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SO 250 KuramBio II Blog

Walbeobachtungen im Pazifik // Whale watching in the Pacific ocean

19.09.2016, 09:07

Russian Version

 

Tagebuch, 17. September 2016

Alle Wissenschaftler sind  sehr aufgeregt wenn neues Tiermaterial aus den Tiefen des Kurilen-Kamtschatka Grabens das Deck des FS Sonne erreicht. Das ist natürlich auch das Ziel der Expedition! Wenn man aber im Pazifischen Ozean unterwegs ist gibt es auch sehr viel Leben vom Schiff aus zu sehen.
Seit wir Tomakomai verlassen haben stellen wir fest, dass wir hier draußen nicht allein sind. Bereits kurz nach dem Auslaufen gab es eine Ansage von der Brücke, dass eine Schule Wale ca. 50 m vor dem Schiff gesichtet wurde. Jeder ist sofort zum nächsten Fenster oder an Deck gelaufen. In der Tat waren diese wunderschönen Geschöpfe ganz nahe und haben sich ebenfalls auch für das FS Sonne interessiert. Drei Pottwale hatten dann auch ihre Köpfe aus dem Wasser gehalten und kraftvoll ausgeatmet. Es ist schade, dass wir kaum Möglichkeiten haben die marinen Säuger zu beobachten wenn das FS Sonne mit voller Geschwindigkeit fährt. Im südlichen Teil unseres Forschungsareals wurden wir einmal von mindestens 20 Grindwalen begleitet, die das FS Sonne von beiden Seiten passiert haben. Diese kleinen Wale ähneln Delphinen, sind aber etwas größer und fast schwarz.

Eine Robbe, die dem FS Sonne zuwinkt. © Pedro Martinez Arbizu
Eine Robbe, die dem FS Sonne zuwinkt
© Pedro Martinez Arbizu

Während der ersten Station hatten wir keine Chance Wale zu sehen, weil unser Schiff von dichtem Nebel umgeben war. Aber seit Anfang September sorgen kalte nördliche Winde von Sibirien für klares und sonniges Wetter. Daher gab es schon einige perfekte Tage, an denen man auch Zeit an Deck verbringen und das glatte Meer ansehen konnte. Irgendwann rief dann jemand „schau mal dort, dort sind Wale.“
An einem dieser Tage hatten wir Glück und konnten eine Schule von Finwalen ungefähr einen Kilometer vom Schiff entfernt beobachten. Diese Wale kann man gut an ihrem sehr hohen Blas identifizieren und auch an dem großen schwarzen Rücken mit der kleinen Rückenflosse. Am 14. September gab es noch einmal einen Glücksmoment für die Walbeobachter. Vom Balkon des gelben Decks aus sah Torben Wal-Blas, allerdings sehr weit vom Schiff entfernt. Ich konnte mich nicht beherrschen, rannte zur Brück und fragte nach Ferngläsern. Für mehrere Minuten konnte ich so drei riesige (vermutlich) Blauwale an einer Stelle beobachten, die offensichtlich an einer Stelle gemeinsam fraßen und sehr viel atmeten. Ich konnte insgesamt 39 Mal ihren Blas zählen bevor sie wieder in der Tiefsee verschwanden.

Grindwale. © Alexandra Petrunina
Grindwale
© Alexandra Petrunina

Unser Forschungsschiff scheint aber auch für andere marine Säuger interessant zu sein. So hatten wir auch einmal eine Robbe in ca. 20 m Entfernung vom Schiff. Zunächst dachten die Wissenschaftler, dass es sich um ein Stück Treibholz handeln würde, doch plötzlich hat uns das Treibholz mit der Flosse „hallo“ gewunken. Manchmal in der Nacht kommen Seelöwen nahe zum Schiff wenn unsere Geräte eingesetzt werden. Sie werden dann vom Licht angezogen, oder besser von den Fischen, die sie jagen und die selbst wiederum das vom Licht angezogene Plankton fressen. Zu unserer großen Freude ist ein sattes Tier eines Nachts ganz lange in der Nähe unseres Schiffes geblieben und hat mit einem Fisch gespielt und uns begleitet.

