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Mongolei-Blog

12.08.2016 - An der "Mäusequelle"

20.09.2016, 14:13

Heute fahren wir nicht so lange. Unser Ziel für Camp 3 ist Ar Toilbo. Bei einer kurzen Rast treffen wir auf zwei Reiter, die im Wald Blaubeeren sammeln. Sie setzen sich kurz zu uns und bekommen Airag (vergorene Stutenmilch) angeboten, den wir zuvor auf einer kleinen Farm gekauft hatten. Sie unterhalten sich mit unseren mongolischen Freunden; das ist so üblich, wenn man jemanden unterwegs trifft.

(c) K. Lammers

Unser neues Lager schlagen wir an einem kleinen Bachlauf auf. Wir müssen der Quelle sehr nahe sein, denn das Wasser ist eisig kalt. Gleich nach unserer Ankunft legen wir die Traplines im Lärchenwald mit sekundärer Birke aus. Auch dieses Mal sind wir optimistisch, dass wir mit einem guten Fang nach Hause gehen.

Und tatsächlich, wir machen eindeutig gute Fänge. Im diesem Waldstück weisen wir neben der Wühlmausart Myodes rutilus die Waldmaus Apodemus peninsulae nach. Letztere hatten wir bisher noch nicht gefangen, dafür fangen wir sie hier recht häufig. Aber das noch viel Erfreulichere ist, dass wir in einer unserer Trichterfallen am Bach eine Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) schon nach der ersten Fangnacht gefangen haben. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die nächsten vier Fangnächte fangen wir drei weitere Wasserspitzmäuse durch die Sherman- und Sheffle-Traps, die wir ebenfalls am Bachlauf aufgestellt und mit Fleischköder bestückt hatten. Das ist wirklich ein gutes Ergebnis.

Normalerweise sind Wasserspitzmäuse extrem stressempfindlich und man findet sie oft tot in der Falle, was bei zweien auch der Fall war. Die anderen beiden leben noch bei der Fallenkontrolle und Lkhagva nutzt die einmalige Gelegenheit Fotos einer lebenden Wasserspitzmaus in ihrem natürlichen Habitat für sein neues Buch zu schießen.

(c) K. Lammers

Lkhagva macht außerdem eine ungewöhnliche Entdeckung. Die große und wenig aerodynamisch aussehende Wühlmausart Microtus oeconomus kann offenbar sehr gut schwimmen, zumindest versucht sie eine kreative Selbstrettungsaktion mit Sprung in den Bach. Und überhaupt, es scheint, als ob M. oeconomus nur in der Nähe des Baches vorkommt, denn wir finden sie an keiner anderen Stelle, dafür aber auffallend viel Kotansammlungen am Ufer, die wahrscheinlich von dieser Art stammen.

 Wir entscheiden länger als geplant hier zu bleiben, da wir gute Fänge machen und dies wirklich ein sehr schöner Fleck ist.



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