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FS Sonne - KuramBio

Samstag, 01. September 2012 - 43.Expeditionstag

04.10.2012, 22:04

Der letzte, 21. Einsatz des Epibenthosschlittens hat begonnen. Die Wissenschaftler der KuramBio Expedition freuen sich über das sehr reichhaltige und gute Probenmaterial, das wir auf dieser Expedition gesammelt haben. Sicher sind alle froh auch bald wieder ganz normal in der Nacht schlafen können.
Als Fahrtleiterin bin ich natürlich auch mehr als glücklich, dass auf dieser Expedition, die ich zu meinen erfolgreichsten zählen möchte, alles so hervorragend geklappt hat, wir große Unterstützung durch die Mannschaft erfahren haben und einfach unglaubliches Glück mit dem Wettergott hatten. Jede Minute an Bord konnte genutzt werden, wir mussten weder abwettern, noch auch nur einen einzigen Geräteeinsatz wiederholen. Es hat einfach alles geklappt, zum ersten Mal während meiner bisher 20 Expeditionen.

Foto 1: Über Wasser vor der Sonne. © Torben Riel

Foto 1: Über Wasser vor der Sonne. © Torben Riel

Was soll ich sagen!? Mein Herz schlägt für das Meer! Das war schon immer so, auch als Kind habe ich meinen Kopf lieber unter Wasser gehalten und getaucht, als an der Oberfläche zu schwimmen. Dieses ist vielleicht auch ein Grund dafür, warum ich als junge Studentin eine Forschungstaucherausbildung absolviert habe. So sehr ich meine Arbeit mit den Studenten an der Universität und die Forschung generell liebe, so sehr liebe ich den Ozean, Schiffe und die Basisarbeit eines Biologen. Ich liebe es auf See zu sein, den Blick weit über den Ozean schweifen zu lassen und mit dem Schiff seicht durch die Wogen geschaukelt zu werden. Aber ich liebe auch den Sturm, die rauhe See mit ihrer Mächtigkeit, es bereitet mir Freude und Genugtuung, dass es der Mensch bisher nicht geschafft hat der Macht der Ozeane Herr zu werden.

Hier auf See bin ich glücklich wenn ich der Arbeit nachgehen kann, die mich dazu bewogen hat Meeresbiologin zu werden. Mein Herz schlägt einfach höher wenn wir Proben aus der Tiefsee nehmen können und ich mich der Wurzeln des Daseins eines Biologen erinnere. Hier im Pazifik, fernab von Sparhaushalten und administrativen Problemen, wird mir klar welches Glück ich habe diesen Beruf auszuüben und hier an Bord sein zu dürfen. Hier kann ich Organismen aus mehr als 5000 m Tiefe in ihrem Lebensraum sehen oder aus dem Proben heraussortieren. Es sind bizarre Wesen, Lebenskünstler, Einzelgänger, Winzlinge, die meist auf den Unterwasserfotos gar nicht zu sehen sind. Dennoch haben wir aus nur wenigen Litern Volumen bereits weit mehr als 20.000 Invertebraten heraussortiert.
Ganz ehrlich gesagt bin ich gar nicht sehnsüchtig auf meine Rückkehr. Die Tatsache, dass wir an diesem Wochenende mit der Stationsarbeit fertig werden, packen müssen und es dann bald nach Hause geht, erfüllt mich eher mit Traurigkeit.

Umso mehr freut mich das große Interesse an unserer Forschung seitens der Leser unseres Tagebuches sowie die sehr positiven Rückmeldungen. Sicher wird es auch schön nach Hause zu unseren Familien zu kommen und zu den in Hamburg verbliebenen Mitarbeitern in meiner Arbeitsgruppe, die ich natürlich auch alle sehr vermisse. Bald werde ich wieder daheim sein. Vorher muss ich jedoch meinen Kopf in Korea noch mal unter Wasser halten und die Flachwasserfauna – möglicherweise genüsslich mit Tauchflasche auf dem Rücken - bestaunen!
Bis bald an Land!

Angelika Brandt, Zoologisches Museum, Universität Hamburg

 

Foto 2: Angelika unter Wasser. © Thomas Walter

Foto 2: Angelika unter Wasser. © Thomas Walter



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