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SO 250 KuramBio II Blog

Abgelegt // Sailing

16.08.2016, 14:45, Kommentare 1 Kommentar

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FS Sonne, 16. August 2016

Vierzig Wissenschaftler aus 9 Nationen (17 Deutsche, 12 Russen, 3 Japaner, 2 Polinnen, 2 Franzosen, 1 Koreaner, 1 Tschechin, 1 Mexikanerin, sowie 1 Spanier) wurden für die Expedition KuramBio II (SO 250) in Tomakomai (Japan, Hokkaido) am 15. August auf FS Sonne gebracht. Wir begannen noch am Nachmittag  mit dem Auspacken der Container sowie den Aufbauarbeiten in den Laboren. 

Wissenschaftler der SO Expedition (c)Riehl
Wissenschaftler der SO Expedition
(c)Torben Riehl

Entladen der Container (c)Brandt
Entladen der Container
(c)Angelika Brandt

Alle Geräte und Computer, die später gebraucht werden, um die Fauna des Tiefseemeeresbodens zu analysieren, mussten installiert und gut fixiert werden. Um an Bord arbeiten zu dürfen, müssen sowohl Seeleute als auch Wissenschaftler für Notfallsituationen vorbereitet sein und müssen daher eine obligatorische Sicherheitsübung absolvieren. Kenntnisse über das Verhalten im Falle eines Brandes, einer Überschwemmung oder eines „Mann-über-Bord-Manövers“ bedürfen einer gewissenhaften theoretischen und praktischen Übung die gleich am ersten Tag durchgeführt wurde. Dieses beinhaltet auch einen informellen Rundgang über das FS Sonne sowie den Besuch der Rettungsboote unter Aufsicht des Sicherheitsoffiziers. Es wurde den Wissenschaftlern nahegelegt, sich mit den Fluren, Laboren und der neuen Schiffsumgebung vertraut zu machen.

FS Sonne (c)Angelika Brandt
FS Sonne
(c) Angelika Brandt

Wir haben heute um 9 Uhr abgelegt und wie Kapitän und Mannschaft vorausgesagt haben hat uns der Nebel bereits fest in den Klauen und auch in unserem Untersuchungsgebiet, dem Kurilen Kamtschatka Graben erwarten uns kein besseres Wetter. Der Nebel ist das Resultat der thermodynamischen Reaktion zwischen dem kalten Meer und der heißen Sonne durch die Konvektion südlicher warmer Strömungen (Kuroshio) mit nördlichen kalten Wassermassen (Oyashio). Aber bereits kurz vor 12 während der Mittagszeit wurden Wissenschafter und Besatzung durch das Sichten einer Schule von Pottwalen belohnt, deren Blas, Köpfe oder Rücken immer wieder zu sehen waren.

Ablegen und Auslaufen im Nebel (c)Brandt
Ablegen und Auslaufen im Nebel
(c) Angelika Brandt

In die Region des NW Pazifik wurden bereits mehrere Expeditionen unter deutscher oder russischer Leitung durchgeführt. Das Japanische Meer ist durch Meeresstraßen relativ stark isoliert und wurde während der russisch-deutschen Expedition SoJaBio (Sea of Japan biodiversity study) in 2010 von dem russischen Forschungsschiff Akademik M.A. Lavrentjev untersucht. 2012 sind wir dann mit dem alten Forschungsschiff Sonne in das offene Abyssal der Kurilen Kamtschatka Region gefahren, um die faunistische Zusammensetzung dieser beiden Regionen zu vergleichen, wobei wir damals zwischen ca. 4700-5700 m operiert hatten. Das Ochotskische Meer zeichnet sich durch eine ähnliche Tiefe wie das Japanische Meer aus (ca. 3500-3700 m), ist jedoch weniger stark isoliert wie das Japanische Meer und durch die Krusenstern Straße (1920 m) und Bussol Straße (ca. 2500 m) mit dem NW Pazifik verbunden. Dazwischen liegt jedoch der tiefe Kurilen-Kamtschatka Graben (KKT) mit mehr als 9500 m Tiefe. Wir stellen uns daher die Frage, ob der Graben möglicherweise eine Isolationsbarriere für die Fauna des Ochotskischen Meeres darstellt, oder ob er von allen Tiergruppen  passiert werden kann, egal, ob die Arten Brutpflege betreiben oder sich über Larven verbreiten. Aus diesem Grunde wollen wir verschiedene Tiefenstufen im tiefen Grabensystem beproben, um Aussagen über mögliche biogeographische Beziehungen der Fauna verschiedener Größenklassen in der Region und mit den umgebenden Meeren machen zu können.

