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SO 250 KuramBio II Blog

Die fabelhafte Welt der Bathymetrie // The Fabulous World of Bathymetry

02.09.2016, 12:35

Russian Version

 

Tagebuch, 2.September 2016

Ich studiere Geomatik mit dem Schwerpunkt Hydrographie im Master und hatte das große Glück gefragt zu werden, ob ich in Vertretung für eine Kollegin, die kurzfristig absagen musste einspringen könnte, um die Bathymetrie (Erfassung der Meeresbodentopografie) für diese Expedition zu machen. Beflügelt, aber auch mit  Ehrfurcht sagte ich zu, denn es ist das erste Mal, dass ich so einen kompletten Workflow allein bewältigen muss. Dieser beinhaltet, bevor es an die Erfassung des Meeresbodens geht, die Planung der Wegpunkte, die der Brücke für die Route mitgeteilt werden müssen und die Erfassung eines Schallprofils (Schallgeschwindigkeit im Wasser) mit Hilfe der CTD. Letzteres ist wichtig für das Fächerecholot (EM122 Kongsberg), welches mit Hilfe von akustischen Signalen die Tiefe misst und aus diesen Messungen ein Model des Meeresbodens erstellt. Durch eine falschbemessene Schallgeschwindigkeit käme es sonst zu fehlerhaften Tiefenmessungen. Nach der Datenerhebung geht es dann ans postprozessieren, wobei fehlerhafte  Echos z. B. durch Reflektionen an steilen Bereichen oder durch Dingen in der Wassersäule herauseditiert werden.  Danach erhält man ein sehr anschauliches Ergebnis, welches in ein GIS zur Einbettung in Karten oder zur Planung der Geräteeinsätze genutzt werden kann.

 Der erste Arbeitseinsatz war natürlich ein Klassiker. Zwar hatte ich ganz viel Unterstützung vom WTD (Danke Leute!!!) was das Arbeiten mit dem Fächerecholot angeht, aber als dann das Nachbearbeitungs-Programm mehrmals zusammengebrochen ist und sich dann irgendwann die Brücke meldete stellte ich fest, dass ich keine Ahnung hatte wie die Kommunikationsgeräte hier funktionieren. Mittlerweile war natürlich auch Nacht und gähnende Leere auf den Gängen. Gott sei Dank fand sich dann doch ein hilfsbereites Crewmitglied. Und für mein Programmproblem, hatte ich geduldige und kreative Unterstützung aus der Heimat. Auch Dir Vielen Dank für die lange Nacht, Du hast mich gerettet!

Die folgenden Einsätze waren dann zum Glück weniger stressig und schon bei dem dritten Gebiet waren die meisten Abläufe und Klicks Routine. Und auch die Befürchteten langen einsamen Stunden vor den Monitoren (es sind sooo viele und ich nutze tatsächlich den größten Teil) blieben bislang aus. Schließlich bin ich hier der Exot zwischen den Biologen. Immer wieder erhalte ich lieben und interessierten Besuch von den Wissenschaftlern und auch der Crew.

Hydoakustikzentrale. © Melanie Steffen
Hydoakustikzentrale
© Melanie Steffen

In diesem Graben kartieren zu dürfen ist eine Aufgabe, die mich stets neugierig auf den nächsten Abschnitt macht, wie bei einem Puzzle. Zunehmend lassen sich die interessanten Strukturen und auch einige Abflusssysteme aus dem Ochotskischen Meer erkennen.

 Bathymetriekarte – Verlängerung der Bussol Straße. © Melanie Steffen
 Bathymetriekarte – Verlängerung der Bussol Straße
© Melanie Steffen

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung, denn ich lerne hier fachlich so viel und so intensiv wie noch nie zuvor. Auch bin ich froh in eine neue Gruppe zu kommen, die so hilfsbereit, liebenswert, sympathisch und humorvoll ist. Ich fühle mich sehr wohl und gut aufgehoben hier an Bord und dem Wissen, dass zuhause auch noch Leute sind, die für mich da sind. So bin ich hier als Hydrographin zwar allein, aber ich nicht einsam.

geblogged von:
Melanie Steffen
HafenCity Universität Hamburg


 

Daily log, 2.September 2016

The Fabulous World of  Bathymetry

 

I study Geomatics with specification in hydrography and was lucky to be asked, if I would joining this cruise to do the bathymetry as a replacement for a colleague who had to pull out in the last moment. I was exuberantly happy but also very awestruck about this opportunity, because I never had to manage a whole workflow before.  This includes preparations like setting waypoints and communication to the bridge, generating a sound velocity profile by the mean of a CTD. This profile is important due to the fact that the bathymetry is surveyed by a multibeam echosounder (EM122 Kongsberg), which is measuring the depth by acoustic signals. So a wrong sound velocity might lead to wrong depth measurements. From the received signals a model of the seafloor will be estimated. This will be post-processed by editing blunders, which may result from steep areas or things swimming in the water column. After this step a very descriptive model is made. It’s very useful for planning the optimum position for the sampling devices and to integrate the track into am map (e.g. via GIS).

The first day of mapping was a typical one. There was a lot of help from the WTD people (thanks a lot guys!!!) regarding the multibeam. But the real problem started, when the post-processing program crashed.. again and again. Than the bridge was calling and at this time it was me realizing that I had absolutely no clue how to use these communication devices. Not to mention that it was late night by then and nearly everyone seemed to be asleep. Luckily someone from the crew finally passed my way and was so kind to help me with my disability of communication.

The post-processing program took a while longer to solve, but I was lucky, relieved, thankful and happy to have my support from home, who had good ideas. Thank you for staying up so long, you just recovered me!

My following activities can be described as way less stressful. At the 3rd area most of my clicks were done by experience. And luckily it was not loads of hours alone in front of my monitors (there are so many), because I’m the only one mapping. Every now and then someone nice sneaks in to have a look or little conversation.

Bathymetry center. © Melanie SteffenBathymetry center
© Melanie Steffen

It really is a pleasure to map in this trench, because it brings up exiting up very exiting bathymetry. Some interesting outflows of the Sea of Okhotsk becomes visible also. That makes you curious for the next part to map. It is like a deep sea puzzle.

Bathymetry map – Extension of the Bussol Strait. © Melanie Steffen
Bathymetry map – Extension of the Bussol Strait
© Melanie Steffen

I’m very thankful for this experience, because everything I learn here is so much more intensive than any other way of learning. Additionally to that, it is awesome to become part of a group that is so helpful, endearing and humorous, meaning everyone on the ship. I’m feeling very comfortable and there is also this feeling of awesomeness knowing that back home are also people that care. As a hydrographic am solitary but I am not lonesome.

blogged by:
Melanie Steffen
HafenCity University of Hamburg



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