Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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07.06.2018 - Korallenriffe - bedrohte Schätze der Ozeane

Frankfurt, 08.06.2018 Korallenriffe sind die größten natürlichen Bauwerke unseres Planeten, deren Schönheit kaum zu übertreffen ist. Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen, sind aber massiv bedroht. Die International Coral Reef Initiative (ICRI) hat daher das „Internationale Jahr des Riffes 2018“ ausgerufen. Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt beteiligt sich daran und eröffnet heute die Sonderausstellung „Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane“. Die Ausstellung lädt dazu ein, in die Welt der Korallenriffe einzutauchen und anhand von Originalexponaten, Modellen und Filmen mehr über die einzigartige und komplexe Ökologie, die immense ökonomische Bedeutung sowie über die zunehmende Gefährdung der Riffe und den aktuellen Stand der Wissenschaft zu erfahren.

Obwohl die Warm- und Kaltwasserriffe in ihrer Gesamtheit nur etwa 0,15 Prozent des Ozeanbodens bedecken, sind sie für ein Drittel aller Lebewesen im Meer lebensnotwendig. Sie dienen zur Eiablage, als Rückzugsorte und Futtergebiete für eine Vielzahl von Tierarten und gelten als Kinderstube für 25 Prozent aller Hochseefische. Auch die Meeresschildkröten steuern die Korallenriffe regelmäßig an, um zu fressen oder sich durch Putzerfische von Parasiten befreien zu lassen. In der neuen Sonderausstellung im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt können Besucherinnen und Besucher etwa 50 Originalexponate, 5 Abgüsse von Fischen und 13 Modelle von Riff-Bewohnern aus nächster Nähe betrachten: von einer echten Karettschildkröte über das Modell von zwei Schwarzspitzen-Riffhaien bis hin zu Alkoholpräparaten eines Putzerlippfisches oder eines Langnasen-Nasendoktorfisches.

 „Senckenberg hat eine lange Tradition im Bereich Meeresforschung. Seit Jahrzehnten untersuchen unsere Wissenschaftler die Ökologie von Korallenriffen – insbesondere im Roten Meer“, erklärt Dr. Bernd Herkner, Leiter der Abteilung Museum im Senckenberg Naturmuseum. „Senckenberg-Wissenschaftler erforschen weltweit die biologische Vielfalt der Riffe im Flachwasser und in der Tiefsee. Mit Prof. Dr. André Freiwald und Dr. Friedhelm Krupp lernen unsere Besucher an einer Hörstation in der Sonderausstellung zwei unserer renommierten Wissenschaftler kennen“, fährt er fort.

 Dr. Bernd Herkner hat mit der Ausstellung das „International Year of the Reef“ (IYOR) aufgegriffen, um Besucherinnen und Besucher auf die Bedeutung und den Wert dieser Lebensräume aufmerksam zu machen und für das Thema Riff-Schutz zu sensibilisieren. Er unterstützt damit auch den Verein Reef Check e.V., der Mitinitiator des IYORs ist.

„Senckenberg ist mit dieser Ausstellung ein wichtiger Partner dieses Projekts und trägt dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Gefährdung der Riffe zu schärfen“, freut sich die Biologin Jenny Krutschinna von Reef Check e.V.

 „Wir möchten unsere Besucherinnen und Besucher für die einzigartige Schönheit der Korallenriffe begeistern und gleichzeitig informieren, wie schnell das sensible Gleichgewicht dieser Ökosysteme durch den Einfluss des Menschen gestört wird“, ergänzt Stefanie Raddatz, Kuratorin der Ausstellung. Die Folgen menschlicher Aktivitäten haben zu einer Krise in bisher nie dagewesenem Ausmaß geführt: Mehr als die Hälfte aller Warmwasserkorallenriffe gelten als nachhaltig gestört, etwa ein Drittel sind bereits unwiederbringlich verloren. Als Hauptursache des Korallensterbens wird der Klimawandel angeführt, hinzu kommen Faktoren wie die Verschmutzung der Meere und die Überfischung.

 Die Sonderausstellung „Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane“ führt thematisch auf die geplante Dauerausstellung „Korallenriff“ hin, die 2020 im Zuge des modularen Museumsumbaus im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt eröffnet werden soll. Die Präparatorinnen Hildegard Enting, Sylva Scheer und Anna Frenkel erarbeiten hierfür die Darstellung eines Riff-Lebensraums, die ein tropisches Korallenriff in seiner vollen Vielfalt als Biodiversitäts-Hot-Spot zeigen soll. „Wie schön, dass einige unserer Arbeiten für das große Diorama bereits jetzt als Vorboten in der aktuellen Sonderausstellung zu sehen sind“, freut sich Hildegard Enting. Gerade erst fertig gestellt wurde das detailgenaue Modell eines Tritonshorns, das einen Dornenkronenseestern verschlingt. In mühevoller Kleinstarbeit hat Sylva Scheer den Seestern modelliert und ermöglicht den Betrachtern einen ungewöhnlichen Blick auf die Unterseite dieses Tieres – mehr als 2.500 Füßchen und zahlreiche Mundwerkzeuge hat die Präparatorin hierfür angefertigt und angebracht. Weitere Vorboten, die auch ab 2020 im neuen Museumsraum „Korallenriff“ zu sehen sein werden, sind die präparierte Karettschildkröte sowie ein vergrößertes Modell eines Pygmäenseepferdchens.

 Sonderausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“, 8. Juni 2018 bis 10. Februar 2019 im 2. OG, Raum 208 im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main. Die Sonderausstellung kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt werden. Kombitickets: 10 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre) sowie 25 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder). Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 9 – 17 Uhr, Mi 9 – 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 9 – 18 Uhr. Weitere Informationen unter: www.senckenberg.de

Mit freundlicher Unterstützung des Geschäftsbereichs KFW Entwicklungsbank.

IYOR


Kontakt

Dr. Bernd Herkner
Leiter Abteilung Museum
Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069 – 7542 1557
bernd.herkner@senckenberg.de

 

Anna Lena Schnettler
Pressestelle
Senckenberg Gesellschat für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
lena.schnettler@senckenberg.de


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Modell von zwei Schwarzspitzen-Riffhaien in der Ausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze
der Ozeane“ im Senckenberg Naturmuseum
Copyright: Senckenberg/Tränkner

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Modell eines Tritonshorns, das einen
Dornkronenseestern verspeist – zu sehen in der neuen Sonderausstellung im Senckenberg
Naturmuseum Frankfurt.
Copyright: Senckenberg/Tränkner

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Ausstellungsraum „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“ im Senckenberg Naturmuseum.

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Kuratorin Stefanie Raddatz, Museumsleiter Dr. Bernd Herkner und Biologin Jenny Krutschinna von
Reef Check e.V. beim Rundgang durch die Ausstellung.

Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Berichterstattung zu dieser Pressemeldung verwendet werden unter der Voraussetzung, dass der genannte Urheber mit veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zulässig.

Im Rahmen des „Projekt Senckenberg – Neues Museum" wird die Grundfläche des Frankfurter Naturmuseums erweitert. Dabei entstehen die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft. Der Umbau des Museums erfolgt modular und ist so geplant, dass auch während der Bauphasen große Teile des Museums geöffnet bleiben. Für die große Um- und Neubauaktion wird eine Summe von 56 Millionen Euro benötigt, die über die Fundraising-Kampagne unter dem Slogan „Die Welt baut ihr Museum“ gesammelt wird. Mehr unter: www.die-welt-baut-ihr-museum.de

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
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Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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