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INDEX (Indian Ocean Exploration) 2016

Victors erster Einsatz

29.01.2016, 13:09

„Victors“ erster Einsatz

 

Die erste Probenahme mit dem Tauchroboter „Victor 6000“ bei der INDEX 2016 Expedition der BGR steht an. Geplant sind mindestens 18 Stunden am Meeresgrund und alle Wissenschaftler bereiten sich auf einen mit Spannung erwarteten Tauchgang vor.

Nun ist es soweit! Der Tauchroboter „Victor 6000“ des französischen Meeresforschungsinstitut IFREMER wird für die erste Probenahme am Kairei Hydrothermalfeld vorbereitet und dafür mit allerhand Equipment für die verschiedensten Proben bestückt. Es werden letzte Absprachen getroffen, wer welche Probe benötigt, welche Wegpunkte angefahren werden sollen und wer wann mit den Piloten des Tauchroboters im Kontrollraum ist.

 

Der Tauchroboter „Victor“ mit den hydraulischen Armen und den Probebehältern hängt am Kran. (Foto: Katharina Kniesz)

 

 

„Victor 6000“ ist mit diversen Probenahmegeräten bestückt, mit deren Hilfe auf unterschiedliche Art und Weise und für alle wissenschaftliche Disziplinen Proben genommen werden können. Das wichtigste Werkzeug von „Victor“ ist der ferngesteuerte hydraulische 7-Funktionen-Arm, mit dem unter Wasser ähnlichem einem menschlichen Arm sowohl direkt Proben oder aber weitere Probenahmegeräte bedient werden.
Gesteins- und Erzproben und größere Tiere wie Anemonen, Seepocken oder Muscheln können direkt mit diesem Arm beprobt werden. Zudem befinden sich Netze an Bord, mit denen zusätzlich Tiere eingesammelt werden können. Diese werden entweder in eine der an der Vorderseite befindlichen Boxen oder in eine verschließbare Biobox überführt.
Mithilfe von Pushcorern werden Sedimentproben genommen, die einzeln mit dem hydraulischen Arm auf den Zentimeter genau platziert werden können. Ein Pushcorer ist eine Art Plastikrohr, welches in das Sediment gedrückt wird. Beim Herausziehen verbleibt dann das in dieser Röhre befindliche Sediment, die Probe.
Die Slurp Gun kann man sich wie eine Art Staubsauger vorstellen, an deren Ende sich acht einzelne Behälter befinden, die nach und nach befüllt werden können. Dieses Gerät wird vorwiegend für die biologische Probenahme genutzt, es können aber auch Sediment oder kleinere Gesteinsfragmente angesaugt werden.
Ein besonderes Gerät an Bord von „Victor“ ist das KIPS (Kieler Pump System) der BGR, das von Dr. Dieter Garbe-Schönberg von der Universität Kiel entwickelt wurde und der das Gerät hier im Auftrag der BGR bedient. Mit dem KIPS können Fluide direkt in den Schornsteinen oder beim Austritt und dem beginnenden Mixen mit Meerwasser beprobt und in separate Probenbehälter gepumpt werden.
Zudem können Temperaturen, zum Beispiel an den Austritten der heißen Fluide, gemessen werden, die auf dieser Expedition bereits jenseits von 360°C lagen.