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FS Sonne - KuramBio

Montag, 13. August 2012 - 24.Expeditionstag

11.09.2012, 20:31

Schlamm von Horizont zu Horizont

 

Foto 1: #5-9, 5378 m, Tiefseefisch

Foto 1: #5-9, 5378 m, Tiefseefisch
Der „Grenadier-Fisch“ ist weltweit einer der größten und häufigsten Fische in der Tiefsee © Nils Brenke

Hallo Liebe Leser/innen,

es ist unglaublich wie die Tiefsee so aussieht. Eigentlich eine unendlich große, graue, schlammige Fläche. Und nur selten bekommt man ein größeres Tier zu sehen: ein Fisch, eine Seegurke oder eine Garnele.

Und das ist alles? werdet Ihr - geneigte Leser/innen – nun fragen. Natürlich nicht. Unsichtbar, im Schlamm verborgen, so klein, dass die Kameras sie nicht erfassen können leben unzählige Tiere. Die Tiefsee ist sicherlich keine Wüste. Aber die Fotos zeigen uns eben nur die großen Tiere und die sind selten.

 

Ich bin auf dieser Expedition verantwortlich für die Tiefseekameras. Die Foto- und Videokameras sind auf dem Epibenthosschlitten montiert, und machen parallel zur biologischen Probenahme Bilder von der Tiefseeebene. Der Epibenthosschlitten wird an einem 7500 Meter langen, stabilen Stahlkabel hinter dem Schiff her über den Meeresboden geschleppt. Während der Schlitten so über den Boden gleitet fängt er mit seinen zwei Netzen die Tiere die dort leben. Um gleichzeitig filmen und fotografieren zu können, trägt der Schlitten eine große Batterie,

Scheinwerfer, Blitzgeräte, viele Meter notwendige Kabel und natürlich die Kameras. Eigentlich ist fotografieren ja keine große Sache. Nur dass wir Bilder aus dem Meer haben wollen. Das macht die Sache schwierig. Jeder weiß: Strom und Wasser passen nicht zueinander. Überdies wollen wir noch Bilder aus 5000 bis 6000 Metern Wassertiefe. 

Foto 2: #1-10, 5408 m, Holothurie

Foto 2: #1-10, 5408 m, Holothurie
Eine Holothurie (Seegurke; vermutlich Psychropates sp.) weidet den Meeresboden nach Nahrung ab. © Nils Brenke

 

Das macht die Sache extrem sperrig, da wir alle Bauteile in Druckfeste Gehäuse einsetzen müssen. Unser schwerstes Druckgehäuse wiegt 35kg. Keine Kamera für einen schnellen Schnappschuss.
Ich möchte euch aber wirklich nicht mit technischen Details langweilen. Das Ganze ist technisch etwas aufwendiger und man muss aufpassen, dass immer alles schön trocken bleibt. Nur so viel sei hier noch klargestellt: ich muss nicht selber da runter. Die Kameras machen computergesteuert, automatisch Ihre Arbeit.

Foto 3: #5-9, 5378, Tiefseeboden

Foto 3: #5-9, 5378, Tiefseeboden
Die meisten Bilder zeigen nur die unwirkliche Tiefseelandschaft. © Nils Brenke

Und auf den Bildern sehen wir den Nord-Westpazifik in seiner ganzen schlammigen Schönheit. Auf den meisten Bildern ist nur der eintönig graue Meeresboden zu sehen. Eine unwirkliche Landschaft. Und sehr groß. Von hier sind es 1000 km bis nach Japan, 6000 km bis Australien und rund 9000 km bis an die Westküste der Vereinigten Staaten. Alles voll mit grau-braunem Schlamm. Das ist eine wirklich gigantisch-große, graue, schlammige, riesen Fläche.

Doch ab und zu zeigen uns die Bilder überraschend schönes. Wir alle hier an Bord sind dann fasziniert von Formen und Farben, von der Pracht der Organismen, die sich auf den Fotos zeigen.

Also lasse ich nun die Bilder sprechen. Hauptdarsteller sind sowieso die Tiere, die zu erforschen wir aufgebrochen sind.

Soviel erst mal von mir, alles Gute euer
Nils



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