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IceAGE-Blog

05.09.2011 - 11. Expeditionstag

10.10.2011, 20:03, Kommentare 1 Kommentar

Die Bedeutung der Paläowissenschaften

 

Heute haben wir Reykjavik für IceAGE II verlassen. Dieses Projekt vervollständigt unsere bisherige IceAGE Expedition. Nein, das ist nur ein kleiner Scherz am Rande, eine unserer Kolleginnen war gestern sehr krank, und unsere Fahrtleiterin entschied die Forschungsarbeit erst mal zu stoppen und zurück nach Reykjavik zu fahren um sie ins Krankenhaus zu bringen. Die Entscheidung war zu 100% richtig.

Wir starteten unsere Reise dann noch einmal und jetzt, es ist 8 Uhr morgens, sind wir auf dem Weg zu unserer nächsten Station.
Ich sehe das wunderschöne Island von der Meteor ein zweites Mal und das Wetter ist herrlich. Ich bin glücklich.

 

Das zweite Mal Reykjavic hinter sich lassen. © Hong Kong University/Moriaki Yasuhara

Das zweite Mal Reykjavic hinter sich lassen. © Hong Kong University/Moriaki Yasuhara

Ich würde mich gern vorstellen.

Ich bin Paläoökologe und Mikropaläontologe und interessiere mich für die Reaktionen von Ökosystemen/Biodiversität auf klimatische und menschliche Umweltveränderungen. Im Rahmen des IceAGE Projektes geht es mir vor allem um 1: weiträumige latitudinale Diversitätsmuster einschließlich der Tiefengradienten sowie die Variabilität zwischen den Eiszeiten und ihre steuernden Faktoren. 2: Auswirkungen plötzlicher klimatischer Veränderungen auf das marine Ökosystem.  Das IceAGE Projekt vereint zahlreiche taxonomische Spezialisten im Bereich der Meio- Makro- und Megafauna.

Sediment wird in 0.5 cm dicke Scheiben geschnitten. © Senckenberg am Meer/Saskia Brix-Elsig

Sediment wird in 0.5 cm dicke Scheiben geschnitten. © Senckenberg am Meer/Saskia Brix-Elsig

Ich selbst beschäftige mich mit dem Diversitätsvergleich von Ostracoden (Crustacea) und anderen Organismen, um zu überprüfen, ob die Diversität fossiler Ostracoden in einem Bezug zur rezenten benthischen Fauna steht. Die sehr umfangreiche Probenahme von ungefähr 60 Multicorern rund um Island eröffnet uns erstmalig die Möglichkeit eine zuverlässige Modellierung von Arten und deren biogeographischer Verbreitung zu erstellen. Darüber hinaus schneiden wir pro Station einen Sedimentcorer komplett in 0,5 cm dicke Scheiben, um den Zusammenhang zwischen Artendiversität und paläoklimatischer Veränderungen der vergangenen ca. 10.000 Jahre zu untersuchen.

Wir, das Multicorer-Team, erhalten pro Multicorer-Einsatz 12 Sedimentröhren, die für unterschiedliche Untersuchungsansätze wie zum Beispiel Taxonomie und Genetik verwendet werden.
Gegen 19 Uhr werden wir unsere nächste Station erreichen. Wie immer sind wir gespannt, was diese Station für Überraschungen für uns bereit hält, da jede Station individuell ist.
Zu guter Letzt möchte ich mich bei all den tollen Menschen an Bord der Meteor für die erfolgreiche Zusammenarbeit, das soziale Miteinander und die geteilte Freude nach beenden einer erfolgreichen MUC-Station bedanken.

Moriaki Yasuhara
deutsche Übersetzung: Alexandra Ostmann  



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1 Kommentar zu "05.09.2011 - 11. Expeditionstag"

Ina schrieb am 22.02.2012 um 02:17
Hallo Christoph,Herzlichen Gluckwunsch zu deenim super Erfolg. Ich druck dir weiterhin ganz fest die Daumen.Liebe GruYe auch an deinen Gluckbringer PatriciaClaire

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