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INDEX (Indian Ocean Exploration) 2016

Die Artenvielfalt auf der „Pourquoi pas?“ steigt signifikant

26.02.2016, 11:33

Die Artenvielfalt auf der „Pourquoi pas?“ steigt signifikant

 

Seit 2 Wochen sind wir nun mit der „Pourquoipas“ im Indischen Ozean unterwegs. Es ist 8 Uhr morgens und der Tag nach unserem 2. Tauchgang mit „Victor“. Die Proben werden von „Victor“ aus einer Tiefe von 2400 m aus dem Kairei Hydrothermalfeld an die Oberfläche gebracht. GeochemikerInnen, GeologInnen, MikrobiologInnen und BiologInnen versammeln sich, um die Proben zur Bearbeitung in Empfang zu nehmen.

Dokumentation und Verteilung der Proben, nachdem Victor an Deck ist. (Foto: Simone Sturm)
Dokumentation und Verteilung der Proben, nachdem Victor an Deck ist. (Foto: Simone Sturm)

Zuerst werden alle Proben fotografiert und zugeordnet. Dann beginnt die Verarbeitung. Die Gesteinsproben werden von uns Biologen auf Bewuchs untersucht und anschließend am Waschtisch mit Seewasser gewaschen. Erst dann gehen die Steine an die Geologen.

Das Waschwasser wird durch die Maschenweiten 1 mm, 300 µm und 40 µm gesiebt und dann im Labor in 96% Ethanol fixiert. Es geht weiter mit den acht Slurp Guns. Eine davon enthält unter anderem unsere heiß begehrte „scaly foot snail“ Chrysomallon squamiferum. Ja, die Suche war endlich erfolgreich. In diesem Tauchgang konnten wir etwa 20 Individuen an die Oberfläche bringen.

Klaas Gerdes, Christian Wöhrl und Katharina Kniesz beim Bearbeiten der Slurp Gun-Proben. (Foto: Simone Sturm)
Klaas Gerdes, Christian Wöhrl und Katharina Kniesz beim Bearbeiten der Slurp Gun-Proben. (Foto: Simone Sturm)

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Erfolgreiche Probennahme der „scaly foot snail“ (Chrysomallon squamiferum). (Foto: Helen Wong)

 

Ein weiterer Grund zur Freude ist ein Fisch der Vertreter der Thermarces, der typisch für hydrothermale Gegenden ist. Fische sind mit dem Unterwasserroboter in der Regel sehr schwer zu fangen. Dies ist das erste Mal, dass auf einer INDEX-Fahrt überhaupt ein Fisch gefangen werden konnte. Des Weiteren haben wir Borstenwürmer, Schnecken, Muscheln und Krabben gesammelt. Sie alle werden von uns in Arten separiert und dann ins Labor gebracht.

Unser Zufallsfang: ein Vertreter der Thermarces. (Foto: Hans-Peter Damian)
Unser Zufallsfang: ein Vertreter der Thermarces. (Foto: Hans-Peter Damian)

 

 Der Furchenkrebs Munidopsis ist ebenfalls ein typischer Vertreter der Hydrothermalfauna. (Foto: Hans-Peter Damian)
Der Furchenkrebs Munidopsis ist ebenfalls ein typischer Vertreter der Hydrothermalfauna. (Foto: Hans-Peter Damian)

Die Muschel Bathymodiolus marisindicus mit dem parasitischen Borstenwurm Branchipolynoe. (Foto: Katharina Kniesz)
Die Muschel Bathymodiolus marisindicus mit dem parasitischen Borstenwurm Branchipolynoe. (Foto: Katharina Kniesz)

Mit den letzten beiden Slurp Guns wurden Meiofauna-Proben genommen, indem Gesteinsoberflächen von Victor abgesaugt wurden. Eine Probe in der Nähe eines Schwarzen Rauchers und eine weitere nahe einem inaktiven Schornstein, um die Meiofauna-Gemeinschaften an beiden Orten miteinander zu vergleichen.

Ein weiteres Tool ist die sogenannte Biobox; in ihr werden Stücke der Schwarzen Raucher für die Mikrobiologen verstaut und auch manche unserer Individuen, die sich mit einer Schaufel oder Netz absammeln lassen.

