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#Kenia2015-Blog

Reisetagebuch II von Thorsten Wenzel // Travel diary II by Thorsten Wenzel

18.08.2015, 14:36

29.7.2015, 3:45 p.m. – „Adlerauge“ erspäht Krokodil

Survey in den Badlands von Kachuku
„Augen auf!“ beim Survey in den Badlands von Kachuku.


Nach der Mittagspause steht ein Survey an. In Fünfergruppen laufen wir einige Erosionsrinnen in Kachuku ab. In diesen kleinen „Wadis“ schießt in der Regenzeit das Wasser herunter und spült die Fossilien frei. Nach zwei Stunden entdeckt Grabungshelfer Felix Ochieng – er hat in der Vergangenheit schon viele tolle Funde gemacht – 30 cm oberhalb der Sohle ein kaum aus dem Boden herausschauendes Knochenstück. Schnell ist Tom zur Stelle, um den Fund näher zu untersuchen. „Klasse Felix, dass Du das überhaupt gesehen hast. Sieht aus wie eine Zahnwurzel … nein warte!“. Vorsichtig entfernen wir etwas Sediment. Zum Vorschein kommt schließlich das Hinterhaupt eines Krokodilschädels.

Hinterhaupt eines Krokodils.
Was zunächst wie ein Stück Zahn aussieht, entpuppt sich beim Freikratzen als Hinterhaupt eines Krokodils.

„Die Schnauze müsste sich in dieser Richtung fortsetzen, hoffentlich ist der Kiefer erhalten geblieben“, meint Tom und umfährt mit seinem Zeigefinger den Bereich, in dem er das Maul des Krokodils vermutet. Wie gerne würden wir jetzt mit dem Freilegen beginnen, aber schon in zwei Stunden wird die Sonne untergehen.


 

29.7.2015, 6:30 p.m. – Besuch von Mission und Mädchenschule

Allan Okello Jaketch
In den Semesterferien für die Golgotha-Mission tätig: Theologiestudent Allan Okello Jaketch, hier im schwarzen Habit der Passionisten.

Am Abend folgen Kirsten, Bill, Jeremy und ich einer Einladung von Pater Claudio Moscatelli, dem Leiter der Golgotha-Mission in Karungu, später sollen wir der benachbarten Mädchenschule noch einen kurzen Besuch abstatten. Allan Okello Jaketch, Theologiestudent an der Tangaza-Universität in Nairobi begleitet uns. Allan arbeitet während seiner Semesterferien hier, um praktische Erfahrungen für sein späteres Priesteramt zu sammeln. Wir haben nämlich unsere Zelte auf dem Gelände der Golgotha-Mission aufgeschlagen und nutzen diesen wunderschönen Platz direkt am Seeufer für unser Camp. Die Mission stellt uns die Infrastuktur, wie Wasser, Strom, Duschen zur Verfügung, ebenso ein kleines Büro, in dem wir uns nachts einfinden, E-Mails schreiben und unsere Elektrogeräte aufladen.

Allan führt uns zu Pater Claudio Moscatelli. Er gehört den Passionisten („Kongregation vom Leiden Jesu Christi“) an, eine eigene Form des Ordenslebens innerhalb der katholischen Kirche. Pater Moscatelli ist seit 1978 hier tätig und spricht fließend Luo, die Sprache der gleichnamigen (drittgrößten) Ethnie in Kenia. Auf dem Missionsgelände gibt es eine Schreinerei, in der junge Menschen das Schreinerhandwerk erlernen können, eine Näherei für ältere Mädchen und einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb mit etwa sieben Hektar Fläche. Auf den Feldern werden vor allem Gemüse und Mais angebaut.

Die Hauptaufgabe der Mission ist es, den christlichen Glauben in die Bevölkerung zu tragen. Neben den Missionsgottesdiensten predigt Pater Moscatelli in sieben Kirchen in und um Karungu. 70 Prozent der Bevölkerung hier seien römisch-katholisch, in ganz Kenia beträgt ihr Anteil um 30 Prozent.

