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IceAGE-Blog

02.09.2011 - 8. Expeditionstag

30.09.2011, 20:51

 Sport für Zooplankton und uns

 

Der Wirbelsturm ‘Irene’ hinterließ uns gestern noch seine Spuren. Näher an Island herankommend kann man die Dunkelsturmtaucher, Manx Sturmtaucher, Basstölpel, Dreizehenmöwe, und die immer anwesenden Eissturmtaucher beobachten. Im Gegensatz zu einigen Singvögeln auf dem Vogelzug, die kurz Rast an Bord machen (Steinschmätzer und Steinwälzer), sowie Birkenzeisigen, werden Alken und reguläre Möwen nicht in Schiffsnähe gesichtet.
Hier und da kann man am Horizont die Fontänen von Finnwalen sehen. Des Weiteren hatten wir das Glück eine Gruppe Grindwale mit Jungtieren, ein Sei Wal, und auch Delfine zu beobachten, was zu einem regen Fotografendschungel an Bord führte.

Der heutige Arbeitstag begann relativ entspannt, da uns noch gestern Abend die Information ereilte, dass der Kapitän an Bord es für zu gefährlich hielt die geplanten Geräte einzusetzen. Während der Nacht wurde dann nur der Meeresboden um Area 6-8 mit dem sogenannten Multibeam-Parasound gescannt. Am Morgen war vor allem das MUC-Team gespannt, da sie am gestrigen Tag keinen Fang landen konnten und ohne Proben das Gebiet verlassen mussten. Am heutigen Morgen dann wieder ein wenig Frustration, als der erste MUC ohne Probe an Deck zurück kam (… also: wieder umlabeln der Behältnisse und abwarten, was das GKG-Team nach oben bringt).

Zur Freude des MUC-Teams war jedoch der anschließende Versuch ein Treffer und das Team konnte zumindest ein wenig Sediment in ihren Rohren vorfinden und beproben.

 

Drei schöne Frauen und eine Ratte. Immer an den aufregendsten Orten zu finden. © Senckenberg am Meer-DZMB/V. Borges

Drei schöne Frauen und eine Ratte. Immer an den aufregendsten Orten zu finden. © Senckenberg am Meer-DZMB/V. Borges

So sieht man aus, wenn man um 2 Uhr nachts AGT-Proben sortiert. © Senckenberg am Meer-DZMB/V.Borges

So sieht man aus, wenn man um 2 Uhr nachts AGT-Proben sortiert. © Senckenberg am Meer-DZMB/V.Borges 

Am Nachmittag wurde dann noch der EBS, zusammen mit dem Planktonnetz eingesetzt. Nach dem Sieben der Planktonprobe konnte man im Sieb genau beobachten, wie einige Zooplankton-Organismen durch aufgeregtes, ununterbrochenes Zappeln versuchten aus dem Sieb zu springen und sich der Alkoholdusche zu entziehen. Aber leider gelang dies nicht und das Plankton bewegt sich nun passiv von den Wellen hin und her geschüttelt in einem Plastikgefäß fixiert in Alkohol.

Das sich an Bord befindliche Fitnessstudio wurde auch schon reichlich genutzt. Vor allem das Rudergerät wird zu einem der angesagtesten Geräte an Bord. Wenn da nur nicht dieser fortwährende Wellengang wäre, der das Rudern aber auch das anschließende Workout zu einer immer wieder neuen Herausforderungen macht. Wer will schon ständig von einer zur anderen Seite geschleudert werden, wenn er gerade, auf einem Bein stehend, die Oberschenkelmuskulatur stretchen möchte.

Wie jeden Tag (oder sollte man sagen wie in jeder Nacht), muss das AGT-Team wieder die Proben nehmen. Alle sind schon ganz gespannt, was diesem Team mal wieder ins Netz gegangen ist. Denn mit diesem Gerät fängt man die wunderschönsten Tiere, in den vielfältigen Kolorationen, von tief-roten und orangen Seesternen, blau-violetten Seeigeln bis hin zu weißen Schalentieren und Korallen ist alles dabei.

Wir lassen uns überraschen, was diesmal auf dem Speiseplan steht…

Alexandra Ostmann und Falk Huettmann



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