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FS Sonne - KuramBio

Sonntag, 05. August 2012 - 16.Expeditionstag

27.08.2012, 17:46

Gestern waren wir seit zwei Wochen auf See. Das ist eigentlich recht kurz, kommt uns allen aber schon viel länger vor, da wir uns sehr schnell auf dem schönen FS Sonne eingelebt haben und es schon unser zu Hause geworden ist.  Ja, eigentlich sind wir hier nur Gäste und es ist es eher das zu Hause der Mannschaft, die teilweise mehr Zeit im Jahr auf See als an Land verbringt, aber dennoch fühlen wir uns auf diesem gemütlichen Schiff mit der netten Mannschaft so wohl, dass uns diese zwei Wochen bereits viel länger vorkommen. Ich denke bereits jetzt mit Wehmut an das Einlaufen in Busan, auch wenn ich mich natürlich auch sehr darauf freue meine Familie wiederzusehen.

Foto 1: Warten auf den Einsatz des Epibenthosschlittens © Angelika Brandt

Foto 1: Warten auf den Einsatz des Epibenthosschlittens © Angelika Brandt

In den letzten Tagen hatten einige meiner Freunde und Johanna, meine Tochter, Geburtstag. An solchen Tagen bekommt man einen ganz kleinen Eindruck davon welche Entbehrungen Seeleute in Kauf nehmen müssen wenn sie so lange unterwegs sind, sich nach ihren Familien sehnen und immer wieder mit neuen, enthusiastischen Wissenschaftlergruppen konfrontiert werden, an die sie sich neu gewöhnen müssen.

Von uns kannten sie niemanden, denn Biologen sind nicht oft auf FS Sonne, dieses Schiff wird meist für geologische Expeditionen genutzt.  Das ist sehr schade, denn sie eignet sich hervorragend für unsere Untersuchungen und hat uns an den ersten drei Stationen bereits OHNE Einschränkung bei jedem Gerät eine Fülle von Tiefseeorganismen beschert.

Wir haben z. B. nun von der ersten Station  das obere Netz des Epibenthosschlittens sortiert und hunderte von Organismen quer durch alle Tierstämme gefunden. Wir Meeresassel-Team sind völlig begeistert, denn wir haben allein im oberen Netzbecher mehr als 40 Meeresasselarten gefunden (das ist für 5400 m Tiefe eine sehr hohe Diversität), einige davon waren bereits bekannt, da sie auf der Vitjaz-Expedition vor knapp 50 Jahren gesammelt und beschrieben worden waren. Nun warten wir wieder auf einen Einsatz unseres Kamera-Epibenthosschlittens in 5000 m Tiefe im Kurilen Kamchatka Graben.

Angelika Brandt, Zoologisches Museum, Universität Hamburg



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