Unsere zweite Station an diesem Abend ist die Mädchenschule der „Sisters of Charity of the Blessed Virgin Mary“. Sie besteht schon 36 Jahre und gehört zu den besten Schulen auf dem Land. Wir treffen Schwester Monique, und nach und nach strömen die Schülerinnen hinzu – wo man hinsieht, stahlende Gesichter. Wir stellen uns einzeln vor, erzählen ein wenig über unsere Arbeit und die Fossiliensuche in Karungu.

Mädchenschule I Mädchenschule II

 

 

 

 

 

 

 



Ein Mädchen eilt nach vorne und flüstert Schwester Monique etwas ins Ohr. „Die Mädchen haben eine Überraschung für Euch. Sie wollen ein Lied in ihrer Heimatsprache aufführen“. Es handelt von einem wissbegierigen Mädchen aus armen Verhältnissen. Die Eltern haben kein Verständnis für das Interesse ihrer Tochter an der Schule, und so muss sie schwer zuhause anpacken. Spätabends nach getaner Arbeit ist die Kleine dann zu müde zum Lernen und schläft über ihren Heften ein. Viele Lehrer schauen einfach weg, einer aber steht ihr beiseite. Er begleitet das Mädchen nach Hause und schafft es schließlich, die Eltern zu überzeugen, dass Bildung wichtig und der Schlüssel für eine glückliche Zukunft ist.

tanzendes Mädchen tanzendes Mädchen
Eine gelungene Überraschung und bewegende Darbietung beim Besuch der Schule. Die Mädchen sangen auf Luo und tanzten dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Es war eine großartige und bewegende Vorstellung – die Mädchen sangen und tanzten mit so viel Leidenschaft. Jeder von uns hatte das Bedürfnis, ein paar persönliche Worte an die Schauspieltruppe zu richten und danke zu sagen. Zum Schluss gab es noch eine Fragerunde. Wir standen da, jeder umringt von mindestens einem Dutzend Mädchen, wir erzählten von unserer Arbeit, von unseren Familien und Freunden zuhause und vom Leben in den USA und in Deutschland. Es war ein toller Abend und ein ganz besonderes Erlebnis. Ach, hätte ich die Aufführung doch gefilmt!


 

30.7.2015, 9:30 a.m. – Krokodil im Wadi

Eingespieltes Team
Eingespieltes Team. Die beiden Biologiestudenten Melanie und Thorsten zusammen mit Samual Odhiambo.

Am nächsten Tag beginnen die Biologiestudentin Melanie Fuchs und ihr Kommilitone Thorsten Rumpf mit der Freilegung des Krokodils. Angeleitet werden sie von Samuel Odhiambo, der schon seit mehreren Jahren an den Ausgrabungen in Rusinga und Karungu teilnimmt. Eineinhalb Tage werden die Arbeiten dauern und tatsächlich: mit Ausnahme der Schnauzenspitze ist der Schädel komplett.

Krokodil mit schmaler Schnauze
Krokodile sind keine Seltenheit in Kachuku, doch dieses ist der erste hier gefundene Vertreter mit schmaler Schnauze.

Geborgen ist er damit aber noch nicht. Besonders beim Herausnehmen müssen wir sehr vorsichtig sein, da die Fossilien hier sehr brüchig sind. Als geeignete Methode hat sich die Bergung „en bloc“ erwiesen, also Fossil plus umgebendes Sediment. Bruchgefährdete Stücke werden zur Stabilisierung zusätzlich mit einem Gips ummantelt. Der Vorteil: Die Fossilien lassen sich so auch auf der späteren Rückreise ins Museum nach Nairobi sicher transportieren und später im Labor in aller Ruhe freilegen.


 

30.7.2015, 3:30 p.m – Riesenschildkröte: der Gipspanzer

Die Grabungsarbeiten an der Schildkröte sind weitestgehend abgeschlossen. Omondi, Cliff und Samuel Muteti bereiten das Fossil für die Herausnahme und den Transport vor. Die Oberseite soll eine Gipsschale bekommen. Damit sie sich später leicht entfernen lässt, wird die Fläche zunächst mit zwei Lagen Papier ummantelt. Zur Stabilisierung des Gipses schlägt Grabungshelfer Omondi mit seiner Machete an einem nahegelegenen Busch circa drei Zentimeter starke Äste ab, die er wie ein Gitter über das Plastron legt.

