Heute ist unser letzter Tag an der Station 5 Nachdem das Agassis-Trawl schon einmal eine reiche Ausbeute an Meerestieren an Deck brachte, warten wir noch darauf, dass das Netz zum zweiten Mal an Deck gezogen wird und damit die Arbeit an dieser Station beendet wird.

Foto1: Polychaet der Familie Flabelligeriidae. © Franck Lejzerowicz
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Nachdem Marina vor kurzem bereits ausführlich über Isopoden geschrieben hat, möchte ich heute etwas über die Tiergruppe erzählen, die ich bearbeite. Hier an Bord untersuche ich, gemeinsam mit Inna Alalykina, die Polychaeten - marine Borstenwürmer. Neben den Isopoden sind sie eine der häufigsten Tiergruppen in den abyssalen benthischen Lebensgemeinschaften. Allein mit dem Großkastengreifer konnten wir bis jetzt 21 Familien finden. An der zweiten Station fanden wir sogar einige Individuen der „Fauveliopsidae“, einer Familie, die ausschließlich in der Tiefsee vorkommt. Die ermittelte Art Laubieriopsis hartmanni (= Fauveliopsis hartmanni) wurde bereits vor über 60 Jahren von den Wissenschaftlern der RV Vitjas im Kurilen-Kamchatka-Graben gefunden. |
Somit können wir ihre Anwesenheit auch heute noch bestätigen.Auch in den Proben aus den anderen eingesetzten Geräten konnten wir viele, sehr gut erhaltene und zum Teil recht große Polychaeten finden. Wenn ich Bekannten erzähle, dass ich an winzig kleinen Tiefseewürmern arbeite, sind die Reaktionen meistens sehr ähnlich. Entweder „Ist das nicht langweilig?“ oder „Oh, wie eklig“. Meiner Meinung nach trifft beides nicht zu. Polychaeten sind nicht nur unglaublich vielgestaltig, bunt und interessant, sondern sie können zum Teil sogar recht niedlich aussehen.Wie z.B. das Tier auf dem ersten Foto, das wahrscheinlich zur Familie der „Flabelligeriidae“ gehört. Das zweite Foto zeigt einen Ampharetiden, auf dessen Kopf sich ein parasitärer Copepode (Ruderfußkrebs) festgesetzt hat, dessen Eiersäcke man auf den ersten Blick auch fast für Kopfanhänge des Polychaeten halten könnte. |

Foto2: Ampharetide mit parasitärem Copepoden. © Franck Lejzerowicz |

Foto3: Travisia sp. (Ophelliidae). ©Anastassya Maiorova |
Sehr interessant war für mich z.B. auch die Erkenntnis, dass einige Arten der Gattung Travisia (Opheliiden), zu sehen auf dem dritten Bild, einen sehr starken Geruch verströmen. –Um es mal freundlich auszudrücken! Tatsächlich reichte einmal ein einziges, ca. 2,5cm langes Exemplar dieser Gattung, das ca. 6cm tief in dem Sediment einer Kastengreiferprobe steckte, aus, um den Geruch bereits beim ersten Beugen über den Kasten wahrzunehmen. Wie ihr seht, stecken also ungeahnte Fähigkeiten in diesen kleinen Meeresbewohnern und ich bin sehr gespannt, was uns die kommenden Stationen noch für neue Arten und Erkenntnisse bringen werden. Viola Fischer, Zoologisches Museum, Universität Hamburg |
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