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FS Sonne - KuramBio

Donnerstag, 23. August 2012 - 34.Expeditionstag

29.09.2012, 12:17

Der Tag heute war ziemlich ausgefüllt. Er begann um Mitternacht, mit dem Einsatz einer tiefen CTD, dem für uns wichtigsten Instrument an Bord, um Informationen über das Plankton erhalten. Das Hauptziel der Expedition ist es, die Artenvielfalt der benthischen Tiefsee-Ökosysteme zu studieren, die Wassersäulen-Daten aus diesem Gerät sind komplementär zu unseren Arbeiten.

Zunächst liefern sie Informationen über den Nahrungseintrag von der Meeresoberfläche zum Tiefseeboden. Wir fingen mit der Bearbeitung der südlichsten Stationen an, und stellen fest, dass die Zusammensetzung des Zooplanktons dort reicher ist als im Norden, diese Region aber durch kleinere Arten charakterisiert ist und große Diatomeen fehlen. Nur einige der Zooplankter sedimentieren nach ihrem Tod bis in die Tiefsee und stellen Nahrung für die bodenlebenden Organismen dar. Diatomeen- und Radiolariengehäuse sind am häufigsten in der bodennahen Trübezone. Der OFOS-Einsatz am Morgen zeigte ein reiches Leben am Meeresboden. Besonders häufig sind Seegurken der Familie Elpidiidae (wahrscheinlich der Gattung Scotoplanes), die eine so lustige Körperform haben, dass sie auch als „See-Schweine“ bezeichnet werden.

Für uns war heute besonders wichtig, dass der Großkastengreifer richtig funktioniert, da der Deckel bei der letzten Station nicht richtig verschlossen war und dadurch ein Teil der Oberflächenprobe in der Wassersäule ausgespült wurde. Sven Hoffman hat den Greifer jedoch reparieren können und so brachte er heute einen guten Fang.

Wie immer, waren die Foraminiferen dominant. Der Eindruck ist, dass die Biomasse der Foraminiferen vor der aller anderen Organismengruppen dominiert, daher sollte man diesen Ort "Foraminiferenhimmel" nennen. Gestern informierte uns Franck Lejzerowicz über die Fortschritte seiner Foraminiferen-Forschung und heute hat er für Lipid-und Isotopenanalysen wieder mehrere neue Arten sammeln können. 

Foto 1: Vladimir Kharlamenko im Nasslabor. © Angelika Brandt

Foto 1: Vladimir Kharlamenko im Nasslabor. © Angelika Brandt

Foto 2: Forschungsschiff Sonne. © Angelika Brandt

Foto 2: Forschungsschiff Sonne. © Angelika Brandt

Daten über Foraminiferen sind rar und wir hoffen am Ende dieser Expedition die Kenntnisse über diese Organismengruppe signifikant erweitert zu haben. Die Mannschaft war wie immer während des Einsatzes des Großkastengreifers sehr hilfreich. Heute wurde außerdem ein Test des Schlauchbootes durchgeführt und viele Wissenschaftler bekamen die Möglichkeit mit dem Boot zu fahren und das Forschungsschiff Sonne vom Wasser aus zu betrachten.

Vladimir Kharlamenko (A.V. Zhirmunsky Institut für Marine Biologie, Wladiwostok)



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