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Mongolei-Blog

10.08.2016 - Dauerregen im Tal der Wüstenulmen

20.09.2016, 14:04

Wir müssen wieder ein Zwischenlager einlegen und schaffen es erst am darauffolgenden Tag nach Harangok. Wir schlagen unser Lager in einem Tal mit jeder Menge Wüstenulmen auf. In der Nähe grasen Pferde und ein kurzer Marsch den Steinhang hoch und man kommt zu einem hölzernen Ovoo. Normalerweise sieht man eher Stein-Ovoos, hier im Norden ist der Holz-Ovoo jedoch recht häufig zu sehen.

Die nächste Etappe sollte eigentlich nur eine kurze werden. Da es diesmal allerdings auch für Lkhagva das erste Mal in diese Gegend geht, fahren wir länger als geplant die sandigen Schotterwege, zwischen Berg und Tal. Es ist auch heute wieder sehr warm. Die wunderbare Aussicht entschädigt jede Strapaze.

Nachdem wir die passende Stelle für unser Camp 2 auskundschaftet haben, schlagen wir unsere Lager unweit des Flusses Harlag gol auf. Auch hier gibt es nur eine Familie, die in ihrem Holzhaus lebt; als einzige Nachbarn weit und breit. Ihr jüngster Sohn wird mit dem Moped und den viel zu großen Stiefeln des Vaters vorgeschickt, um zu erfahren, wer wir sind und was wir machen. An diesem Abend kommt er noch ein zweites Mal vorbei und bringt uns Milch und Butter.

(f) K. Lammers

Auch hier legen wir gleich los, bauen das Präparierzelt auf und legen die Traplines aus. Wir finden wieder viele gute Stellen am Flussufer und etwas entfernt davon im Lärchen-Birken-Wald. Bei der Familie dürfen wir ebenfalls Fallen in und um das Haus auslegen. Alles sieht sehr vielversprechend aus...

Wir werden jedoch überrascht. Mit Regen; jeder Menge Regen, der nicht mehr aufhören will. Nach der Hitze nun die feuchte Abkühlung und gefangen haben wir nur sehr wenig. Keine einzige Maus lief in die Fallen bei den Traplines, nur jeweils drei Hamster (Daurischer Zwerghamster bzw. Cricetulus barabensis) an zwei Fangtagen können wir bei der benachbarten Familie verzeichnen.

Wir bleiben nicht lange an diesem Ort. Da die Wetterprognose keine Besserung verspricht, bauen wir am dritten Tag unser Lager ab. Die Familie lädt uns noch zum Essen ein. Es gibt Suutei tsai, gekochtes Schafsfleisch und danach Suppe mit Fleisch und Nudeln. Außerdem geben sie uns ihren Aaruul, Sahne, Milch und einen wunderschönen Laib Brot mit für unsere nächste Reise. Der Abschied ist wie immer herzlich; in der Ferne können wir noch einen Schwarzstorch (Ciconia nigra) sehen.

(c) K. Lammers



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