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19.07.2011 - Die Museumsbienen – Bienenvolk zieht in den Insektensaal des Senckenberg Naturmuseums ein

Frankfurt am Main, den 19.7.2011. Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt wird bald um einige Tausend Exponate reicher sein – und zwar um lebende. Ein Bienenvolk bezieht am 22. Juli 2011 sein neues Zuhause im Insektensaal des Museums. Durch kleine Sichtfenster blicken Besucher direkt in das pulsierende Gewimmel des Bienenschaustocks und können die emsigen Tiere bei ihrem täglichen Treiben beobachten. Zur Feier des Einzuges der fleißigen Insekten erwartet kleine und große Bienenfreunde von 10-16 Uhr ein Programm rund um die Honigbiene.

Was auf den ersten Blick wie ein großes Durcheinander erscheint, hat System. Unter den Bienen herrscht eine perfekt organisierte Ordnung. „Wir möchten zeigen, was genau in einem Bienenstock passiert, wie die Tiere leben und wie wichtig sie für unser Ökosystem sind“, erklärt Museumsleiter Dr. Bernd Herkner. Die Idee, ein lebendes Bienenvolk im Museum anzusiedeln, stammt von Imker Wolfram Becker. Ihm fiel bei einem Besuch des Insektensaals das versiegelte Loch in der Wand auf, das nach draußen führt. Ein Einflugkanal für Bienen. Wo aber waren die geflügelten Honigsammler? Das Gespräch mit Bernd Herkner ergab, dass es hier bis vor fünf Jahren ein Bienenvolk gegeben hatte. Schnell war der Entschluss gefasst, mit Wolfram Beckers Hilfe wieder Bienen vom Insektensaal aus fliegen zu lassen.

Gemeinsam mit dem Senckenberg-Biologen Jonas Ewert und mit Unterstützung der KfW Bankengruppe entwickelte Becker ein Konzept für einen neuen Bienenschaustock. Im Mittelpunkt der Konstruktion steht das Wohl der Tiere. Die Wahl fiel auf eine klassische Wirtschaftsbeute, wie Imker den Bienenstock nennen. Sie bietet genug Platz und Rückzugsmöglichkeiten für die Bienen – trotz der eingelassenen Beobachtungsfenster, die den Blick auf die Waben und das Treiben der Tiere freigeben.

Eine Holzkabine um die Beute verhindert, dass sich zu viele Besucher-Nasen gleichzeitig an den Fenstern plattdrücken. Etwa 5 Personen haben dort Platz. Außerdem erleichtert die Kabine Imker Wolfram Becker seine Arbeit. In Zukunft schaut er einmal in der Woche nach dem Rechten und öffnet dazu den Schaustock. Damit bei der Stippvisite keine Bienen in das Museum schwirren, wird die Kabine in dieser Zeit geschlossen. Durch ein großes Fenster kann man Wolfram Becker bei der Bienenkontrolle beobachten und auch sehen, wie er volle Honigwaben entnimmt.

Zur Vorbereitung auf ihre neue Umgebung wohnt das Volk seit zwei Wochen auf dem Dach des Senckenberg Museums. Und es zeigt sich: Die Bienen fühlen sich im urbanen Umfeld mitten in Frankfurt wohl. Auf dem Land ist ihr Fortbestand durch Pestizideinsatz, Monokulturen, Flächenversiegelung und eingeschleppte Parasiten bedroht. Der Bienenstock im Museum ist eine Bereicherung der Frankfurter Stadtnatur und soll gleichzeitig zeigen, dass die Tiere viel mehr sind, als nur Honigproduzenten. „Als heimischen Blütenbestäuber sorgen sie für Artenreichtum und funktionierende Ökosysteme, denn ohne Bestäubung gibt es keine Früchte und Samen.“ erklärt Imker Becker.

Gemeinsam mit der KfW Bankengruppe, die ebenfalls ein Bienenvolk auf ihrem Dach ansiedelt, beteiligt sich das Senckenberg Naturmuseum an der Initiative der Stiftung „Mensch & Umwelt“, die das Projekt „Berlin summt“ ins Leben gerufen hat. In der Hauptstadt machen auf den Dächern prominenter Anlagen Bienenkästen auf die Bedeutung der Nützlinge aufmerksam. Mit der Eröffnung des Bienenhauses der KfW Bankengruppe am 3. August 2011 summt bald auch Frankfurt am Main. (ad)

 
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