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Sonne Expedition - FS Sonne SO239

AUV „Abyss“ – Alleine in der Dunkelheit

28.05.2015, 13:57 von Benutzer Viola Siegler, Kommentare 3 Kommentare

Die Sonne ist längst am strahlenden Horizont des Pazifiks untergegangen und nur noch der Mond erhellt die Oberfläche der etwa 4000 m tiefen Wassersäule. Wie fast jede zweite oder dritte Nacht ist der große Moment für Abyss gekommen und es geht wieder auf ein ca. 16 stündiges Abenteuer.

Tauchgang Nummer 17 steht auf dem Arbeitsprotokoll des AUV-Teams. Ein neuer Rekord für eine einzelne Expedition! Erneut ein Foto-Tauchgang mit dem neuen Kamerasystem, welches auf dieser Expedition erstmals im AUV eingesetzt wird. Die Begeisterung, dass das neue Kamerasystem so gut funktioniert und eingesetzt wird, ist groß und bestätigt die lange Entwicklungszeit, die dafür investiert wurde.

The AUV being released in the water. Photo P. Ribeiro
The AUV being released in the water.
Foto: P. Ribeiro

Der vorangegangene Predive-Check war erfolgreich -  Es geht los! Die Containertüren öffnen sich und Abyss, angestrahlt von den Halogenleuchten des Schiffes, wird über ein Schienensystem ins LARS (Launch And Recovery System) gezogen. Anschließend führen die AUV Ingenieure die Sicherung des Fahrzeuges im LARS durch. Ein letzter Check des Kamera- und LED-Systems werden durchgeführt. Ein letzte Mal noch über den Domeport gewischt und das AUV Team und Abyss sind startklar und warten auf das „GO“ der Brücke.  „Position erreicht“ ruft es aus dem Funkgerät.  Der Teamleiter hebt den Daumen und signalisiert das Okay. Das LARS wird hydraulisch ausgefahren und Abyss, mit einer Länge von 4 m, einem Durchmesser von 66 cm sowie einem Gewicht von fast 1 t, wird langsam ins Wasser gelassen. Nachdem der Release-Mechanismus betätigt wurde, wird das gelbe torpedoförmige Unterwasserfahrzeug vom Schiff wegmanövriert, um einen Sicherheitsabstand zum Schiff zu haben. „Mission gestartet“ wird aus dem Container gerufen. Abyss schlägt die Finnen hart an und der Propeller dreht auf Hochtouren. Es dauert nur wenige Sekunden und das AUV ist im Glanze des Mondlichtes abgetaucht.

Ab jetzt arbeitet Abyss eigenständig und ohne Kabelverbindung zum Schiff. Ein großer  Vorteil eines AUVs, denn parallel kann jetzt mit anderen Geräten gearbeitet werden. Nur die Kamera und weitere Sensorik geben im Nachhinein einen Aufschluss über die Abenteuer, die es auf dem Meeresboden erlebt hat. Im Durchschnitt wird Abyss im 17. Tauchgang ca. 70 km abfahren und kommt bis jetzt auf dieser Fahrt, auf eine beachtliche Gesamtstrecke von ca. 1153 km.

Image of the seabottom taken by- the AUV on one of its dives
Image of the seabottom taken by the AUV
on one of its dives

Das AUV fotografiert in einem Abstand von ca. 7,5 Metern über dem Meeresboden fleißig das relativ ebene Gebiet und entdeckt dabei ganz unterschiedliche Zeitgenossen. Seeigel, Seegurken, Schwämme oder Shrimps sind keine Seltenheit und begeistern immer wieder die auf der „Sonne“ wartenden Wissenschaftler. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf den kleinen schwarzen Manganknollen, die auf dem Meeresboden liegen. Bislang wurden 10 erfolgreiche Kamera-Tauchgänge in den Tiefen des Pazifiks durchgeführt und es wurden insgesamt 193.309 Bilder geschossen.

Nach 14 Stunden alleine in der Dunkelheit nähern die Batterien sich langsam dem Ende und es ist an der Zeit das Auftauchen einzuleiten. Nach ungefähr zwei weiteren Stunden erreicht Abyss dann wieder die Wasseroberfläche und hofft auf Sonnenlicht, leider ein Irrtum, die Abenddämmerung ist längst angebrochen und Abyss taucht abermals im Dunkel auf. Nun heißt es bergen und wieder aufs Schiff holen.

