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FS Sonne - KuramBio

Dienstag, 07. August 2012 - 18.Expeditionstag

05.09.2012, 18:40

Gestern haben wir eine sehr reiche Fauna an der Kante des Kurilen Kamchatka Grabens gefunden. Während der größte Teil unseres Teams sehr beschäftigt war mit dem Waschen, Sortieren und Fixieren der zahlreichen Proben unserer interessanten Arten, die wir aus mehr als 5 km Tiefe gesammelt hatten, wurde das OFOS (Ozeanboden-Observationssystem) wieder eingesetzt. Gestern hatten wir Glück und das OFOS zeigte uns den Reichtum des Kurilen Kamchatka Grabens. Als das Schiff dann mit einem halben Knoten fuhr und das OFOS ca. ein bis zwei Meter über dem Boden „flog“, haben wir eine Filmreise von mehr als einer Stunde in Echtzeit über den Meeresboden an der Schwelle zum Kurilen Kamchatka Graben machen können – einem Ort, der bisher von keinem Menschen gesehen wurde.

Foto 1. The EBS auf der vierten Station. © Anastassya Maiorova

Foto 1. The EBS auf der vierten Station. © Anastassya Maiorova

Wir sahen das schlammige Weichboden-Plateau, das von zahlreichen Kriechspuren unbekannter Tiere durchzogen war (Seegurken? Würmer? Fische?). Hin und wieder tauchten Seesterne Seeigel, Schlangensterne, oder Seegurken vor der Kamera auf.

Es sah aus wie das Reich der Stachelhäuter und Krebse. Die Letzteren schwammen im Licht des OFOS, manchmal rannten große Garnelen ganz nahe an der Kamera vorbei. Von Zeit zu Zeit sahen wir wunderschöne schlank gestielte Haarsterne aus der Dunkelheit auftauchen und wieder aus dem Sichtfeld des OFOS verschwinden.

Die Dampfzeit zu der nächsten, vierten Station dauerte etwa drei  Stunden. Wir haben eine relativ ebene Region am oberen Hang des Grabens in ca. 5700 m Tiefe ausgewählt. Ab Abend hat sich dann die Wetterlage verschlechtert, der Wind nahm zu und große Wellen haben gegen die Bullaugen unseres Sortierlabors geschlagen. Wir mussten dann die Arbeit im Sortierlabor unterbrechen und alle Proben sichern und verstauen. In der Nacht begann es dann wolkenbruchartig zu regnen und bei dem starken Wind und den Wellen wussten wir nicht, ob wir den EBS (Epibenthosschlitten) einsetzen können.

Wir haben den Einsatz gewagt, aber obwohl der EBS am Boden glatt gelaufen war, kam er mit einer großen Delle im Frontblech zurück an Bord, das untere Epinet war vom Netzbecher, der leer war, abgerissen und der Verschlussmechanismus war durch einen Stein blockiert. Außerdem war der Schlitten komplett von einem Fischereinetz umwickelt (Foto 1).

Sehr wahrscheinlich war dieses ein Teil einer Müllansammlung, die sich in der flachen Mulde am oberen Hang des Kurilen Kamchatka Grabens angesammelt hatte. Ein großer, fast durchsichtiger Seestern, dessen Arme wie „Flossen“ eines Fisches aussahen, hatte sich im Netz verfangen und war ein kleines Trostpflaster für diese Unannehmlichkeiten.

Olga Golovan, Anastassya Maiorova, Institute of Marine Biology, FEB RAS, Vladivostok, Russia

Foto 2. Tiefsee-Seestern der Familie Pterasteridae. © Anastassya Maiorova

Foto 2. Tiefsee-Seestern der Familie Pterasteridae. © Anastassya Maiorova

 

 

 



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