Gips Machete
Je größer der Fund, desto schwieriger die Bergung. Arbeitsschritte beim Anlegen einer Gipsschale, die das fragile Fossil beim Transport stabilisieren soll.

Äste

Samuel und Cliff rühren die Gipsmasse an und benetzen die etwa einen Meter langen und 15 Zentimeter breiten Jutestreifen damit. Mehrere Lagen werden aufgebracht.

Bergung der Schildkröte Bergung der Schildkröte

Jetzt muss das Ganze über Nacht trocknen.


 

31.7.2015, 10:45 a.m. – Riesenschildkröte: die Bergung

Heute ist unser letzter Tag im Gelände. Die Bergung der Schildkröte in Kachuku steht an. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Fossilien an der Fundstelle sind besonders brüchig. Es passiert immer wieder, dass die Stücke beim Umbetten oder weiteren Transport auseinanderbrechen, vor allem bei großen und schweren Stücken.

Landy im Gelände
Mit dem Landy durchs Gelände in Richtung Riesenschildkröte. „So nahe wie möglich ran“ meint Tom, denn das Fossil wiegt gute 100 Kilo.

Um möglichst nah an die Fundstelle heranzukommen, fahren Tom und ich bergan über kleine tief gefurchte Feldwege später auch fernab der Wege durch unwegsames Terrain. Je näher wir der Grabungsstelle kommen, desto schwieriger wird es, bis es irgendwann nicht mehr geht. Der Landy könnte eigentlich noch weiter, aber überall am Boden liegen vertrocknete Akazienäste mit bis zehn Zentimeter langen Dornen.

Akaziendorne
Albtraum eines jeden Landy-Fahrers. Akaziendornen am Boden verwehren uns schließlich die Weiterfahrt.

Die letzten 400 Meter gehen wir zu Fuß. Omondi, Cliff und Samuel sind schon vor Ort, unterhöhlen das Fossil weiter, bis es quasi lose dem Boden aufliegt. Zehn Hände liften das geschätzt 100 Kilogramm schwere Fossil ganz vorsichtig an, um es auf die Trage umzubetten. Nur wenige Zentimeter über dem Boden: Krach! Wir erschrecken regelrecht, als es unter unseren Händen in mehrere Teile zerbricht. Die Enttäuschung ist groß. Und das trotz aller getroffenen Vorkehrungen und allen Fingerspitzengefühls. Diesen traurigen Anblick will ich nicht mit der Kamera festhalten! Jetzt müssen die Teile am Museum in Nairobi wieder zusammengesetzt werden.


 

31.7.2015, 1:15 p.m. – Ikone in Rot

Geologen unter sich
Die Geologen John Kingston, David Fox und Bill Lukens (v. l. n. r.) im Gespräch.

Heute sind die Geologen mit im Gelände. Bill Lukens war schon von Anfang an dabei, Allan Deino, und David Fox kamen vorgestern Abend frisch aus den USA angereist. Kurz darauf stieß John Kingston, Geologe und Anthropologe, nach einmonatiger Geländearbeit in Uganda zu uns. In der Mittagspause kommen wir ins Gespräch. John untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Frühmenschen und ihrer Umwelt. Vor allem interessiert ihn, wie und in welchem Umfang verschiedene Umweltbedingungen die wesentlichen Schritte in der Evolution des Menschen, wie etwa den aufrechten Gang, den Werkzeuggebrauch, die Jagd, die Ernährung, die Größe des Gehirns oder auch die Sprache beeinflussten.

Tarp
Lebensmittelpunkt im Gelände: unser Tarp.