The AUV in the LARS right after recovery. Photo: H. Robert
The AUV in the LARS right after recovery
Foto: H. Robert

Sobald das Fahrzeug aufgetaucht ist, schickt Abyss uns eine Position und wartet darauf abgeholt zu werden. Die Zeit vom Auftauchen zum Abholen wird versucht so gering wie möglich zu halten, damit das AUV nicht zu weit über den Pazifik driftet. Immer wieder eine Herausforderung für den Fahrtleiter, der alles genau timen muss. Ein LED-Licht signalisiert alle paar Sekunden die Position, an der die “Sonne“ sich langsam steuerbordseitig annähert. Via WLAN wird aus dem AUV ein Schwimmkörper herausgelöst und zieht eine Leine aus dem AUV. Es ist kein einfaches Unterfangen, diese Leine mit Hilfe von Wurfhaken zu fangen, aber die kompetente Decksbesatzung kann eine fast 100% Trefferquote verzeichnen. Ist die Schwimmleine des AUV an Deck,  wird sie mit dem  LARS verbunden und das Fahrzeug wird aus dem Wasser gehoben. Nach einer kleinen Reinigungssession geht’s über das Schienensystem endlich wieder in den Container.

Sofort wird das Kamerasystem an einen Rechner angeschlossen. Voller Erwartung auf viele schöne Bilder, starren Wissenschaft und AUV-Team auf den Bildschirm. Mal wieder sind alle glücklich und es sind ein paar sehr beindruckende Aufnahmen dabei. Jetzt noch fix die Batterien laden, denn bald geht es wieder los ins dunkle Unbekannte!

Lars Triebe – GEOMAR/AUV-Team



AUV ”Abyss” Alone in the darkness

The sun left the bright horizon of the Pacific Ocean long ago. Only the moon lightens up the surface of the ocean with a depth of 4.000m. Now the big moment for Abyss has come. Every two or three nights the AUV dives into a 16-hours-adventure.

It’s already dive Nr. 17, which is a new record within one expedition. The AUV now starts with a newly developed camera system, which we use for the first time, so our enthusiasm is huge. The system works fine and takes a lot of good pictures, which is a great validation for the long time of development.

The predive-check was successful, so we’re getting started! We open the doors of the container and the AUV shows up. Now it has to be pulled out of the container by us AUV-Engineers into the LARS (Launch and Recovery System). After one more final check of the camera system and the LED-Segment Abyss is finally ready to dive.

The bridge informs us, when we reached our position. Then, the team leader lifts up his thumbs, the LARS lifts up the AUV and lets it down slowly into the water by its hydraulic system. The AUV must be maneuvered manually after being released from the LARS, until there is a security distance to the ship. The mission starts as soon as this distance is reached. Abyss uses the power of its propeller and its fins to dive down in a few seconds. Now the vehicle works autonomous without any cable connection to the ship, which is a huge advantage, because other gears can be used in the meantime.

After 14 hours alone in the darkness the batteries of the AUV are almost empty, thus it is time to come „home“. After two more hours Abyss reaches the surface, sending us its position for recovery. With a LED-Flash the AUV shows where we can pick up the vehicle. The recovery always takes place at the starboard side. Via WLAN we release the Pick-Up-Float and the crew tries to catch the float with a throwing-hook, which has a hit-rate of almost 100 percent. After the float is picked up on deck, the AUV will be connected with the LARS, which pulls the vehicle up again. Then a small cleaning session follows, so the AUV can get back into the container.

The time between the pop up and the recovery is not so easy to manage for the chief scientist. He always has to minimize the timeslot to prevent a big drift of the AUV. It’s a big challenge because other gears are used in the same time.
After the dive the camera of the AUV and other sensors show what happened on the seafloor. Abyss already covered during this cruise a region of around 1153 km. The pictures are taken 7.5 m above the seafloor and there is a lot to be discovered: sea urchins, sea cucumbers, sponges, shrimps and above all manganese nodules. Thus, these discoveries make all the scientists on board very happy. So far, this was the tenth dive with the new camera on this cruise with an amount of 193.309 pictures.

But now the batteries of the AUV have to be charged quickly, because the next dive into the darkness is already planned.

Lars Triebe – GEOMAR/AUV-Team



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3 Kommentare zu "AUV „Abyss“ – Alleine in der Dunkelheit "

Charlesrot schrieb am 13.06.2017 um 19:53
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