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MSM55 - ARCA

Fast am Ziel

16.06.2016, 14:17

Arctic Carbonate Factories (Svalbard) - M.S. Merian 55

Wenn alles nach Plan läuft, erreichen wir morgen Vormittag Spitzbergen und in der Nacht zum Donnerstag können die ersten Vermessungen im Arbeitsgebiet vorgenommen werden. Noch spielt sich das Leben an Bord gemächlich ab, doch die Vorbereitungen der wissenschaftlichen Experimente sind in vollem Gange.

Von Viola Kiel

Mit 14 Knoten rauscht die Maria S. Merian in nord-östlicher Richtung über die spiegelglatte See. An Bord herrscht gemütliche Geschäftigkeit, denn morgen, am Mittwoch, hat die Forschergruppe ihr Ziel erreicht: das Archipel Svalbard mit seiner Hauptinsel Spitzbergen. Für die geplanten Experimente und Untersuchungen wird in der verbleibenden Zeit getüftelt und geschraubt, damit vor Ort direkt gestartet werden kann.

Armin Form (vorne) und Janina Büscher vom GEOMAR behalten beim Experimentaufbau im Decklabor den Überblick.
Armin Form (vorne) und Janina Büscher vom GEOMAR behalten beim Experimentaufbau im Decklabor den Überblick. © Viola Kiel

Was hier wie Schnapsgläser aussieht, sind sogenannte Bioreaktoren. Rhodolithe aus der Mosselbukta sollen in diesen Behältnissen Gasgemischen mit erhöhtem CO2-Gehalt ausgesetzt werden.
Was hier wie Schnapsgläser aussieht, sind sogenannte Bioreaktoren. Rhodolithe aus der Mosselbukta sollen in diesen Behältnissen Gasgemischen mit erhöhtem CO2-Gehalt ausgesetzt werden. © Viola Kiel

Auch am Montag hat es das Wetter gut mit uns gemeint: Als wir, mittlerweile 600 Kilometer nördlich von Island, an der Insel Jan Mayen vorbeifahren, verschwinden auf einmal die Wolken und der Vulkan Beerenberg zeigt sich in seiner ganzen Pracht.

Der über 2000 Meter hohe Beerenberg auf der Insel Jan Mayen sonnt sich friedlich. Dabei kann der Vulkan auch anders.
Der über 2000 Meter hohe Beerenberg auf der Insel Jan Mayen sonnt sich friedlich. Dabei kann der Vulkan auch anders. © Solvin Zankl

Vor gut 30 Jahren hat der Beerenberg das letzte Mal Feuer gespuckt. Er ist der nördlichste aktive Vulkan über dem Meeresspiegel. Unter norwegischer Flagge beherbergt die Insel Jan Mayen eine Forschungsstation, die von einer Hand voll Wissenschaftler betreut wird.

So schön die Überfahrt von Island nach Spitzbergen auch ist, langsam wird es Zeit, dass der wissenschaftliche Teil des Abenteuers beginnt. Auch Fahrtleiter Max Wisshak von SENCKENBERG am Meer in Wilhelmshaven freut sich, wenn morgen mit dem Transit von Island die erste Etappe geschafft ist.

Der Meeresgeologe Max Wisshak (rechts) ist Leiter der Expedition ARCA. © Sebastian Teichert
Der Meeresgeologe Max Wisshak (rechts) ist Leiter der Expedition ARCA. © Sebastian Teichert

In Spitzbergen müssen die Forscher zuerst ein Gewehr abholen, bevor die MSM um die Insel herum ins nördliche Arbeitsgebiet fährt. Landgänge sind nur bewaffnet erlaubt, denn Spitzbergen ist eine Eisbären-Hochburg und zur Notwehr ist das Mitführen einer Waffe Vorschrift.

Welche Schätze der Natur wohl am Boden der Mosselbukta schlummern? Welche Organismen werden die Wissenschaftler finden und was wollen sie mit ihnen anfangen? Wir werden einige Tage im ersten Arbeitsgebiet verbringen und das Forscherteam wird baggerschaufelweise Daten sammeln und auswerten. Es bleibt spannend!



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