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Panama Expeditions-Blog

Santa Clara

05.07.2010, 16:41

Lage von Santa Clara
Lage von Santa Clara © Sebastian Lotzkat

Mit der Sammelgenehmigung in der Tasche fuhren wir zuerst nach Westen bis kurz vor die Grenze zu Costa Rica - genauer nach Santa Clara, auf die Kaffeefinca eines befreundeten UNACHI-Professors. Dieser betreibt auf der Finca ökologischen Kaffee-Anbau, will heissen Schattenkaffee. In weiten Bereichen des Grundstückes ist die Natur sich selbst überlassen und der Wald wächst langsam wieder. Entlang der die Finca gegen die kommerziellen, schattenbaumlosen Kaffee-Monokulturen abgrenzenden Bäche stehen noch wirklich alte Bäume - wie so oft ist dieser so genannte Galeriewald entlang der tief eingeschnittenen Wasserläufe die einzige natürliche Vegetation, die vom Menschen verschont geblieben ist. Nun fungiert er als Refugium und Korridor für sämtliche an den Wald gebundene Fauna.

unsere Ngoebe Nachbarn
Unsere Ngöbe-Nachbarn beim Studium der
Bestimmungstafeln © Sebastian Lotzkat 

Während der drei Nächte unseres Aufenthaltes schliefen wir im auf dem Grundstück befindlichen Laden des Bruders unseres Freundes (das Haus links auf dem bunten Foto). In der aus Brettern und Wellblech irgendwie zusammengezimmerten Hütte nebenan (rechts auf demselben Foto) wohnt eine recht große Familie der indigenen Ngöbe. Erstaunlich, wie viele Menschen in diesem Verschlag verschwinden können! Die Ngöbe-Kinder begannen sich alsbald für unsere Arbeit zu interessieren. Die von uns gefangenen Tiere und besonders die von uns erstellten bunten Bestimmungstafeln, die wir allerorts verteilen, hatten es ihnen angetan. So halfen sie uns dann beim Fotografieren, ließen sich von der Ungefährlichkeit der allermeisten unserer Studienobjekte überzeugen und liehen sich wiederholt die Farbtafeln zum intensiven Studium aus.

geophis hoffmanni
Geophis hoffmanni © Sebastian Lotzkat

Unter den Amphibien und Reptilien, die wir während dieser drei Tage fanden, erregte besonders die abgebildete Erdschlange Geophis hoffmanni unsere Aufmerksamkeit: Während unserer beiden Besuche im letzten Jahr hatten wir kein einziges Exemplar dieser eigentlich recht häufigen Art zu Gesicht bekommen – nun wimmelte es geradezu von ihnen, und keine Suchaktion ging ohne einen dieser gerade mal bleistiftdicken Bodenwühler zu Ende. Das ist ein gutes Beispiel für die Saisonalität der Auffindbarkeit vieler Arten und zeigt, dass wiederholte Aufenthalte in ein und demselben Gebiet nötig sind, um mehr als nur eine Momentaufnahme der dortigen Fauna zu erfassen.

von Sebastian Lotzkat und Andreas Hertz



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