, die zu der Gruppe der Krebstiere gehören und eine Größe von 0,04 mm- zu 1 mm haben, beprobt.