
Foto 1. Der Fang eines Agassiz Trawls. © Angelika Brandt |
Es ist unser erster Tag an der fünften Station. Wir sind ca. 240 Meilen nach Süden gefahren und es wird wieder wärmer draußen (19°C statt 6° C wie an den Grabenstationen). Die Tiefe an dieser Station beträgt ca. 5300 m und das Wetter ist wie fast immer nebelig. Die Dünung ist relativ stark, aber immer noch annehmbar für unsere Probenahme. Die Reihenfolge der Geräteeinsätze ist die gleiche wie an den vorherigen Stationen. Wir begannen mit dem Einsatz der CTD um 6 Uhr morgens, um ca. 11 Uhr ging dann das OFOS zu Wasser während das Großkastengreifer-Team bis ca. 16 Uhr auf seinen Einsatz warten muss. Verschiedene Spezialisten studieren verschiedene Organismengruppen und benutzen verschiedene Methoden um Ihre Proben zu bekommen. Das Agassiz Trawl (AGT) wird hauptsächlich benutzt um große Tiere zu bekommen, wie Seegurken, Seesterne, große Garnelen oder auch einige Fische. Das Netz, das für diesen Zweck benutzt wird, hat 10 mm Maschenweite. Der Fang mit dem AGT umfasst in der Regel 100-200 Liter, bestehend aus Schlick, großen und kleinen Steinen und natürlich Tieren. Es dauert in der Regel sehr lange, um die Tiere aus diesem Fang herauszuwaschen. Der Epibenthosschlitten (EBS) wird genutzt, um Organismen von der obersten Sedimentschicht (ca. 5-10 cm Tiefe) und aus der bodennahen Trübezone zu sammeln. |
Das Netz besitzt eine Maschenweite von 300 µm (0.3 mm) und die Größe der gesammelten Organismen variiert zwischen 1 mm bis zu mehreren Zentimetern. In der Regel werden mit diesem Gerät am meisten peracaride Krebse und Meeresborstenwürmer gefangen. Das AGT und der EBS sind semi-quantitative Geräte, die uns einen Eindruck der Gemeinschaftsstruktur des Benthos geben, aber es ist nicht möglich exakte Dichten der Tiere am Meeresboden mit diesen Geräten zu bestimmen. Für diesen Zweck werden die quantitativen Geräte, der Großkastengreifer (BC) und Multicorer (MUC) benutzt. Der Großkastengreifer kann einen quadratischen Ausschnitt des Meeresbodens von 0.25 m² und ca. 40 cm Tiefe an Deck bringen.

Foto 2. Der Inhalt eines Agassiz Trawl Fanges. © Angelika Brandt |

Foto 3. Der Inhalt eines Epibenthosschlitten-Fanges. © Dmitry Miljutin |
Es dauert auch sehr lange dieses Probenmaterial durch Siebe von 300 µm zu waschen. Aber nach der Arbeit und dem Sieben, Identifizieren und Zählen der Organismen können wir Aussagen über die Dichte der verschiedenen Arten treffen. Aber auch der BC hat seine Grenzen: Er ist ungeeignet für die Erfassung der kleinsten Tiere, der sogenannten Meiofauna. Die Größe dieser Tiere variiert von weniger als 100µm (0.1 mm) bis zu mehreren Millimetern. Sie sind so klein, dass die Bewegung des Oberflächenwassers in dem Großkastengreifer an Deck ausreicht, um die oberste Sedimentschicht mit diesen kleinen Organismen wegzuspülen.
Der Multicorer besteht aus 12 Plastikrohren mit einem Durchmesser von 10 cm, er wird für die quantitative Analyse des Meiobenthos verwendet. Diese Rohre sind eng genug, dass das bodennahe Wasser während des Hievens ungestört über dem Sediment bleibt und nicht ausgewaschen wird. Das Resultat dieser Proben sind 12 ungestörte Rohre mit Oberflächenwasser und Sediment von 30-49 cm Tiefe. Die Meiobenthosorganismen sind so klein, dass ihre Größe sich teilweise nicht von den Sedimentpartikeln unterscheidet und es ist daher fast unmöglich sie mit Hilfe von Sieben von den Sedimentproben zu trennen. |

Foto 4. Gläschen von sortieren Organismengruppen aus dem Epibenthosschlitten. © Dmitry Miljutin |

Foto 5. Proben mit Sediment des Multicorers. © Dmitry Miljutin |
Daher benutzen wir eine Zentrifuge, denn die Dichte und das Gewicht der Tiere sind geringer als die des Sedimentes und nach der Zentrifugation können die Tiere, die im Oberflächenwasser schwimmen, durch ein Sieb von 32µm gefiltert werden. Dieses werden wir aber später nach der Expedition im Labor unseres Heimatinstitutes tun. In der Zwischenzeit fixieren wir die obersten 5 cm Sediment, in der 95 % der Organismen leben) in Formaldehyd oder mit anderen Fixativen. Dmitry Miljutin (Senckenberg am Meer, DZMB, Wilhelmshaven, Germany) |
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