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Mongolei-Blog

17.08.2016 - Auf ein Glas Suutei tsai bei den Nachbarn und unerwünschter Besuch im Rucksack

20.09.2016, 14:17

Am vorletzten Tag vor unserer Abreise besuchen wir die benachbarte Familie, die man nicht einmal von unserem Lager aus sehen kann. Sie haben uns bei der Anreise natürlich kommen sehen und nach ein paar Tagen Milch und Butter bringen lassen. So ist das eben unter den Mongolen: Weißes wird immer gegeben, denn Weißes ist immer vorhanden. Damit sind natürlich die ganzen Milchprodukte gemeint, die an Reisende überbracht werden.

Die Familie bewohnt eine Ger und besteht aus dem jungen Elternpaar und drei Kindern. Bei unserem Besuch treffen wir einen der Blaubeerensammler wieder. Er ist diesmal mit seinem kleinen Sohn da. Es wird wie immer gastfreundlich Suutei tsai und das typische mongolische Gebäck und Aaruul gereicht. Außerdem schenken sie uns eine Flasche selbst destilliertes Nermel-Arkhi aus Kuhmilch. Und bevor wir uns verabschieden, lässt mich Toeh, der jüngere Sohn, sogar noch auf seinem Pferd reiten.

Natürlich sollte man als Gast nicht mit leeren Händen kommen. Bei jedem Besuch der einheimischen Familien haben auch wir kleine Mitbringsel dabei und sie freuen sich über jedes Geschenk. Für die Kinder haben wir meist ein paar Süßigkeiten, für den Mann des Hauses bringen wir Tabak und Zigarillos mit, die Frau freut sich über eine schöne Creme. Außerdem lassen wir ihnen das ins Mongolisch übersetzte Infoheft über die jahrelange gemeinsame Arbeit der Senckenberg Gesellschaft und der Nationaluniversität der Mongolei da, damit sie später noch einmal nachlesen können, was und warum geforscht wird.

Wir trennen uns nur ungern von diesem schönen Camp, doch eine letzte Station in Tunchel (Camp 4) wartet noch auf uns. Beim Einpacken und Aufräumen der Zelte am Morgen des 17.08. gab es noch eine Überraschung. Eine giftige! In meinem Rucksack, an den Trageriemen, wärmt sich eine Halys-Otter (Gloydius halys) in der Morgensonne. Zum Glück bemerken wir sie rechtzeitig. Sie liegt ziemlich versteckt und nur durch eine Bewegung ihrerseits habe ich sie überhaupt erst gesehen.

(c) K. Lammers



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