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FS Sonne - KuramBio

Dienstag, 04. September 2012 - 46.Expeditionstag

04.10.2012, 22:22

 

Heute ist der letzte Tag an dem wir Material sortieren können. Es ist sehr heiß draußen, mehr als 30°, das Japanische Meer heißt uns mit subtropischem Wetter willkommen!


Wir beenden die Arbeit an Probe 11-9 – wir haben es geschafft sie gestern in weniger als einem Tag zu sortieren. In dieser Probe war zum ersten Mal eine einzige Larve eines Priapuliden (Priapswurm) und trilobitenartige Copepoden (Ruderfußkrebse der Ordnung Siphonostomatoidea).

Photo 1. Der letzte Tag des Sortierens. © Aleksei Chernyshev

Photo 1. Der letzte Tag des Sortierens. © Aleksei Chernyshev

In Eile haben wir unsere fixierten Tiere eingepackt. Kirill Minin ist verwundert darüber, wie zerbrechlich und superdünn seine irregulären Seeigel sind (einige haben ihm geraten sie in Honig zu betten). Anna Lavrentyeva hat Angst, dass ihr ihre wertvollen Cumaceen (Schlickkrebse) am Airport gestohlen werden könnten – wir müssen sie beruhigen - aber es wissen wohl nur Biologen den wahren Wert dieser Proben zu schätzen. Es ist wichtig daran zu denken, dass jedes Tier, das wir aus 5-6 km Tiefe wirklich richtig teuer und wertvoll ist.

Photo 2. Abyssaler Kiemenfußkrebs. © Anastassia Maiorova

Photo 2. Abyssaler Kiemenfußkrebs. © Anastassia Maiorova

Ungefähr 50 Biologen aus sieben Ländern werden das Material bearbeiten, diese Tiere identifizieren, neue Arten beschreiben, daher sollte das Material in einem guten Zustand bleiben und verwendbar für mögliche spätere DNA Analysen. Der Epibenthosschlitten hat z. B. nur in den Supranetzproben (der obere der beiden Netzbecher) mehr als 32.000 wirbellose Tiere während der KuramBio Expedition an Deck gebracht. Viele der Wirbellosen gehören zu den Peracarida (Ranzenkrebsen) oder Polychaeten (Meeresborstenwürmern), andere, die wir gefunden haben sind oft selten, zum Beispiel Leptostraca (Kiemenfußkrebse) und Crinoidea (Haarsterne).

Einige Tiergruppen konnten wir leider nicht sammeln, wie Monoplacophora (Einschaler), Brachiopoda (Armfüßer) und Loricifera (Korsettierchen). Ein ungewöhnlicher Fund ist sind koloniebildende Kamptozoen (Kelchwürmer) auf einer abyssalen Actinie (Seeanemone) sowie ctenostomate Bryozoen (Moostierchen) auf den Stacheln von Seeigeln. Wir sind so neugierig welche ungewöhnlichen und neuen Tiere noch in den unsortierten Proben des Epibenthosschlittens auf ihre Entdeckung warten! Leider kommt diese Expedition nun zum Ende, aber wir werden unsere Forschung mit dem Material weiter fortführen und müssen das restliche wissenschaftliche Material zu Hause so schnell wie möglich sortieren.

Aleksei Chernyshev (A.V. Zhirmunsky Institute für Marine Biologie)



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