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IceAGE-Blog

11.09.2011 - 17. Expeditionstag

10.10.2011, 20:45

Die „Ruhe in dem Sturm“ – Abwettern in den Westfjorden

 

Heute Nacht wurde es stürmisch. Gerade als wir die „Area 16“ beendet hatten, frischte der Wind auf. Das Timing war perfekt für den Rückzug in die Westfjorde, wo wir in windgeschützter Lage auf Position gingen zum „Abwettern“, dem Warten auf besseres Wetter.

Nach den beiden ersten anstrengend-schönen Expeditionswochen mit vielen Nachtschichten inklusive, war diese Zwangspause sehr willkommen, und die Fjordlandschaft mit den Lichtverhältnissen ist einfach spektakulär.

Wolken legten sich wie eine Decke über karge Bergkuppen; Schneefelder an den steilen Hängen formten bizarre Bilder. In einem konnte man „Klein-Island“ wiedererkennen, sogar mit den Westfjorden als Hinweis auf unsere Position.

Sturm zieht auf. Eisturmvogel bei Sonnenuntergang in Area16. © Senckenberg am Meer/S. Brix

Sturm zieht auf. Eisturmvogel bei Sonnenuntergang in Area16. © Senckenberg am Meer/S. Brix

Die Mannschaft und die Anglerfreunde unter den Wissenschaftlerkollegen nutzen die „Ruhe in dem Sturm“ und waren den ganzen Tag damit beschäftigt, am Achterdeck für das nächste Mittagessen zu sorgen. Frischer Fisch aus den Westfjorden, als Delikatesse vom Koch zubereitet.

Während die Sturmwarnung für die Dänemarkstraße ihren Höhepunkt erreichte, profitierten wir alle von den uns umgebenden schützenden Steilhängen, und konnten – jeder auf seine Weise – unsere „Akkus wieder aufladen“.

Und während ich so viel über die beeindruckende Landschaft, das Licht und – nicht zu vergessen – die Regenbogen in der Gischt, sich aus den Hängen herabfallenden Wolken bildende Windhosen und vorbeiziehende Wale berichte, möchte ich das Eigentliche nicht vergessen, weshalb wir hier sind: Die Wissenschaft. Diese Reise ist wirklich bisher „all-inclusive“. Naturspektakel live.

„Klein-Island“, ein Schneefeld am Hang. © Senckenberg am Meer/S. Brix

„Klein-Island“, ein Schneefeld am Hang. © Senckenberg am Meer/S. Brix

 

Laborarbeit und Vorbereitung der Tiere am Mikroskop für das DNA-Barcoding Projekt. © Senckenberg am Meer/S. Brix

Laborarbeit und Vorbereitung der Tiere am Mikroskop für das DNA-Barcoding Projekt. © Senckenberg am Meer/S. Brix

Und so werden die Pausen zwischen der Laborarbeit zum Erlebnis. Da ist die Sortierarbeit gleich viel produktiver, die Motivation steigt, und die Anzahl der für molekulargenetische Analysen präparierten Tiere ebenfalls. Abwettern ohne Schaukeln macht das Präparieren möglich, feine Handgriffe unter dem Binokular, die nach einer Nacht guten Schlafes gleich viel besser gelingen.

Die Anzahl der Probengläschen in unserer Datenbank übersteigt mittlerweile die 1000, und die für molekulargenetische Analysen bestimmten Individuen steigt und steigt und steigt… 

Saskia Brix

 

 



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