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IceAGE-Blog

14.09.2011 - 20. Expeditionstag

12.10.2011, 20:55, Kommentare 1 Kommentar

Schlamm für alle!

 

Während sich das Schiff weiter nach Norden bewegt, wird uns klar, dass wir in der Arktis sind. Frost bedeckt das Deck in der Frühe und schmilzt nur langsam unter der Sonne. Die Wassertemperatur beträgt jetzt nur 1°C, verglichen zu der Temperatur von 12°C, als wir von Reykjavik starteten. Auch die Luft beträgt frische 2°C. Um uns herum treiben überall Eisberge, und am Horizont können die schneebedeckten Berge Grönlands bewundert werden.

Die Fauna, die wir in unseren Proben untersuchen, verändert sich: Jetzt finden wir Arten, die zu der Arktis gehören. Große, umwerfend gestaltete Asseln und Amphipoden sind die auffälligsten Tiere, zusammen mit zahlreichen verschiedenen Arten von Schwämmen.

Von dem Sediment, das wir von unseren Geräten heute erhielten, wurde uns schnell klar, dass Schwämme den Großteil der Fauna in dem heute beprobten Gebiet ausmachen. Schwämme haben ein Skelett, das aus Kalk- oder Kieselsäurenadeln besteht. Wenn Schwämme sterben, zerfallen ihre weichen Körperbestandteile schneller als die Nadeln; letztere verbleiben für eine lange Zeit auf dem Meeresboden und bilden einen Teil des Sediments. Heute bestand unsere Probe massenweise aus glasigen Schwammnadeln, gemischt mit braunem, klebrigem Schlamm. Das frostige Aussehen der zahlreichen Nadeln ist sehr hübsch, allerdings machen sie die Untersuchung der Probe zu einer Herausforderung, da sie das Netz und die Siebe verstopfen, welche wir benötigen, um die Tiere aus dem Sediment zu waschen.

Schritt für Schritt lernten wir mit diesem schlammigen Sediment zu arbeiten, da alle Geräte riesige Mengen von Schlamm und Sand hochbrachten Es dauerte nicht lange bis Arbeitskleidung, Gesichter, Siebe, Eimer und das Deck sich mit einer schlammigen Farbe überzogen, da wir über Stunden hinweg Eimer für Eimer voll mit Schlamm bearbeiteten. Es blieb natürlich nicht aus, dass mehr als ein Wissenschaftler mit schlammiger „Kriegsbemalung“ auf dem Gesicht beobachtet werden konnte.

Am Ende des Tages, nachdem alle Proben fixiert waren, wurde die „Tarnfarbe“ mit dem großen Schlauch an Deck abgewaschen, um alles für die nächste Station vorzubereiten.

Letztendlich sind die spannenden Tiere, die ans Tageslicht kommen, der Mühe wert. Und wenn die Arbeit an Deck während eines Sonnenauf- oder -untergangs vonstattengeht, der die Arktis im leuchtenden Rosa erleuchten lässt…wer mag sich da beschweren?

Nina Mikkelsen,
University Bergen

deutsche Übersetzung:
Valeska Borges
Senckenberg am Meer-DZMB



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1 Kommentar zu "14.09.2011 - 20. Expeditionstag"

Bardo schrieb am 26.10.2011 um 11:18
Your article perfeclty shows what I needed to know, thanks!

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