„This tarp is like an icon“, meint John, als er sich zum Mittagessen einfindet und erläutert: Um sich ein Bild vom Gelände um Kachuku zu machen, sei er am späten Vormittag den Hügel hinaufgestiegen. Von dort hätte er einen guten Blick auf das Treiben an der Fundstelle gehabt. Kurz vor eins seien dann die Teammitglieder aus allen Richtungen in Richtung Tarp geströmt – wie Ameisen zur Futterquelle. Und tatsächlich: Wenn wir im Gelände ankommen, bauen wir immer zuerst das Tarp auf. Es ist unsere zentrale Anlaufstelle. Hier gibt es vielfach den einzigen Schatten, hier essen wir und ruhen uns aus, sortieren die Funde vor. Und das Rot – bekanntlich hat die Farbe eine belebende und positive Wirkung, auch auf emotionaler Ebene – sorgt für „good vibes“! Globetrotter sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für die großzügige Unterstützung gedankt.


 

31.7.2015, 7:30 p.m. – „Everybody took his Malarone?“

Thomas Lehmann
Unser Captain Thomas „Tom“ Lehmann in den Badlands von Kachuku.

Karungu war ein Organisations- und Kraftakt – besonders für Grabungsleiter Thomas „Tom“ Lehmann. Schon im Vorfeld hat er für jeden einzelnen Teilnehmer die Reise mitgeplant, er warb Drittmittel für die Finanzierung seines Forschungsvorhabens ein, führte Gespräche mit Sponsoren und kooperierenden Wissenschaftlern. Der Schack-Stiftung und den Freunden und Förderern der Goethe-Universität gebührt besonderer Dank. Mit ihrer Unterstützung ist die diesjährige Grabungskampagne erst möglich geworden.

Vor Ort ist Tom immer und überall dabei, er hat das Wohlbefinden jedes einzelnen Teammitglieds im Auge und ist sensibel für Schwingungen – „You’re okay?“. Und wie es sich für einen guten Captain gehört, geht er zuletzt von Bord – abends, meistens erst kurz nach Mitternacht, macht er das Licht aus … und steht am Morgen als einer der Ersten auf. (Tom auf der Rückfahrt am Folgetag: „Die drei Wochen Grabungscamp waren kräftezehrend, aber spannend und schön. Jetzt freu‘ ich mich auf ein richtiges Bett in Nairobi und darauf, am Sonntag richtig ausschlafen zu können“.)


 

1.8.2015, 1:30 a.m. – Nur wach bleiben!

Letzte Nacht am See. Wie schade! Ich liege in meinem Zelt und lasse die Woche nochmal vorüberziehen. Morgen früh bauen wir das Camp ab und fahren zurück nach Nairobi. Abschied nehmen von lieb gewonnenen Menschen. Die netten Gesprächsrunden im Gemeinschaftszelt bei einem, manchmal einem zweiten kalten Feierabendbier werden mir fehlen, auch das ultraleckere Essen Jacksons und seiner „rechte Hand“ Dickson (Ulli schrieb im zweiten Blog davon), die morgendliche Fahrt durch Karungu und das Leben und bunte Treiben auf den Straßen, die spannende Fossiliensuche … und den Ausklang des Tages im Zelt.

Jackson Dickson
Bereiteten uns viele viele Annehmlichkeiten im Camp: Koch Jackson (links) und seine rechte Hand Dickson.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem die Tierstimmen und den Wellenschlag des Viktoriasees vermisse ich schon jetzt. Auch das Leben im Grabungscamp: Hier in Afrika bestimmt nicht die Uhr, sondern die Sonne unseren Rhythmus.

Sonnenaufgang
Letzter Sonnenaufgang am Viktoriasee. In ein paar Stunden müssen wir zurück nach Nairobi aufbrechen.

So waren wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf den Beinen und abends, eine Stunde vor Sonnenuntergang, zurück im Camp, Sichtung der Funde im letzten Tageslicht. Es waren lange Tage, aber nie habe ich den Feierabend herbeigesehnt. Es gab immer viel zu sehen, zu entdecken, zu erleben.

