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INDEX (Indian Ocean Exploration) 2016

6000 Km Indischer Ozean

26.02.2016, 11:55

6000 Km Indischer Ozean

Das Ende unserer Fahrt auf der „Pourquoi pas?“ kommt in greifbare Nähe. Zeit für einen Blick zurück auf eine erfolgreiche 4-wöchige Expedition der BGR im Indischen Ozean.

Sonnenuntergang im Arbeitsgebiet im Indischen Ozean. (Foto: Cornelia Kriete)Sonnenuntergang im Arbeitsgebiet im Indischen Ozean. (Foto: Cornelia Kriete)

Es liegen nun 4 Wochen Expedition hinter uns, in der wir viele lange Arbeitstage und -nächte verlebt, aber auch viel Interessantes und Neues entdeckt haben. Wir haben über 1300 biologische Proben genommen, dazu über 80 Stunden an Videomaterial vom Meeresboden. Aber zum Glück haben wir ganz viel Hilfe bei der Bearbeitung an Bord bekommen und konnten viele Geologen zeitweilig für die biologischen Proben und deren Bearbeitung an Bord begeistern.

Viele Helfer bei der Bearbeitung der biologischen Proben nach einem ROV Tauchgang im Labor. (Foto: Hans Peter Damian)
Viele Helfer bei der Bearbeitung der biologischen Proben nach einem ROV Tauchgang im Labor. (Foto: Hans Peter Damian)

Neben den biologischen Proben wurden außerdem über 50 km Meeresboden mit dem „Schnüffel“-Sensorschlitten abgefahren und dabei Daten aus der Wassersäule unmittelbar über dem Meeresboden aufgenommen. Über 110 Proben wurden für mikrobiologische Untersuchungen gesammelt, weitere 250 für geochemische Analysen und ca. 50 geologische Gesteinsproben. Zudem diverse Sedimentproben. Auch fand eine Analyse der Planktonvorkommen in der Wassersäule statt, ferner wurden diverse hochauflösende bathymetrische Karten mit dem ROV „Victor“ erstellt. Alles in allem also eine fast unüberschaubare Menge an Proben und Daten, die nun erst einmal kopiert, verstaut, beschriftet, in die verschiedenen Labore geschickt und dort weiter bearbeitet werden muss. Dabei haben wir insgesamt ca. 6000 Km an Strecke auf dem Indischen Ozean zurückgelegt.

Neben dieser ganzen Arbeit kam aber auch der Austausch zwischen uns Wissenschaftlern und mit der Mannschaft der „Pourquoi pas?“ nicht zu kurz. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und in jeder Hinsicht unterstützt. Die Köche an Bord haben uns mit bestem Essen aus der französischen Küche verwöhnt; wir durften jeden Sonntag frische Croissants genießen und dabei auch mal für einen Augenblick die angenehm tropischen Temperaturen im Arbeitsgebiet genießen. Nach der letzten Station haben wir die Expedition dann mit einem Grillabend auf dem Arbeitsdeck abgerundet und die vergangenen Wochen noch einmal aufleben lassen - mit viel Grillfleisch, Fisch, Salaten und gutem französischem Wein. Die Stimmung war dabei ausgezeichnet angesichts der erfolgreichen Wochen und der guten Teamarbeit. Wir freuen uns schon auf die nächste Expedition, bei der wir uns dann hoffentlich alle wiedersehen und unsere gute Zusammenarbeit weiterführen können.

Die Wissenschaftler der Index-Expedition und die Mannschaft der „Pourquoi pas?“ beim Abschlussgrillen. (Foto: Cornelia Kriete)
Die Wissenschaftler der Index-Expedition und die Mannschaft der „Pourquoi pas?“ beim Abschlussgrillen. (Foto: Cornelia Kriete)

Zum Abschluss bleibt eigentlich nur zu sagen, was für eine faszinierende und eigentlich unvorstellbare Welt dort unten in mehr als drei km Wassertiefe existiert. Unabhängig von allen Vorgängen an der Oberfläche tummelt sich dort eine farbenfrohe und unglaublich bizarre Welt, an der wir mit dem ROV „Victor“ für ein paar Stunden als begeisterte Beobachter teilhaben durften. Es ist immer wieder spannend, wie der spärlich besiedelte Meeresboden urplötzlich und innerhalb weniger Meter über und über mit Anemonen bedeckt ist und die Schornsteine vor lauter Garnelen, Muscheln, Krebsen und Schnecken fast nicht zu erkennen sind. Immer wieder kommt einem dabei in den Sinn, dass wir mehr über den Mond wissen als über unsere Ozeane. Und mit jedem Tauchgang bekommen wir ein weiteres kleines Puzzleteil dazu, aber auch viele neue Fragen. Wir wollen nun aber lieber die Fotos sprechen lassen, damit sich jeder selbst einen Eindruck von dieser unglaublichen Welt machen kann.

