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SO 250 KuramBio II Blog

Die Abteuer mit dem Tiefseeschlamm // The adventures with deep sea mud

05.09.2016, 11:53

Russian Version

 

Tagebuch, 5.September 2016

Die Zeit rast und wir haben bereits in der Mitte der Expedition erreicht. Gestern sind wir in den nebeligen nördlichen Bereich des Kurilen-Kamtschatka Grabens zurückgekommen und haben die Probenahme wieder aufgenommen. Am sehr frühen Morgen kam der Großkastengreifer mit Sediment von einer der tiefsten Grabenstationen unserer Expedition zurück an Deck. Es ist erstaunlich die Sedimente und Organismen zu sehen und zu berühren, die aus mehr als acht Kilometern Tiefe unter der Meeresoberfläche an Deck kommen.
Zum Glück haben wir zwei Octonauten an Bord, die den Wissenschaftler bei ihren Aufgaben helfen.

links, Anna macht Fotos, die Oktonauten assistieren; rechts, die Oktonauten helfen Valentina den Kern zu bearbeiten. © Jiřina Stehlíková
links, Anna macht Fotos, die Oktonauten assistieren;
rechts, die Oktonauten helfen Valentina den Kern zu bearbeiten
© Jiřina Stehlíková

Meine “Wächter“ hat mir mein kleiner Sohn Ondra gegeben. Er ist zu Hause in Schottland und ich vermisse ihn schrecklich. Es ist eine harte, aber spannende Aufgabe, diesen Tiefseeschlamm während der frühen Morgenstunden zu bearbeiten und nach den kleinen Organismen im Sediment zu suchen wenn es noch dunkel ist. Die Aufregung und Spannung möglicherweise eine besondere Entdeckung aus 8700 m Tiefe zu machen hilft den Wissenschaftlern früh aus dem Bett zu springen und an Deck zu arbeiten. Das Sediment schichtweise abzutragen und zu waschen klingt zunächst nicht besonders interessant, aber später die Ergebnisse zu sehen lohnt sich immer! Es wird sicherlich noch viele Stunden Zeit am Mikroskop oder im DNA-Labor nach der Expedition kosten, um alles Material analysiert zu haben, viele wunderschöne Tiere wurden aber bereits entdeckt und fotografiert. Während die Biologen relativ schnell erkennen können, dass sich ihr Arbeitseinsatz mit dem kaltem Wasser und den großen Mengen an Schlamm gelohnt hat müssen einige von uns noch abwarten bis alle Laborarbeit getan ist, was oft erst mehrere Monate nach unserer Rückkehr in die Heimatlabore der Fall ist.

Inna, Kirill und Johanna arbeiten im Nasslabor und helfen den Octonauten.  © Jiřina Stehlíková
Inna, Kirill und Johanna arbeiten im Nasslabor und helfen den Octonauten
  © Jiřina Stehlíková

Ich bringe alle meine gefroren Schlammproben nach Hause ins Labor. Dieses Material wird mindestens vier Wissenschaftler in den nächsten paar Monaten beschäftigen. Wir suchen dort unter anderem nach um Mikroorganismen, die mehr ca. 10 Zentimeter unterhalb der Sedimentoberfläche leben. Was erzählt uns das Sediment über das organische Material, das Futter für die Organismen, das am Meeresboden ankommt? Wie frisch ist es und wie viel Futter haben die Tiere dort unten in den großen Tiefen zur Verfügung? Wie alt sind die Sedimente und wann wurden sie am Meeresboden abgelagert? Ist die Ablagerung abhängig von der Wassermassenzirkulation?

Octonauts erforschen Steine, die aus 6 km Tiefe im Meer kommen.  © Jiřina Stehlíková
Octonauts erforschen Steine, die aus 6 km Tiefe im Meer kommen
  © Jiřina Stehlíková

Es gibt so viele Fragen an dem Tiefseeschlamm und ich hoffe, dass ich nach meinen Analysen wenigstens einige beantworten kann.
Schlamm, Schlamm und noch mehr Schlamm

geblogged von:
Jiřina Stehlíková
Scottish Marine Institute, Oban


 

Daily log, 5.September 2016

The adventures with deep sea mud

 

Time flies and we are already in the middle of the expedition.  Yesterday we arrived back to the foggy northern area of the Kuril trench and started sampling. Very early morning today we retrieved the first sediments from one of the deepest stations of this expedition located in the trench axis. It is amazing to be able to see and touch sediments and animals from the sea floor, which is more than 8 kilometres below the boat on the sea surface.
Luckily we have two Octonauts on board, who are helping the scientists with their tasks.

left, Anna taking photographs and assisting Octonauts; right, Octonauts helping Valentina with core slicing. © Jiřina Stehlíková
left, Anna taking photographs and assisting Octonauts;
right, Octonauts helping Valentina with core slicing
© Jiřina Stehlíková

My ‘guardians’ given to me by my little son Ondra, back home in Scotland, who I miss terribly. It is hard but exciting job, sieving mud during the early ours, still in dark, to find animals, so small that they can hardly be seen. The excitement about possible findings and the curiosity what can be hidden in the deep dark cold waters in nearly 9 km help the scientist to get out of bed before they would be willing to get up otherwise. Washing or slicing mud may not sound attractive to most of people but seeing the results is worthwhile. There will be surely long hours spend looking into a microscope or analysing DNA after the expedition is finished but some amazing animals were already photographed on board. While biologists can see that their work was worth all the discomfort of being covered in water and mud, some of us need to wait until the lab work is finished, in some cases several of months after our return.

Inna, Kiril and Johanna working in wet lab and assisting Octonauts. © Jiřina Stehlíková
Inna, Kiril and Johanna working in wet lab and assisting Octonauts
© Jiřina Stehlíková

I am bringing all ‘my’ frozen mud with me to the lab. This will make at least 4 people busy in the next couple months, looking at microorganisms possibly living tenth of centimetres underneath the sediment surface, how ‘fresh’ is the food, which arrived on the seafloor and how much of it is available to all living creatures, how ‘old’ are the sediment layers, were they deposited recently, does it have some correlation to the hydrology of the area?

Octonauts researching stones retrieved from 6km of depth. © Jiřina Stehlíková
Octonauts researching stones retrieved from 6km of depth
© Jiřina Stehlíková

There are so many questions to be answered and I hope I can after the analysis answer at least some.Mud, mud and more mud

blogged by:
Jiřina Stehlíková
Scottish Marine Institute, Oban



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