Hier im Camp habe ich immer gut und ruhig geschlafen – nicht ein einziges Mal nachts aufgewacht. Es hat etwas Beruhigendes, ja Meditatives, den Tierstimmen und den Wellen beim Einschlafen zuzuhören. Überhaupt habe ich mich hier vom ersten Moment an wohlgefühlt. Es ist ein friedvoller, magischer Ort. Ich kämpfe noch eine ganze Weile gegen den Schlaf, um diese schöne Stimmung zu bewahren.

Zu den Sponsoren und Förderern der Forschungsreise gehören neben Globetrotter, Land Rover und der Schack-Stiftung auch die Freunde und Förderer der Goethe-Universität Frankfurt.

 



 

7/29/2015, 3:45 pm – “Eagle eye” spies crocodile

Survey in the badlands of Kachuku.
“Keep your eyes open!” during the survey in the badlands of Kachuku.


After our lunch break, we are ready for a survey. In groups of five, we inspect several gullies in Kachuku. During the wet season, rainwater shoots through these “wadis,” exposing fossils along the way. After two hours, our excavation assistant Felix Ochieng – who already made several valuable discoveries in the past – detects a piece of bone barely protruding from the soil about 30 cm above the bottom of the gully. Tom quickly joins him for a closer examination of the find. “Well done, Felix – I can’t believe you even spotted this! It looks like the root of a tooth – no, wait!” We carefully remove some of the sediment, finally unearthing the occiput of a crocodile.

crocodile occiput
What initially looked like a piece of a tooth turns out to be a crocodile’s occiput once the soil has been brushed off.

“The snout should extend in this direction – I hope one of the jaws was preserved” says Tom and uses his index finger to encircle the area where he expects the crocodile’s mouth to be. We would love to begin with the excavation immediately, but sunset is only two short hours away.


 

7/29/2015, 6:30 pm – A visit to a mission and a girls’ school

Allan Okello Jaketch
During his semester break, he works for the Golgotha Mission: Theology student Allan Okello Jaketch, wearing the black habit of the Passionists.

In the evening, Kirsten, Bill, Jeremy and I accept an invitation by Father Claudio Moscatelli, the head of Golgotha Mission in Karungu; afterwards, we will also pay a brief visit to the neighboring school for girls. We are accompanied by Allan Okello Jaketch, a student of theology at Tangaza University in Nairobi. Allen works here during his semester break in order to gain practical experience for his future work as a priest. We actually set up our tents on the Golgatha Mission’s grounds, using this beautiful area directly on the lakeshore as our campsite. The mission provides us with infrastructure, such as water, electricity and showers, as well as a small office that we use in the evenings to write emails and recharge our electronic devices.

Allan takes us to Father Claudio Moscatelli. He is a member of the Passionists (“Congregation of the Suffering of Jesus Christ”), a particular movement of monastery life within the Catholic Church. Father Moscatelli has worked here since 1978 and is fluent in Luo, the language of the eponymous (and third largest) ethnic group in Kenya. The mission’s grounds include a joiner’s shop, where young people can learn the trade of carpentry; a sewing room for the older girls; and a small farm with approximately seven hectares of land. The fields are primarily used for growing vegetables and corn.

The main purpose of the mission is to spread the Christian faith to the population. Besides holding masses at the mission, Father Moscatelli also preaches in seven other churches in and around Karungu. Seventy percent of the population is Roman Catholic in this region; in all of Kenya, the proportion of Catholics is about 30 percent.

Our second stop on this evening is the girls’ school run by the “Sisters of Charity of the Blessed Virgin Mary.“ It was started 36 years ago and ranks among the best schools in the countryside. We meet Sister Monique, and soon we are surrounded by a large group of the students, as well – beaming faces everywhere! We take turns introducing ourselves and talk a little about our work and the search for fossils in Karungu.

girls' school girls' school

One of the girls rushes to the front and whispers something in Sister Monique’s ear. “The girls have a surprise for you. They want to perform a song in their native language.” The song is about a girl from a poor background, who is hungry for knowledge. The parents do not understand their daughter’s interest in school, and she is forced to pitch in heavily at home.  Late in the evening after a long day’s work, the girl is too tired to study and falls asleep over her notebooks. Many teachers simply turn a blind eye, but one of them supports her.  He accompanies the girl on her way home and finally manages to convince the parents that education is important and constitutes the key to a happy future.