Basalthügel in der Nähe des Pelagia Hydrothermalfeldes. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Basalthügel in der Nähe des Pelagia Hydrothermalfeldes. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)Basaltlavawand in 4000 m Tiefe. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Basaltlavawand in 4000 m Tiefe. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Basaltlavawand in 4000 m Tiefe. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Aktiver Schornstein mit Anemonen (Marianactis aff. bythios), Schencken (Phymorhynchus sp., Alviniconcha sp.), Muscheln (Bathymodiolus marisindicus) und weiteren typischen Hydrothermalfeldbewohnern im Pelagia Feld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Aktiver Schornstein mit Anemonen (Marianactis aff. bythios), Schencken (Phymorhynchus sp., Alviniconcha sp.), Muscheln (Bathymodiolus marisindicus) und weiteren typischen Hydrothermalfeldbewohnern im Pelagia Feld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Garnelen (Rimicaris kairei) und Krabben (Austinograea rodriguezensis) an der Basis von einem aktiven Schornstein. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Garnelen (Rimicaris kairei) und Krabben (Austinograea rodriguezensis) an der Basis von einem aktiven Schornstein. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Schwarzer Rauch steigt aus einem Schornstein in die Wassersäule auf. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Schwarzer Rauch steigt aus einem Schornstein in die Wassersäule auf. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Anemonen, Krabben, Garnelen und Schnecken in direkter Umgebung eines aktiven Schornsteines. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Anemonen, Krabben, Garnelen und Schnecken in direkter Umgebung eines aktiven Schornsteines. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Senkrechte Basaltlavawand mit hydrothermalen Anemonen (Marianactis aff. bythios)und einem Fisch der Familie Macrouridae. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Senkrechte Basaltlavawand mit hydrothermalen Anemonen (Marianactis aff. bythios) und einem Fisch der Familie Macrouridae. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Anemonenwiese und Bakterienmatten im Pelagia-Hydrothermalfeld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Anemonenwiese und Bakterienmatten im Pelagia-Hydrothermalfeld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Inaktiver Schornstein im Kairei Feld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Inaktiver Schornstein im Kairei Feld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Schornsteine verdeckt von der Hydrothermalgarnele Rimicaris kairei im Kairei Feld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)
Schornsteine verdeckt von der Hydrothermalgarnele Rimicaris kairei im Kairei Feld. (Foto: ROV „Victor“/ BGR)

 Gruppenfoto der Wissenschaftler der INDEX 2016 Expedition der BGR. (Foto: Thorsten Janisch)
Gruppenfoto der Wissenschaftler der INDEX 2016 Expedition der BGR. (Foto: Thorsten Janisch)

Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, von dieser Expedition zu berichten und wir hoffen, ein wenig dieser Begeisterung weitergeben zu können. Hier für alle interessierten Leser ein weiterführender Link zur Internetseite der BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffforschung), auf der einzelne wissenschaftliche Personen und Disziplinen, sowie während der Expedition verwendete Geräte vorgestellt werden:

http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Projekte/Meeresforschung-Projekte-laufend/Index2016/index2016_node.html

 Mit besten Grüßen von Bord der „Pourquoi pas?“

Katharina Kniesz
Klaas Gerdes
Terue Kihara

 

6000 Km Indian Ocean

The end of our cruise with the „Pourquoi pas?” is close. Time to look back to four weeks of successful expedition conducted by the BGR in the Indian Ocean.

 We look back to four weeks of expedition, with lots of long working days and –nights and many interesting and new findings. We collected more than 1300 biological samples and more than 80 hours of video material from the sea floor. Luckily, we could encourage many geologists to help us and got many hands helping to process the samples on board, at least for a while…..

Besides biological sampling, more than 50 km of seafloor were investigated using the plume sledge, which collects data from the water column right above the seafloor. More than 110 samples were taken for microbiology studies; further 250 samples for geochemical analyses and about 50 rock samples for geology.

In addition, a number of sediment samples were taken with pushcore and water samples with the rosette water sampler. The ROV “Victor” did not only dive to bring samples but also to gain deep towed high resolution sea floor bathymetry.

In total, we collected a vast amount of samples and data that needs to be copied, stored, labeled, sent to the different laboratories and then…..they will be further processed. That is why we covered almost 6000 km in the Indian Ocean.

The exchange among all the scientists as well as with the crew of the “Pourquoi pas?” was great despite all the work we had to do. We were warmly welcomed on board and supported to solve any problem. The kitchen on board offered a great variety of French cuisine and we could enjoy fresh handmade croissants every Sunday morning and appreciate the comfortable tropical temperatures for a short time.

After our last station we had a good Barbeque on the working deck and we could revive the last weeks. With lots of steaks, fish, salads and great French wine. The atmosphere was excellent in the light of our successful weeks and the good teamwork. We are already looking forward to our next expedition where we all hopefully meet again and are able to continue our good collaboration.

Finally, we only can say it’s a fascinating and incredible world that exists down there at a depth of 3 km. Independent of all processes at the water surface a colorful and bizarre world bustles around and we had the opportunity to pick a look with the ROV “Victor” as stoked observers for a couple of hours. It is exciting again and again how the sparsely inhabited sea floor all of a sudden and within a few meters is occupied with a vast amount of hydrothermal vent field anemones and the emanating chimneys are completely covered by shrimps, mussels, crabs and snails and becomes almost invisible by that.

It immediately comes to one’s mind that we know more about the moon than about the deep oceans. And with every dive we get another small part of the puzzle and many more questions. Now, we would like to share some photos so that everyone can get their own impression of this unbelievable world (see photos above).

We enjoyed reporting from this expedition and hope that we could convey some of our enthusiasm by writing about it. For all interested people, here´s a link with some more information about the scientific crew and the gears that were used during the INDEX expedition:

http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Projekte/Meeresforschung-Projekte-laufend/Index2016/index2016_node.html

 Best wishes from board of the “Pourquoi pas?”

Katharina Kniesz
Klaas Gerdes
Terue Kihara

 

 

 

 

 

 



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