Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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27.11.2017 - Löwen und Höhlenkäfer

Frankfurt, den 27.11.2017. Heute verleiht die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zwei Preise an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für besonders gelungene Veröffentlichungen. Der 25. Alexander-von Humboldt-Gedächtnispreis ehrt den besten Artikel, der 2016 in einer wissenschaftlichen Senckenberg-Publikation erschienen ist. Die Forschenden, die im letzten Jahr einen besonders interessanten populärwissenschaftlichen Beitrag im Senckenberg-Wissenschaftsmagazin „Natur – Forschung – Museum“ verfasst haben, erhalten den 16. Hanns-Christian-Schroeder-Hohenwarth-Preis.

Im Jubiläumsjahr der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gibt es auch für die Autorenteams rund um den slowenischen Wissenschaftler Slavko Polak sowie den Senckenberg-Wissenschaftler PD Dr. Joachim Scholz etwas zu feiern: Sie erhalten am 27. November 2017 um 17 Uhr im Hörsaal des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums den Alexander-von-Humboldt-Gedächtnispreis beziehungsweise den Hanns-Christian Schroeder-Hohenwarth-Preis.

Scholz hat gemeinsam mit seinen Forscherkollegen PD Dr. Irina Ruf und Mathias Wirkner den Artikel „Ein Apfelbäumchen für den Löwen“ im Senckenberg-Wissenschaftsmagazin „Natur – Forschung – Museum“ veröffentlicht und damit einen Nerv bei den knapp 7 000 Mitgliedern und Abonnenten getroffen: Rund 30 Prozent stimmten in einer Umfrage für diesen Beitrag. Unter dem Titel „Quo vadis, Panthera leo?“ ist das gesamte Heft dem Löwen gewidmet, denn – so legen es Scholz und Co. dar – dem „König der Tiere“ geht es schlecht. Zieht man Bilanz, so leben die Löwen Westafrikas noch auf insgesamt 49 000 Quadratkilometern; das entspricht 1,1 Prozent ihrer historischen Verbreitung. Vom Asiatischen Löwen (Panthera leo persica) existieren nur noch etwa 400 Tiere in freier Wildbahn. Und wie Scholz es sagt: „Gefahr droht ihnen aus allen Richtungen“.

Mit einem viel kleineren, aber nicht minder spannenden Tier hat sich das Wissenschaftlerteam rund um Slavko Polak vom Notranjska Museum Postojna auseinandergesetzt: In ihrer im Senckenberg-Fachjournal „Arthropod Systematics & Phylogeny“ erschienenen Studie beschreiben sie eine neue Höhlenkäferart der Gattung Hadesia. Die semiaquatischen Insekten sind typische Bewohner der Karsthöhlen des Dinarischen Gebirges und filtrieren das an den Höhlenwänden herablaufende Wasser. In ihrer Studie empfehlen die Autoren einen neuen Identifikationsschlüssel für die spezialisierten Käfer, um deren wahren Artenreichtum entschlüsseln zu können.

Der Hanns-Christian-Schroeder-Hohenwarth-Preis wurde 2001 von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu Ehren des langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten Dr. Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth eingeführt. Schroeder-Hohenwarth hat seinerseits im Jahr 1992 den Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis gestiftet. Während der Sieger-Artikel des mit 1.500 Euro dotierten Hanns-Christian-Schroeder-Hohenwarth-Preises jährlich durch eine Umfrage unter den Mitgliedern der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ermittelt wird, vergibt den mit 6.000 Euro dotierten Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis ein Wissenschaftlergremium der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

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Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

200 Jahre Senckenberg! 2017 ist Jubiläumsjahr bei Senckenberg – die 1817 gegründete Gesellschaft forscht seit 200 Jahren mit Neugier, Leidenschaft und Engagement für die Natur. Seine 200-jährige Erfolgsgeschichte feiert Senckenberg mit einem bunten Programm, das aus vielen Veranstaltungen, eigens erstellten Ausstellungen und einem großen Museumsfest im Herbst besteht. Natürlich werden auch die aktuelle Forschung und zukünftige Projekte präsentiert. Mehr Infos unter: www.200jahresenckenberg.de.

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