dancing dancing
A successful surprise and a moving performance during our visit at the school. The girls sang in Luo, accompanied by dance moves.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

It was a magnificent and moving performance – the girls sang and danced with so much passion. Each of us felt the need to address a few personal remarks to the group of young performers and to say thank you. This was followed by a round of questions. We stood on the schoolyard, each of us surrounded by at least a dozen girls, and told them about our work, our families and friends back home, and about life in the USA and Germany. It was a great evening and a very special experience. I only wish I had videotaped the performance!


 

7/30/2015, 9:30 am – The crocodile in the wadi

a well-practiced team
A well-practiced team: The biology students Melanie and Thorsten together with Samual Odhiambo.



The next day, biology student Melanie Fuchs and her fellow student Thorsten Rumpf start on the excavation of the crocodile. They are supervised by Samuel Odhiambo, who for several years now has been part of the digs in Rusinga and Karungu. The work continues for one and a half days, and then it becomes clear that the skull is indeed complete, except for the very tip of the snout.

narrow-snouted crocodile
While crocodiles are not rare in Kachuku, this is the first representative of a narrow-snouted species found in this area.

But it has not yet been retrieved. The extraction requires particular care, since the fossils here are extremely brittle. The most suitable method is the extraction “en bloc,“ i.e. the fossil is removed together with the surrounding sediment. Especially fragile parts are coated with plaster for additional stability. The advantage of this method is that the fossils can thus be safely transported back to the museum in Nairobi, where they will be exposed in due time with suitable care.


 

7/30/2015, 3:30 pm – Giant tortoise: the plaster carapace

The excavation work on the tortoise is mostly finished. Omondi, Cliff and Samuel Muteti prepare the fossil for extraction and transport. The top part is supposed to be encased in a plaster cast. To facilitate the subsequent removal of the plaster, the surface is first wrapped with two layers of paper. In order to stabilize the plaster, excavation assistant Omondi uses his machete to cut several branches (each about 3 cm thick) from a nearby bush, which he then arranges on the plastron in a grid-like fashion.

stabilize the fragile fossil stabilize the fragile fossil
The larger the discovery, the harder the salvage operation. Some of the steps during the application of a plaster shell intended to stabilize the fragile fossil during transport.
several branches

Samuel and Cliff mix the plaster and apply it to strips of jute that are about one meter long and 15 cm wide. Several layers of strips are applied to the fossil, and the contraption is left to dry overnight.

Samuel and Cliff mix the plaster Several layers of strips are applied to the fossil


 

7/31/2015, 10:45 am – Giant tortoise: the retrieval

Today is our last day of fieldwork – the retrieval of the giant tortoise is on the agenda. This is a difficult task, since the fossils at the excavation site are particularly brittle. Again and again, pieces break apart when they are moved or during subsequent transport, especially the larger and heavier ones.

Landy
Cross-country drive with our “Landy” toward the giant tortoise. “Let’s get as close as possible,” says Tom, since the fossil weighs a solid 100 kilograms.

In order to get as close as possible to the excavation site, Tom and I drive uphill on narrow, deeply rutted dirt tracks, and later we even drive off-road across almost impassable terrain. The closer we get to the excavation site, the harder the driving becomes, until we finally have to stop. In theory, our Landy could continue, but the entire ground is covered with dried-up acacia branches, armed with thorns up to 10 cm in length.

Acacia thorns
Every Land Rover driver’s nightmare: Acacia thorns on the ground finally prevent us from driving on.

The final 400 m are covered on foot. Omondi, Cliff and Samuel are already on site and continue to undercut the fossil until it sits quasi loosely on the soil. Five pairs of hands very gently lift the fossil with an estimated weight of 100 kg in order to move it onto the stretcher. Only a few centimeters above the ground: Crash! We are shocked when the fossil breaks into several parts under our hands. What a disappointment – and all this despite our careful preparation and sensitive touch. I don’t want to record this sad sight with my camera! Now the parts will have to be reassembled in the museum in Nairobi.