Katharina Kniesz beim Bearbeiten der Biobox-Proben. (Foto: Simone Sturm) 
Katharina Kniesz beim Bearbeiten der Biobox-Proben. (Foto: Simone Sturm)

Nachdem wir alle Arbeiten am Waschtisch erledigt haben, geht es im Labor weiter. Eine Menge Proben müssen photographiert, fixiert und bearbeitet werden. Einige Tiere werden eingefroren, da wir trotz vieler fleißiger Helfer nicht alles an einem Tag schaffen können. Ihnen werden wir im Laufe der nächsten Tage Proben für DNA-Analysen und/oder für Metall-Inhaltsanalysen entnehmen.

Die Bearbeitung unserer Proben im Labor mit unseren zahlreichen, fleißigen Helfern. (Foto: Hans-Peter Damian)
Die Bearbeitung unserer Proben im Labor mit unseren zahlreichen, fleißigen Helfern. (Foto: Hans-Peter Damian)

Ohne Pause geht es weiter mit den Push Cores. Das sind Sedimentkerne, die aus dem Boden ausgestanzt werden. Ihnen wurde bereits Porenwasser von den Mikrobiologen entnommen. Wir schneiden die Kerne nun in 2-3 cm große Scheiben, um uns die Tiefenverteilung der Meiofauna anzusehen.

Es ist mittlerweile 18 Uhr. Nachdem alle Proben fixiert, alle Labels gedruckt und alles verstaut ist, haben wir uns eine kleine Pause in der Abendsonne reichlich verdient. Ein langer, ereignisreicher Tag nach einer sehr kurzen Nacht geht zu Ende.

 

Mit besten Grüßen von Bord

Katharina Kniesz
Klaas Gerdes
Terue Kihara

 


 

The diversity on board of the research vessel “Pourquoi pas?” rises significantly

 Since two weeks we are on our expedition with the “RV Pourquoi pas?” in the Indian Ocean. It is 8 am, the morning after the second dive with the ROV “Victor”. The samples collected by “Victor” arrive on board from the Kairei hydrothermal vent field of a depth of 2400 m. All geochemists, geologists, microbiologists and biologists are awaiting excited the samples to process them.

Before we can start, all samples are photographed and assigned according to the sample protocols. Then, the sample processing starts. The rock samples are checked for attached fauna, which we remove and after that the rocks are washed to collect attached meiofauna. After this procedure, the rocks are handed to the geologists for geological descriptions.

The rocks are washed with filtered seawater through three sieves with a mesh size of 1 mm, 300 µm and 40 µm and the remains are fixated in 96% ethanol in the lab. Next samples are the slurp guns. One slurp gun contains our desperately wanted “scaly foot snail” Chrysomallon squamiferum. Yes, our searching was finally successful. With this dive we collected about 20 individuals and recovered them to our lab.

Another cause of rejoicing is a fish of the genus of Thermarces, a typical species of hydrothermal vent fields. Fishes are, due to their high mobility, difficult to sample with ROVs and it is the first time that a fish was sampled during an Index expedition. Further species we sampled are Polychaeta, snails, mussels and crabs. They are identified on board as far as possible and then brought to our lab.

The last two slurp gun samples are dedicated to collect meiofauna from the surface of different rocks. One, close to an active black smoker and one, close to an inactive chimney, in order to compare the meiofauna assemblages in both areas.

The biobox is a closeable sampling device to collect samples for microbiology and biology samples with a scoop or a net and prevent any external influences i.e. water exchange.

After finishing the washing at our washing table, the work continues in the lab. Many samples needs to be photographed, fixated and further processed. Despite a lot of help of up to eight more scientists we have to freeze some samples to continue our work the next day. These are samples for DNA extractions or for an analysis of the metal content in different tissues.

Without a break we fixate the push core samples, which are sediment cores that collect sediment from the seafloor. First, the pore water is removed for microbiology analyses and after that we cut the cores in 2 cm thick pieces in a vertical transect and fixate each fraction separately. This enables us to study the vertical distribution of meiofauna in the sediment.

Meanwhile it is 6 pm and we processed most of the samples during the last ten hours. Sample processing thereby includes the identification, the fixation of the samples, writing labels and store them and after doing this we enjoy a short break while the sun goes down. A long and eventful day after a short night comes to its end.

 

Best wishes from board

Katharina Kniesz
Klaas Gerdes
Terue Kihara

 

 

 



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