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Mongolei-Blog

30.08.2016 DREI TAGE SOMMERHAUS

27.09.2016, 11:06

Wir bleiben nicht lange in der Hauptstadt, denn Prof. Samiya bietet sein vielversprechendes Sommerhaus im Norden Ulaanbaatars an. In der Vergangenheit wurden hier bereits gute Fänge durchgeführt; wir sollten allemal Hausmäuse dabeihaben.

Davka und Samiya holen uns am Morgen mit dem Auto vom Studentenwohnheim ab und bringen uns zum Sommerhaus. Es sieht in der Tat vielversprechend aus und Rico und ich legen gleich los und verteilen die Fallen auf dem gesamten Grundstück.

Auf dem großen Gelände befinden sich auch noch vier andere Häuser, ein kleines Gewächshaus, eine Häuserruine und einige Steinhaufen, welche potentielle Futter- und Versteckmöglichkeiten für Mäuse darstellen. Das Grundstück liegt an einem Berghang und ist von einem Zaun umgeben, wo gleich dahinter der Nadelwald beginnt. Insgesamt sehen wir vergleichsweise viel Wald in dieser Gegend.

(c) K. Lammers

Die Nächte werden merklich kälter und wir stehen früh auf, damit die Mäuse nicht unnötig lange in der kalten Falle sitzen müssen. Auch wenn wir sie im Nachhinein sowieso töten, scheint uns der Tot durch Chloroform noch der angenehmere zu sein.

Nach der ersten Fangnacht sitzen bereits acht Mäuse in den Fallen, die nach unserer Einschätzung sechs verschiedenen Arten angehören. Darunter befinden sich eine Weißzahnspitzmaus (Crocidura shantungensis), vermutlich vier verschiedene Wühlmausarten (Myodes rutilus, Microtus oeconomus, Microtus gregalis und Microtus spp.) und die Waldmausart Apodemus peninsulae. Nur Mus musculus ließ sich nicht blicken...

(c) K. Lammers

Nach diesem Fangergebnis haben wir den ganzen Tag zu tun und präparieren die Mäuse so schnell es geht. Wie immer nehmen wir die Köpermaße auf und bestimmen Geschlecht und ggf. Reproduktionsstatus.

Zwischendurch vereinbaren wir mit Lkhagva am Telefon schon den nächsten Fangort. Einige Professoren der Nationaluniversität haben sich verabredet, um am Wochenende in den Nationalpark Gorkhi-Terelj zu fahren und Samiya bietet uns an dorthin mitzukommen. Natürlich nehmen wir dieses Angebot gerne an, auch wenn wir möglicherweise keine Hausmäuse fangen werden.

Wir entscheiden uns also nur noch eine Nacht in Samiyas Sommerhaus zu bleiben und am Freitag mit in den Nationalpark zu fahren.

Die zweite Fangnacht brachte uns weitere drei Wühlmäuse (eine Microtus gregalis und zwei Myodes rutilus) nur leider wieder keine Hausmaus. Nichtsdestotrotz lassen wir die Fallen guter Hoffnung bis zum Abend stehen, solange wir die drei Tiere präparieren und auf Davka warten, dass er uns abholt.

Wie man immer so schön sagt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Und wir werden belohnt. Etwa eine Stunde vor Davkas Eintreffen verläuft sich doch noch eine Hausmaus in eine unserer Fallen, die wir an der Häuserruine aufgestellt hatten. Ein wirklich schönes Tier.

(c) K. Lammers

(c) K. Lammers



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