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02.10.2017 - Schwammiges Design

Benjamin Würkner, Absolvent der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, hat kürzlich unter anderem für seine Arbeit „Fiber Spider“ den „German Design Award“ als Newcomer des Jahres 2017 gewonnen. Grundlage für sein Projekt war eine Kooperation mit Museumsleiter Dr. Bernd Herkner und anderen Wissenschaftlern im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg.

Hauchzarte Nädelchen und eine biegsam-geschmeidige, aber
dennoch erstaunlich stabile Struktur – Glasschwämme
(Hexactinellida) faszinieren die Menschen schon seit ihrer
Entdeckung in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts.
Benjamin Würkner, Absolvent der Hochschule für Gestaltung
Offenbach (HfG), hat sich den besonderen Tiefsee-Bewohnern in
seinem Projekt „Fiber Spider“ nun aus einer neuen Perspektive
genähert. „Von Glasschwamm-Skeletten kann man nicht nur als
Biologe viel lernen: Der Schwamm besitzt eine Tragstruktur aus
Silikaten, die der industriell verarbeiteten Glasfaser sehr ähnlich
sind. Das beeindruckende an seinem Skelett ist die enorme
Stabilität, die mit geringem Materialaufwand erreicht wird“, erklärt
Würkner.
Um die Struktur der Glasschwammgattung Euplectella näher unter
die Lupe zu nehmen arbeitet Würkner derzeit eng mit der
Senckenberg-Meeresbiologin und Schwammforscherin PD Dr.
Dorte Janussen zusammen –als Weiterführung
einer zwar ungewöhnlichen, aber außergewöhnlich erfolgreichen
Kooperation mit dem Senckenberg: Der Jungdesigner setzte sich
kürzlich gegen 120 nominierte Mitbewerber als „Newcomer des
Jahres 2017“ für die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung
„German Design Award“ durch.
In seinem Projekt unter Betreuung von Prof. Dr. Markus Holzbach
generiert Würkner am Institut für Materialdesign (IMD) an der HfG
Offenbach Strukturen aus 3D gedrucktem Glasfaserverbund, die
der Gestalt natürlicher Glasschwämme nachempfunden sind.
„Welches Potential räumliche Tragwerke aus Faserverbund
aufweisen können, zeigt das beeindruckende Beispiel eines
Schwamms. Das Skelett ist praktisch unzerbrechlich und wiegt bei einer Länge von 28 Zentimeter und einem Durchmesser von 3,5 Zentimetern nur etwa fünf Gramm“, erläutert Würkner.

Das besondere Projekt begann 2010 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt mit „Transliquid – Zwischen flüssig und fest“, einem interdisziplinären zwölftägigen Workshop für Studierende der HfG Offenbach (Design) und der Frankfurt University of Applied Sciences FRA-UAS (Architektur), unter Leitung von  Prof. Dr. Markus Holzbach (HfG) und Prof. Carsten Rohde (FRAU-UAS) und in Kooperation mit Lokomotionsforscher und Museumsleiter Dr. Bernd Herkner und anderen Wissenschaftlern aus dem Forschungsinstitut Senckenberg. „Aufgrund der Anfrage nach relevantem Studienobjekten für diesen Workshop habe ich verschiedene aus meiner Sicht geeignete Schwämme, unter anderem ein Exemplar der Art Euplectella aspergillum, für den Workshop bereitgestellt“, erzählt Janussen und fährt fort: „Das ästhetisch-filigrane, aber dennoch haltbare und geschmeidige Kieselskelett dieses Glasschwamms war der Anstoß zum ‚Fiber Spider’-Projekt."

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Kontakt

PD Dr. Dorte Janussen
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Tel. 069-75421306
dorte.janussen@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de

Award
Benjamin Würkner bei der Verleihung des „German Design Awards 2017“.
© Manuel Debus - www.tmd-fotografie.de

Fiberspider
Projekt „Fiber Spider“ © B. Würkner

Wuerkner
Auftakt für die ausgezeichnete Arbeit: der „Transliquid“-Workshop im Senckenberg Naturmuseum. © Brita Jaichner.

Bildmaterial finden Sie unter www.senckenberg.de/presse

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Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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