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FS Sonne - KuramBio

Montag, 27. August 2012 - 38.Expeditionstag

29.09.2012, 13:28

Foto 1. Young specimens of Bentharca asperula attached to a polychaete tube (© V. Fisher).

Foto 1. Young specimens of Bentharca asperula attached to a polychaete tube (© V. Fisher).

Ich bin der einzige Mollusken-Experte an Bord des FS Sonne und arbeite während KuramBio wie üblich mit Muscheln. Muscheln dienen seit langer Zeit als Speise- und Handelswaren. Sie sind in der Vergangenheit auch als Gefäße oder Werkzeug benutzt worden, in prähistorischen Zeiten wurden sie zur Ornamentierung verwendet, als religiöse Devotionalien genutzt oder waren ein Symbol für Reichtum.

Sie wurden erst nach Christus in Griechenland Objekte intellektueller Neugier, vorangetrieben durch Aristoteles, der aufgrund der Ähnlichkeiten von Muscheln und Schnecken und dem Besitz ihrer Schalen das Taxon der Osteodermata errichtete. Die umfangreichsten historischen Informationen über Weichtiere sind allerdings in Plinius Werk “Historia Naturalis“ enthalten, dass 77 A.D. publiziert wurde.

Muscheln gehören heute zu den am besten bekannten Tiergruppen. Sie kommen von der Spritzwasserzone bis in die tiefsten Regionen unserer Weltozeane vor. Neben den Meeresborstenwürmern, Krebsen, und Stachelhäutern, gehören sie zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Organismengruppen der abyssalen Tiefsee (ca. 3500-6000 m). In dem Abyssal kommen ca. 250 Arten endemisch vor (sie wurden sonst nicht in anderen Tiefenstufen gefunden).

Mit zunehmender Tiefe nehmen aber die Artenzahlen der Muscheln ab. Aus Tiefen vom mehr als 6000 m sind nur noch 15 Arten bekannt. Unsere Kenntnisse über die abyssale Muschelfauna sind jedoch unvollständig. Es gibt wenig Zweifel, dass die abyssale Fauna viele winzige Arten beherbergt, die aufgrund bisheriger, sehr grober Fangmethoden, unbekannt geblieben sind. Ohne Zweifel werden Untersuchungen der abyssalen Muschelfauna unsere Kenntnisse stark erweitern.
Gennady Kamenev (A.V. Zhirmunsky Institut für Marine Biologie, Wladiwostok)

Foto 2.  Adult specimen of Myonera sp. (shell length 15 mm) (© A. Maiorova)

Foto 2.  Adult specimen of Myonera sp. (shell length 15 mm) (© A. Maiorova)





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