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IceAGE-Blog

07.09.2011 - 13. Expeditionstag

10.10.2011, 20:25

„Das ist kein Regen“, „So sollte der Schlitten nicht zurück kommen!“, und andere Überraschungen

 

Das Planktonnetz wird ins Wasser gelassen. © Senckenberg am Meer/S.Brix

Das Planktonnetz wird ins Wasser gelassen. © Senckenberg am Meer/S.Brix

Heute half ich zum ersten Mal Alex beim Einsatz des Planktonnetzes, wofür sie netterweise gemeinsam mit mir für den Rest der Expedition die Verantwortung übernimmt. Der Einsatz des EBS und des Planktonnetzes fanden heute schon vor Sonnenaufgang statt (kein Wunder, dass Kaffee zum besten Freund dieser Reise wird).

Als das Netz zurück an Deck gehievt wurde, bemerkten wir, dass sich unsere Kleidung glitschig und rutschig anfühlte. Immer noch im Halbdunkel, haben wir nicht bemerkt was passiert war, bevor wir zum Kran hoch blickten. Die Hydraulikschläuche des Krans waren geplatzt. Sowohl die Helme als auch die  Kleidung waren mit Hydrauliköl bespritzt… und genau in diesem Augenblick, als ich meine Kleidung in einem großen Seifenwassereimer wusch, wurde mir bewusst, wie das Leben damals ohne Waschmaschinen gewesen sein muss - Keine Sorge, ich hab mir vorher frische Kleidung angezogen.

Manchmal ist eine Forschungsfahrt wie eine Szene aus einem Theaterstück: „Die Show muss weiter gehen!“ Obwohl immer wieder neue zusätzliche Aufgaben unseren Zeitplan verlängern, schaffen wir es dennoch immer unsere Geräte rechtzeitig zum nächsten Einsatz fertig zu bekommen.

So als ob alle Überraschungen und Mehrarbeit hinter den Kulissen niemals gewesen wären. Genau das zeigte sich dann beim Einsatz des zweiten EBS. Jedes Gerät ist an der Vorderseite über ein Seil mit der Winde verbunden. Diese Befestigung scheint wohl von vorne herein eher schwach zu sein, weshalb wir stets ein zusätzliches Seil zur Sicherung des Gerätes anbringen. Falls sich das Gerät am Meeresboden beispielsweise an einem großen Stein festsetzt, der sich nicht von der Stelle bewegen lässt steigt die Seilspannung und das Seil reißt, wodurch das Schiff oder Personen, die sich in der Nähe des Seils aufhalten zu Schaden kommen könnten. Deshalb gibt es an einer anderen Stelle ein Sicherungsseil, der dann den EBS aus einem anderen Winkel zieht.

Vielleicht ahnt ihr schon jetzt, dass genau das beim zweiten Schlitten passierte. Wir können nicht sagen woran sich der EBS festsetzte, aber es war genug um das Befestigungsseil reißen zu lassen, und den EBS rückwärts an Bord zu hieven. Glücklicherweise war ein Großteil Probe im Netz, so dass wir wie gewohnt mit der Bearbeitung der Proben fortfahren können.

Nach einem so erlebnisreichen Morgen und Nachmittag, freuten wir uns, völlig übernächtigt, dass der AGT ohne Probleme eingesetzt werden konnte. Die Sonne ging langsam unter und der letzte Akt war ein erfolgreicher Fang mit wunderschönen (teilweise sogar gut erhaltenen) Organismen, die der AGT an die Oberfläche beförderte.

Beschädigung des AGT durch große Steine. © Senckenberg am Meer/S.Holst

Beschädigung des AGT durch große Steine. © Senckenberg am Meer/S.Holst

Rob Jennings
deutsche Übersetzung: Alexandra Ostmann



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