FS Sonne - KuramBioSonntag, 19. August 2012 - 30.Expeditionstag17.09.2012, 20:51 Heute ist Sonntag, aber wegen der hohen Expeditionskosten und unserem Forscherdrang ist klar, dass auch Sonntags gearbeitet werden muss! Neben der Crew sind inzwischen alle Wissenschaftler vertraut mit den Tiefsee-Probennahmen und dem Zusammenleben an Bord. Zum Glück lernt man das Jonglieren zwischen Arbeit, Schlafen und sozialen Kontakten schnell, so wie das Jonglieren mit Bällen – besonders interessant ist es für jene, die diese Erfahrungen zum ersten Mal machen. Knifflig wird es auch, wenn Kabinenpartner unterschiedliche Arbeitsschichten haben. Ich teile meine Kabine mit dem Doktoranden Nikolaus Elsner, der genauso beschäftigt ist wie ich, wenn nicht sogar noch mehr, da er für die Datenbank und viel Papierarbeit zuständig ist. Wenn ich schlafe, arbeitet er und andersrum. So ist es schwer, in die Kabine zu kommen ohne den schlafenden Freund zu wecken.
Für den Fahrtleiter, der solch eine groβe Fahrt plant, ist es eine herausfordernde Aufgabe, ein effizientes Team zusammenzustellen, denn die Biodiversität des Tiefseebodens ist viel höher als die Anzahl an Wissenschaftlern, die auf ein Forschungsschiff passen. Die Verteilung der Plätze an Bord ist abhängig von dem wissenschaftlichen Schwerpunkt, der verfügbaren Ausrüstung und dem persönlichen Terminkalender. Von drei Expeditionen, an denen ich Dank unserer Fahrtleiterin Prof. Dr. Angelika Brandt teilnehmen konnte, war ich zweimal allein dafür zuständig, die Gruppe der Foraminifera zu bearbeiten (SoJaBio und KuramBio Expeditionen). Während der letzten Expedition im Südpolarmeer konnte ich mit dem Experten Tomas Cedhagen zusammenarbeiten, von dem ich sehr viel gelernt habe. Deshalb möchte ich gerne an alle Fahrtleiter eines von Tomas liebsten Zitaten richten: “ Das Leben ist eine lange Reihe von Kompromissen.”
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