Senckenberg LogoSENCKENBERG
world of biodiversity

Blogansicht

FS Sonne - KuramBio

Montag, 20. August 2012 - 31.Expeditionstag

17.09.2012, 20:58

Sicherheitsübung

 

 Foto 1: Sammlung auf dem Deck bei der Sicherheitsübung. © Angelika Brandt

Foto 1: Sammlung auf dem Deck bei der Sicherheitsübung. © Angelika Brandt

Die letzte Nachtschicht am OFOS (Ocean Floor Observation System), hat keine besonders aufregenden Bilder von großen megabenthischen Organismen auf dem Meeresboden in 5200 m Tiefe gezeigt, sondern eher eintönigen Tiefseeboden mit sehr geringen topographischen Änderungen, hin und wieder einem Seeigel, einer Seefeder oder einem Grenadierfisch. Trotz der geringen Dichte der großen Organismen wurden jedoch zahlreiche kleine, schnelle Schwimmer, wie Krebse und Meeresborstenwürmer, von dem Licht der Scheinwerfer aufgeschreckt und schwammen fluchtartig davon.

Eine Hoffnung also für den Einsatz des Epibenthosschlittens (EBS) in der kommenden Nacht, von dem wir uns wieder eine reiche Ausbeute makrobenthischer Organismen aus einer Fülle verschiedener Tierstämme erwarten.

Nach ein paar Stunden Schlaf wurde dann heute Morgen eine Sicherheitsübung durchgeführt. Die komplette Mannschaft und die Wissenschaftler mussten sich bei dem Generalalarm an dem vorgegebenen Sammelplatz einfinden und darauf warten, dass sie namentlich aufgerufen wurden (Foto 1). Als die Vollständigkeit der Wissenschaftler dann festgestellt worden war wurde eine kurze Feuerlösch-Übung mit dem Feuerwehrschlauch am Achterdeck durchgeführt (Foto 2).

Alle Wissenschaftler haben die Gelegenheit gehabt einmal den Druck des Schlauches zu spüren und einen Einsatz für den Notfall zu simulieren. Parallel wurde dann auch an der Probe, die der Großkastengreifer an Deck gebracht hatte gearbeitet, nachdem die Sicherheitsübung beendet war (Foto 3).

Foto 2: Auf dem Weg zum Achterdeck vor der Übung mit dem Feuerwehrschlauch. © Angelika Brandt

Foto 2: Auf dem Weg zum Achterdeck vor der Übung mit dem Feuerwehrschlauch. © Angelika Brandt

Mein Nachmittag war dann der Büroarbeit gewidmet, wie z. B. logistischen Vorbereitungen für die Rückkehr nach Busan, dem Entwurf einer Vorlage für den Fahrtbericht sowie dem Sortieren der Proben des Supranetzes des EBS. Eine kleine Mütze Schlaf nach dem Abendessen muss dann ausreichen, um neue Energie für die nächste lange Nachtschicht von sieben Stunden zu laden. Um den EBS in ca. 5000 m Wassertiefe einzusetzen müssen wir 7500 m Tiefseekabel ausstecken, dieses muss sehr langsam erfolgen, damit der Draht mit seinem Gewicht (ca. 1 Tonne pro 1 km Kabel) den EBS (ca. 600 kg) in der Wassersäule nicht überholt und wir dann riskieren keine Probe an Deck zu bekommen.

Ein Vorteil bei den Nachtschichten mit dem EBS ist, dass nur eine Wachperson aufpassen muss, dass das Gerät am Boden glatt läuft, die anderen Wissenschaftler können schlafen und werden erst wieder an Deck gebraucht wenn der EBS nach dem Frühstück zurück kommt. Nächste Nacht gehört das FS Sonne mir!

Angelika Brandt, Zoologisches Museum, Universität Hamburg

 

Foto 3: Nastia siebt eine Sedimentprobe nach der Sicherheitsübung. © Angelika Brandt

Foto 3: Nastia siebt eine Sedimentprobe nach der Sicherheitsübung. © Angelika Brandt

 



Vorheriger Eintrag | Nächster Eintrag

Eigenen Kommentar hinzufügen




Kommentar absenden