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10.01.2018 - Blick in die Zukunft: Das Projekt BioKompass

Frankfurt, Karlsruhe, Darmstadt, 10.01.2018. Eine Wirtschaft der Zukunft, die unabhängig ist von fossilen Rohstoffen und eine nachhaltige Produktion von Gütern ermöglicht – diese Wunschvorstellung ist eng verknüpft mit der Idee der Bioökonomie. Sie orientiert sich an natürlichen Stoffkreisläufen und setzt auf nachwachsende Ressourcen. Doch wie kann eine solche Wirtschaft der Zukunft konkret aussehen? Welche Risiken sind mit biobasierten Innovationen verbunden und wie werden sie von der Bevölkerung angenommen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt BioKompass, das vom BMBF gefördert wird. Es bringt am 23. Januar 2018 unter anderem Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zu einem interaktiven Zukunftsdialog zusammen – hierfür werden zwei Plätze verlost.

Nachhaltiges Konstruieren
Statt Plastik: nachhaltiges Konstruieren und
Modellieren – bei Geburtstagsaktionen im
Senckenberg Naturmuseum rekonstruieren
Kinder Dinosaurier aus Bausteinen auf Basis
nachwachsender Rohstoffe.
Foto: Norbert Miguletz

Der morgendliche Griff zur Zahnbürste, die Fahrt zur Arbeit, ein Coffee-to-go – ständig verwenden wir im Alltag Produkte auf Basis fossiler Rohstoffe, häufig ohne es zu bemerken. Doch der Klimawandel, der Verlust der Biodiversität und die Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung stellen die Menschheit in naher Zukunft vor große Herausforderungen. Da braucht es kreative Ideen und vielversprechende Innovationen als Ausgangspunkt für eine zukunftsfähige Wirtschaft, die die Umwelt und damit die Lebensgrundlage der Menschen schützt. Mögliche Ansätze liefert die Bioökonomie. Sie setzt auf Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und sogar Abfallstoffe als Grundlage für sogenannte biobasierte Produkte. Die Ausgangsstoffe sind nachwachsend, schonen Ressourcen und ersetzen oftmals Materialien auf Basis fossiler Rohstoffe. Die Vision ist eine wissensbasierte Kreislaufwirtschaft, bei der möglichst alle anfallenden Stoffe verwendet werden und wenig verschwendet wird.

Die Nutzung von Biomasse und die Intensivierung landwirtschaftlicher Flächen werfen allerdings auch Fragen nach Risiken und Grenzen auf. Viele Aspekte der Bioökonomie führen zu Kontroversen und Zielkonflikten. In Fachkreisen findet hier bereits eine rege Diskussion statt – diese möchte das Projekt BioKompass aufgreifen und in die breite Öffentlichkeit tragen. Denn der Übergang zu einer biobasierten Wirtschaft mit all seinen Innovationen setzt ein hohes Maß an Akzeptanz und Bereitschaft zur Veränderung in der Bevölkerung voraus und ist auf deren Ideenreichtum und Kreativität angewiesen. Ziel des Projektes ist es, die Meinungsbildung im Bereich Bioökonomie zu fördern und einen Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen.

An der Realisierung dieser Ziele arbeitet ein breit aufgestelltes Team an Kooperationspartnern unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe. Beteiligt sind neben der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) auch die Fraunhofer-Institute für Graphische Datenverarbeitung IGD und für Chemische Technologie ICT sowie das Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE. Gemeinsam mit beteiligten Personen aus unterschiedlichsten Bereichen gehen sie der Frage nach, welche Themen und Schwerpunkte in der biobasierten Wirtschaft in Zukunft in den Fokus rücken sollten. Diese Zukunftsbilder werden anschließend im Senckenberg Naturmuseum präsentiert: Ein eigener interaktiver Ausstellungsbereich – das Evolving Lab – stellt aktuelle Ergebnisse des Projektes vor. Hier sollen Besuchende nicht nur informiert werden, sondern auch ihre eigenen Meinungen, Erfahrungen und Expertisen einbringen und die Zukunftsbilder so stetig weiterentwickeln.

Über Workshops bei den verschiedenen Kooperationspartnern wird zudem eine Zielgruppe eingebunden, die besonders von biobasierten Innovationen betroffen sein wird: Schülerinnen und Schüler der Oberstufe entwickeln eigenständig Bildungsinhalte und Vermittlungsformate. In Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten entwerfen sie Spiele, drehen Videos, legen die Grundlage für digitale Anwendungen oder gestalten Museumsexponate. Kontroversen, Konflikte und Hoffnungen werden so sichtbar gemacht und die Meinungsbildung wird unterstützt.

Für Interessierte an diesem Zukunftsprojekt gibt es die einmalige Gelegenheit, sich an der Auftaktveranstaltung zu beteiligen und innovative Ideen einzubringen. Es werden zwei Plätze für den Zukunftsworkshop am 23. Januar 2018 im Senckenberg Naturmuseum verlost. Hier werden die thematischen Weichen für das Projekt gestellt. Welche Technologien und Rohstoffe werden in den kommenden Jahren wichtig? Welche Zielkonflikte entstehen und welche Risiken müssen Beachtung finden? Diese und weitere Fragen werden mit einem ausgewählten Personenkreis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert. Wer Interesse an diesem Workshop hat, kann an der Verlosung teilnehmen.

Schreiben Sie bis zum 16. Januar 2018 an , warum Sie das Thema interessiert und warum Sie sich am Workshop beteiligen möchten.

Kontakt

Christina Höfling
Bildung und Vermittlung
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1542

Anna Lena Schnettler
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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