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SO 250 KuramBio II Blog

Einkaufen // Shopping

24.08.2016, 11:28

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Tagebucheintrag, 24.August 2016

Wenn man seinen Koffer für eine sechswöchige Schiffsreise ohne Zwischenstopps packt, wird man ständig von einem Gedanken verfolgt: „Was hab ich vergessen?“. Was, wenn man erst an Bord feststellt, dass man seine Zahnbürste im Bad liegengelassen hat oder einem bereits nach 3 Wochen das Duschgel ausgeht? Muss man deswegen im Vorhinein sicherheitshalber alles doppelt und dreifach kaufen und dafür nur zwei Paar Socken einpacken (die man ja waschen kann), damit alles in den Koffer passt?

Zum Glück nicht, denn für solche Fälle gibt es den schiffseigenen Shop unter der Führung von Chief Steward René Lemm, der an drei Tagen die Woche für eine halbe Stunde nach dem Abendessen geöffnet hat. Hier findet man alles, was der Seereisende zum Überleben braucht und mehr. Das Warenangebot reicht von Duschgel, Shampoo, Zahnpasta über Schokolade, Weingummi und Chips bis zum Feierabend-Bier (Stammmarke: Jever! Da macht René keine Experimente…) und FS-Sonne-Souvenirs, wie T-Shirts, Tassen und Schlüsselanhänger.

Warenauslage im Durchgang zur Messe. Überblick über das Sortiment des Bord-Shops. © Nele Heitland
Warenauslage im Durchgang zur Messe. Überblick über das Sortiment des Bord-Shops
© Nele Heitland

Dabei bemüht sich René sein Sortiment ständig zu erweitern und immer wechselnde Waren im Angebot zu haben, sodass es auch für die Crewmitglieder, die über mehrere Monate am Stück unterwegs sind, immer mal wieder was Neues im Shop zu entdecken gibt. Demnächst sollen zum Beispiel Parfums und Pralinen dazukommen, die sich auch mal gut verschenken lassen, wenn jemand unterwegs Geburtstag hat. Gerade zu besonderen Jahreszeiten, wie rund um Weihnachten, achtet René darauf, dass der Shop mit Dingen ausgestattet ist, die „auch mal ein Lächeln aufs Gesicht bringen“, wie zum Beispiel Überraschungseier. Und wenn akuter Notstand herrscht, weil die Vorräte sich dem Ende neigen, geht René beim nächsten Landgang auch schon mal selbst zum Großeinkauf. So zum Beispiel letztes Jahr vor Weihnachten in Chile, damit die Mannschaft zu den Feiertagen nicht auf die Dinge verzichten muss, die zu Weihnachten einfach dazugehören.

Chief Steward René Lemm im Bord-Shop der FS Sonne. © Nele Heitland
Chief Steward René Lemm im Bord-Shop der FS Sonne
© Nele Heitland

Normalerweise werden die Waren aber immer drei bis sechs Monate im Voraus bei der Reederei bestellt und dann zum entsprechenden Zielhafen der FS Sonne geliefert. Dabei ist es gar nicht so einfach die Bestellung zu kalkulieren, da die Anzahl der Fahrtteilnehmer genau so schwankt, wie deren Kauflust. Ist die FS Sonne in warmen Gebieten unterwegs, sind zum Beispiel alle Arten von Getränken sehr beliebt, während in den kälteren Zonen vor allem die Süßigkeiten schnell ausgehen. Gleichzeitig muss René bei seiner Bestellung aber auch immer das Haltbarkeitsdatum der Lebensmittel im Auge behalten, die nicht unbegrenzt lange gelagert werden können. Durch diese ganzen Unwägbarkeiten kann es auch schon mal zu Engpässen in einem bestimmten Warensegment kommen.

Die Teilnehmer der uns vorangegangenen Expedition schienen zum Beispiel außerordentliche Genussmenschen zu sein, sodass bei Fahrtantritt von SO250 die Vorräte an Schokolade und Rotwein bereits fast vollständig aufgebraucht waren. Dies führte zu einem eilig vor den Emigrationstermin eingeschobenen Hamsterkauf im hafennahen Supermarkt „MaxValu“ in Tomakomai, bei dem jeder, der wollte, noch mal seine privaten Vorräte an Schokolade und Rotwein auffüllen konnte.