Walbeobachter auf dem Peildeck  © Alexandra Petrunina
Walbeobachter auf dem Peildeck 
© Alexandra Petrunina

Ich glaube ich werde mein ersten Walbeobachtungen niemals vergessen. Wenn man einmal diese großen, kräftigen und wunderschönen Tiere im Meer gesehen hat, dann kann man nicht aufhören davon zu träumen ihnen noch einmal zu begegnen.

geblogged von:
Alexandra Petrunina
Staatsuniversität Moskau und
Gennady Kamenev
A.V. Zhirmunsky Institut für Marine Biologie, Wladiwostok


 

Daily log, 17. September 2016

Whale watching in the Pacific ocean

 

Everyone of our scientific team is so excited to see and investigate what is brought on board from incredible depths of the KKT. This is in fact the aim of our cruise. However, when you are on a Research vessel in the open Pacific, there is so much to see and admire directly in the water around.
Once leaving the port of Tomakomai we already realised that we are not alone here. There was an announcement from the Bridge that a group of whales could be seen swimming only 50 meters away from the vessel. Everyone rushed to the windows and in fact there were these gorgeous strong creatures heading in the same direction as the ship and quite interested to have a look at Sonne. Three sperm whales were showing their heads and breathing with fountains. Unfortunately when Sonne is steaming with almost full speed, there is only little time to observe these beautiful  mammals. While still in the southern part of our research polygon we were once  accompanied by al least twenty Grind whales that were taking over Sonne from both sides. These small whales resemble common dolphins but are bigger and have almost black colour.            

A seal waving hello to the RV Sonne scientists. © Pedro Martinez Arbizu
A seal waving hello to the RV Sonne scientists
© Pedro Martinez Arbizu

During the first stations we didn't have any chance to try whale watching, because Sonne was all the time covered with thick fog.  But already in the beginning of September cold Northern winds from Siberia cleared the sky from clouds and fog. So we had several perfect days to spend some time at the upper deck looking at the absolutely still ocean and ready to shout out loud “Look! Here they are, the Whales!!”.
One of these days we were lucky enough to observe a group of Fin whales at the distance of about one kilometre from our ship. These whales could be distinguished by very high fountains and flat dark back with a very small dorsal fin.
The 14th of September was another lucky day for whale lovers. We were hanging out at the “balcony” deck, when Torben saw huge fountains but very far away from our  vessel. I couldn't resist and ran to the Bridge to ask for binoculars. For several minutes I was observing a group of two or three probably Blue whales feeding at one spot and breathing a lot. I could count as many as 39 fountains before they went down to the abyss.   

Grind whales © Alexandra Petrunina
Grind whales
© Alexandra Petrunina

Actually, our research vessel seems to be very attractive for other marine mammals. We had a chance to observe a seal relaxing in the water maybe 20 meters from our board. At first, experienced marine biologists identified it as a floating peace of wood. But than this floating tree trunk waved us Hello!

Whale watchers on the upper deck  © Alexandra Petrunina
Whale watchers on the upper deck 
© Alexandra Petrunina

Sometimes during the night, when the gears are being deployed, we could look at sea lions coming right to our board. Here, in the spot light of the powerful projectors the sea lion can easily catch fish which aggregates in the illuminated area. To our excitement,  once full with fish it still could stay with us for a while just to swim around and play with its prey.  
I guess I will never forget my first true whale watching experience. Once you see these enormously big, powerful, life loving creatures in the wild you can't help dreaming of meeting them again. 

blogged by:
Alexandra Petrunina
Staatsuniversität Moskau und
Gennady Kamenev
A.V. Zhirmunsky Institut für Marine Biologie, Wladiwostok

 

 

 

 




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