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Mongolei-Blog

02.08.2016 - Ab jetzt wird's holprig

20.09.2016, 10:57

Wir stehen früh auf, denn die Fahrt wird lang bis Ikh Uul, dem heutigen Ziel. Mir fällt auf, dass je mehr wir uns von der Stadt entfernen, desto weniger Müll herum liegt. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es ein saubereres Land als die Mongolei überhaupt noch gibt... zumindest ein so traditionsreiches und naturbelassenes Land wird es wohl kaum ein zweites Mal geben, auch wenn mir wohl bewusst ist, dass durch die Viehhaltung der Ausdruck "naturbelassen" eher relativ ist. Nichtsdestotrotz freue ich mich über die vielen freien Tiere.

Die starke Sommerhitze begleitet uns bis zum Khuvsgul Nuur. Auf der letzten Etappe müssen wir die asphaltierte Straße verlassen und den Holperweg einschlagen, was das Abenteurerherz höherschlagen lässt. Die Aussicht ist atemberaubend; wieder können wir Steppenadler, Mönchsgeier (Aegypius monarchus) und unglaublich viele Ziesel (Long-tailed ground squirrel bzw. Spermophilus undulatus) sehen. Die Flüsse sind kristallklar und wir machen einen kurzen Halt, um uns zu erfrischen. Dann geht es weiter, die staubige Straße entlang, bis wir endlich an unserem Ziel ankommen.

Es ist traumhaft schön. Wir sind fernab jeglicher Menschenansammlungen; unsere nächsten Nachbarn wohnen mindestens 200 m entfernt von dem Platz, wo wir unser Camp aufbauen. Sie führen noch die traditionelle Lebensweise der Nomaden in ihrer weißen Ger, hüten Ziegen und Schafe und ihre gutmütigen Yaks, allerdings haben auch sie bereits ein Solarpanel für Strom und eine Satellitenschüssel für TV, ein stolzes Moped und sogar einen Kleinlaster im Garten stehen, an dem ständig herumgebastelt wird. Ansonsten weit und breit keine Menschenseele; lediglich in weiter Ferne sieht man noch eine Ger und ein paar Zelte von Touristen, die sich hier für ihren Urlaub offenbar auch etwas zurückziehen wollten.

(c) K. Lammers



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