Warenregale im Supermarkt von Tomakomai, a) Tütensuppen-Regal, b) Schokoladen-Regal, c) Spirituosen-Regal. Die Verteilung der Geschlechter vor den unterschiedlichen Warenregalen ist natürlich eine rein zufällige Momentaufnahme. © Nele Heitland
Warenregale im Supermarkt von Tomakomai, a) Tütensuppen-Regal, b) Schokoladen-Regal, c) Spirituosen-Regal. Die Verteilung der Geschlechter vor den unterschiedlichen Warenregalen ist natürlich eine rein zufällige Momentaufnahme
© Nele Heitland

Während der Fahrt wird für jeden, der im Bord-Shop einkauft, ein Zettel zum Anschreiben angelegt, sodass man nicht immer daran denken muss Bargeld aus der Kammer mitzunehmen, wenn man direkt nach dem Abendessen einkaufen möchte. Die Abrechnung erfolgt immer zum Monatsende. Die durchschnittlichen monatlichen Einkaufsbeträge der Seefahrer liegen laut René zwischen 20-120 €. Der bislang höchste Betrag, den er jemals abgerechnet hat, lag bei über 500 €, wobei solchen Beträgen oft ein besonderer Anlass zugrunde liegt, wie zum Beispiel ein Geburtstag, bei dem jemand eine Runde für das ganze Schiff spendiert hat.

Mein Rechnungsbetrag für August, so viel kann ich ja mal verraten, liegt aktuell bei 12,56 €. Da ist also noch Luft nach oben. In diesem Sinne: Frohes Shoppen!

geblogged von:
Nele Heitland
Centrum für Naturkunde, Zoologisches Museum, Universität Hamburg


 

Daily log, 24.August 2016

Shopping

 

While you are packing your bags for a six-week cruise without any stops in between, there is one thing you are constantly thinking about: „What did I forget?” What if I just realize on board that I forgot my toothbrush at home or what if I am running out of shower gel after three weeks? Do I have to pack a double and triple version of anything, just to be prepared, and therefore only pack two pairs of socks (which you can wash), so that everything fits into the luggage?

Fortunately, that is not the case, because of the board-shop, lead by Chief Steward René Lemm, which is opened three days a week for half an hour after dinner. Here, you can find anything a sea traveler needs for survival and more. The inventory comprises shower gel, shampoo and toothpaste as well as chocolate, candies, potato chips and beer (most favored brand: Jever! “No experiments with that…” says René) besides FS Sonne souvenirs like t-shirts, mugs and key chains.

Inventory of the board-shop on the hallway to the mess room. © Nele Heitland
Inventory of the board-shop on the hallway to the mess room
© Nele Heitland

René attempts to steadily expand the range of goods and to change the assortment regularly, so that crew members, who spend several months at sea, also find something new to buy once in a while. For example, he plans to add perfume and pralines to the stock soon, as they also serve as nice presents for birthdays on board. Particularly during special seasons, like Christmas time, René takes into consideration that the shop provides goods, which “bring a smile to your face”, e.g. “Überraschungseier” (a hollow chocolate egg with a ‘surprise’, like a little toy, inside). And in emergency cases, like when the shop runs out of certain items shortly before Christmas, René himself goes shopping at the next harbor city, which just happened last year at Chile, to ensure that the crew does not need to miss any typical Christmas goodies.

Chief Steward René Lemm at the board shop of FS Sonne. © Nele Heitland
Chief Steward René Lemm at the board shop of FS Sonne
© Nele Heitland

Usually, the supplies are ordered three to six month in advance and get delivered to the next harbor stop of FS Sonne respectively. But it is not easy to calculate the order, as the number of expedition-members changes as much as their preferences for certain goods. While cruising throughout warm areas, all kinds of beverages are very popular, whereas in cold areas sweets tend to be sold out quickly. At the same time, René has to consider the sell-by date of the foods, as they cannot be stored for unlimited time. Due to all these facts, a shortage of certain goods can occur temporarily.

The members of the previous cruise, for example, seemed to be quite hedonistic, regarding the consumption of chocolate and red wine. Thus, the stocks were almost empty at the beginning of cruise SO250, which lead to a hasty panic-buying, shortly before emigration, at the local supermarket “MaxValu” in Tomakomai, so that everybody could fill up his private provisions of chocolate and red wine.

Shelves of goods at the supermarket of Tomakomai, a) shelf with instant-soup, b) shelf with chocolate, c) shelf with liquor. © Nele Heitland
Shelves of goods at the supermarket of Tomakomai, a) shelf with instant-soup, b) shelf with chocolate, c) shelf with liquor. © Nele Heitland

During the cruise, everybody notes his or her shopping items on a list at the shop, hence one does not need to remember to bring cash from the cabin to go shopping after dinner. The bill is handed out by René at the end of every month and all items on the list can be paid at once. On average, the cruise members spent 20-120 € per month and person at the shop. The maximum bill that René ever issued to somebody came to more than 500 €. But such sums are usually linked to special occasions, like a birthday party.

My monthly bill for August, as far as I can tell, comes to 12.56 €. So there is still some room for further expenses….

Happy shopping

blogged by:
Nele Heitland
Centrum für Naturkunde, Zoologisches Museum, Universität Hamburg

 

 




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