 

7/31/2015, 1:15 pm – The red icon

The geologists
The geologists John Kingston, David Fox and Bill Lukens (left to right) deep in discussion.

Today, the geologists join us in the field. Bill Lukens has been present since the beginning, while Allan Deino und David Fox newly arrived from the USA two nights earlier. A little later, we were joined by John Kingston, geologist and anthropologist, who just returned from a month of fieldwork in Uganda. During the lunch break we start a conversation. John studies the interrelations between early humans and their environment. He is particularly interested in how and to what extent various environmental conditions influenced the essential steps in human evolution, such as upright walking, the use of tools, hunting, nutrition, brain size and even language.

The tarp
The center of life in the field: Our tarp.

“This tarp is like an icon,“ says John when he joins us for lunch, and he goes on to explain. In order to get an overview of the area around Kachuku, late in the morning he climbed the hill, from where he had a great view of the activities at the excavation site. A little before one o’clock, the team members began to surge toward the tarp from all directions – like a stream of ants heading for a feeding site. And it is true – the first thing we do after arriving in the field is to set up the tarp. It is our central gathering point, which often provides the only shade around, and it is where we eat and rest and presort our findings. And the red color – well known for its invigorating and positive effects on an emotional level as well – creates “good vibes!“ We would like to take this opportunity to thank our sponsor Globetrotter once again for his generous support.


 

7/31/2015, 7:30 pm – “Has everyone taken his Malarone?“

Thomas Lehmann
Our captain, Thomas “Tom” Lehmann, in the badlands of Kachuku.

Karungu was an organizational feat and a challenge – especially for the excavation leader, Thomas “Tom“ Lehmann. Even ahead of time, he helped plan the trip for each individual participant, he raised third-party funds to finance his research project, and he talked to sponsors and cooperating scientists. Special thanks are owed to the Schack Foundation and the Friends and Supporters of Goethe University. This year’s excavation campaign would not have been possible without their generous support.

On site, Tom is continually involved in everything, he cares for the well-being of each team member and is sensitive to any mood shifts – “You’re okay?” As it befits a good captain, he is always the last man on board – at night, he turns off the lights (usually not before midnight or a little later), and in the mornings, he is among the first to rise. (To quote Tom on the drive back the following day: “The three weeks in the excavation camp were energy-sapping, but also exciting and wonderful. Now I look forward to a real bed in Nairobi and to be able to actually sleep in on Sunday!”)


 

8/1/2015, 1:30 am – Just stay awake!

My final night at the lake – what a pity! I lie in my tent and mentally review the last week once more. Early tomorrow morning, we will take down the camp and drive back to Nairobi. We’ll have to say goodbye to people we’ve grown close to. I am going to miss the friendly conversation rounds in the communal tent over one (and sometimes a second) cold beer after work, as well as the ultra-tasty meals prepared by Jackson and his “right hand” Dickson (Ulli wrote about this in her second blog installment), the morning drive through Karungu with its colorful street life, the exciting search for fossils ... and winding down in the tent at the end of each day. I already miss the animal voices and the sound of the waves on Lake Victoria.

Jackson Dickson
The source of many great pleasures in the camp: Our Chef Jackson (left) and his right hand, Dickson.

Here in camp I always slept soundly and peacefully – I never once woke up in the middle of the night. There is something calming, even meditative, about the sound of animal voices and the murmur of waves when falling asleep. All in all, from the first moment I really felt truly comfortable here. This is a peaceful, magical place, and for quite a while I fight the urge to fall asleep so that I can hang on to this beautiful mood just a little longer.

sunrise
Our final sunrise over Lake Victoria. In a few hours, we will have to leave for Nairobi.


The expedition is supported by Globetrotter, Land Rover, Schack-Stiftung and Freunde und Förderer der Goethe-Universität Frankfurt.





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