geblogged von:
Angelika Brandt
Centrum für Naturkunde, Zoologisches Museum, Universität Hamburg, Fahrtleiterin


Sailing!

 

Fourty 40 scientists from 9 countries (17 Germans, 12 Russians, 3 Japanese, 2 Polish, 2 French, 1 Korean, 1 Czech, 1 Mexican, as well as 1 Spanish for the expedition KuramBio II (SO250) boarded in Tomakomai (Japan, Hokkkaido) on RV Sonne, and began unpacking of the containers, preparations in the laboratories in the afternoon of the 15th August.

Scientists of SO Expedition (c)Riehl
Scientists of SO Expedition
(c) Torben Riehl

Unloading of Containers (c) Brandt
Unloading of Containers
(c) Brandt

All gear which will be needed for the investigation the fauna on the ocean floor has to be assembled and well fixed on board for reasons of security. In order to stay on board, sailors and scientists also have to be ready for emergency situations, and undergo the mandatory safety drill. Understanding the risks and how to behave in case of fire, flooding or man overboard maneuvers necessitate a thorough theoretical and practical training. This includes an informative tour around RV Sonne and a visit to the safety boats under the supervision of the second mate, safety officer. In the ship corridors and laboratories, he advised us to get familiar to our new ship environment and notices.

FS Sonne (c)Brandt
RV Sonne
(c)Angelika Brandt

We have left port today at 9 am and as captain and crew predicted, we already had fog at that time and in the Kurile Kamchatka Trench (KKT) we are not awaiting any better conditions. The fog is the result of the thermodynamic reaction between the colder sea and hot sun through the convergence of warm currents from the south (Kuroshio) with northern, cold currents from the north (Oyasio). However, already during lunchtime scientists and crew were rewarded and sighted sperm whales surrounding the ship showing the blows, heads or backs.

Sailing in the fog (c)Brandt
Sailing in the fog
(c) Angelika Brandt

The area of the NW Pacific has already been investigated during several expeditions under German or Russian leadership. The deep-sea basin of the Sea of Japan is relatively isolated through shallow straits and has been sampled during the Russian-German SoJaBio (Sea of Japan biodiversity study) expedition from board of the RV Akademik M.A. Lavrentjev in 2010. In 2012 we went on an expedition with the old German research vessel Sonne to the abyssal plain of the Kuril Kamchatka area in order to compare the faunistic composition of these regions, we samples the deep sea between 4700 and 5700 m depth. In 2015 the expedition onboard the RV Akademik M.A. Lavrentjev was carried out to the Kurile Basin of the Sea of Okhotsk. It  is characterized by a similar depth like the Sea of Japan basin (3500-3700 m), however, it is less isolated due to the Krusenstern Strait (1920 m) and Bussol Strait (about 2500 m) connecting this basin with the NW Pacific. The Kuril-Kamchatka Trench (KKT), however is very deep (>9500 m) and we wonder whether it might isolate the fauna of the Sea of Okhotsk from the abyssal NW Pacific regardless of the development of the organisms (directly via brooding or via larvae). For this reason we aim to investigate different depths in the hadal trench, in order to gain insight into potential biogeographic relationships of the fauna of different size classes of the area with those of the adjacent seas.

blogged by
Angelika Brandt
Centrum für Naturkunde, Zoologisches Museum, Universität Hamburg, Fahrtleiterin

 

 



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