Blogansicht

Mongolei-Blog

19.08.2016 - Das Ende der Summer School, aber das Abenteuer geht weiter

20.09.2016, 14:21

Wir fahren weiter, lassen bald das Amarbayasgalant Kloster hinter uns und fahren wieder den ganzen Tag durch die mongolische Steppe auf Holperpisten. Am Abend campieren wir für eine Nacht in Zuun Charaa. Es ist hier wesentlich trockener und nicht mehr so kalt. Die unglaublichen Weiten, die man in der Steppe sehen kann, bringen mich immer wieder zum Staunen. Es sind atemberaubende Augenblicke. Alle meine Fotos, die ich auf der Tour gemacht habe, können das nicht ansatzweise so wiedergeben...

(c) K. Lammers

Bevor wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück losfahren entdeckt Rico einen jungen Eremias argus (Mongolische Wüstenrennereidechse). Es ist schön, immer wieder einen kleinen Besucher zu entdecken. Meine Vogelliste wächst, die der Kleinsäuger sowieso und nun auch langsam die der Reptilien.

In Tunchel kommen wir beim GIZ-Lager unter und bewohnen drei Ger. Hermann und Margit kennen die Frau, die das hier verwaltet und für Lkhagva ist dies ebenso ein gut bekannter Forschungsort. Wir sind nicht mehr weit von der Hauptstadt Ulaanbaatar entfernt und Lkhagvas Biologie-Studenten kommen jedes Jahr für ein Praktikum hierher.

Hier treffen wir schließlich auf Martin, einen Förster, der für die GIZ mongolische Förster ausbildet. Er bietet mir und Rico an uns nach Möglichkeit mal mitzunehmen, wenn er mal wieder für ein paar Tage im Land unterwegs ist. Er ist gerade bei der Abreise als wir ankommen und fährt wieder zurück nach Ulaanbaatar. Wir tauschen Nummern und bleiben in Kontakt.

Tunchel ist ein wirklich sehr hübsches kleines Städtchen. Das GIZ-Lager ist ein kleines bisschen fernab davon. Unsere Fahrer wollen für das Abschiedsessen Khorkhog machen und dafür müssen wir ein Schaf holen. Ich darf mit und eins auswählen. Wir sind mindestens zwei Stunden unterwegs und fragen Bewohner nach einem Schaf, aber niemand hat eins oder kann eins geben, also fahren wir letzten Endes in den nächsten Supermarkt in die Stadt zurück und kaufen drei gefrorene Beine und Rippen; das reicht ja auch. Ich muss zugeben, dass ich vielleicht auch ein kleines bisschen froh bin, dass ich kein Schaf auswählen musste...

(c) K. Lammers

Natürlich sind wir nicht nur zum Khorkhog essen hierhergekommen. Wir nehmen wie gewohnt die Kleinsäugerfauna auf und legen die Fallen in Waldbereiche und am Flussufer aus, mit dem Ergebnis von acht Apodemus peninsulae und einer Neomys fodiens.

Da wir Studenten durch das viele Präparieren immer besser werden, sehen auch die Balge immer ansehnlicher aus. Am Ende findet die traditionelle Miss-Balg-Wahl statt, bei der Tseenee verdient gewinnt. Sie bekommt ein Präparierbesteck-Set als Preis.

Unser letzter gemeinsamer Abend mit Khorkhog, Gesang und Geige steht an. Es ist ein schöner Abschied, wenngleich es kein leichter ist. Es waren ganz wundervolle lehrreiche drei Wochen im Norden der Mongolei und ich bin dankbar dabei gewesen zu sein.

(c) K. Lammers



Vorheriger Eintrag | Nächster Eintrag

https://die-welt-baut-ihr-museum.de