Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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24.11.2011 - Sonderausstellung „Sammlungswelten – Anatomie im Glas“

Innenansichten: Senckenberg öffnet seine Archive und zeigt Präparate der anatomischen Sammlungen

24. November 2011 bis 22. Februar 2012, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt/Main

Frankfurt., den 21.10.2011. Dinosaurierskelette, Anakonda, Mineralien und bunte Vogelpräparate – nur einen Bruchteil der Schätze, die die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sammelt und bewahrt, ist im Naturmuseum für den Besucher sichtbar ausgestellt. In den wissenschaftlichen Abteilungen des Forschungsinstitutes lagern noch Millionen verborgener Kostbarkeiten. Mit der neuen Sonderausstellung „Sammlungswelten – Anatomie im Glas“ öffnet Senckenberg die Archive seiner Anatomie- und Gewebekunde-Sammlungen. Besucher können erstmals einen Blick auf Präparate werfen, die bisher der Forschung vorbehalten und für Generationen von Studierenden und Wissenschaftlern Grundlage zum Verständnis des Aufbaues von Organismen waren.

Ob Innenleben von Pinguin, Krokodil oder Giraffe: Gezeigt werden rund 300 meisterhaft präparierte Stücke des gesamten Tierreichs, darunter auch von ausgestorbenen Arten. Tiere, Teile von ihnen oder Gewebeproben: Konserviert in Gläsern mit Formalin werden die Präparate nicht nur vor dem Zerfall bewahrt, sondern auch der filigrane Feinbau der Gewebe bleibt erhalten. Senckenbergs Sammlungen der Anatomie, Embryologie (Entwicklungslehre) und Histologie (Gewebekunde) gehen buchstäblich in die Tiefe und erlauben Einblicke in die Konstruktion von Organismen. So lässt sich verstehen, wie das Zusammenspiel von Organen und Organsystemen, der Bewegungsapparat oder Gewebestrukturen funktionieren. Wie groß ist das Herz eines Elefanten? Und wie sieht die Zunge eines Pinguins aus?

Ein Vergleich der Präparate zeigt auch, welche baulichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede es im vielfältigen Reich der Arten gibt und wie sich der Bauplan der Lebewesen im Laufe der Evolution verändert hat. „Die teilweise über 100 Jahre alten Präparate sind somit eine wichtige Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse“ erklärt Senckenberg Sammlungsmanager Andreas Allspach. „Einige spektakuläre Stücke können wir erstmals in der Ausstellung zeigen, zum Beispiel das Muskelgewebe eines Mammuts, das im Permafrost erhalten blieb.“ Mit Hilfe der Sammlungen kann beispielsweise auch der Verlust der genetischen Vielfalt der Arten ermittelt werden, indem historische Präparate mit heutigen Populationen verglichen werden.

Die Ausstellung ist der Abschluss eines von der Kulturstiftung des Bundes und Kulturstiftung der Länder geförderten Programmes zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut (KUR). Das Bewahren ist neben dem Sammeln und Vermitteln eine der drei wichtigsten Aufgaben des Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Mit Hilfe des KUR-Projektes gelang es bereits mehrere tausend herausragende Präparate vor dem Verfall zu bewahren. Viele davon stammen aus dem späten 19. Jahrhundert. Nicht wenige davon sind unersetzlich, da die Arten bedroht oder ausgestorben sind. Gerade deshalb ist die Sammlung für wissenschaftliche Fragestellungen sehr wertvoll. Eingebettet in frische Fixier- und Aufbewahrungsflüssigkeit und gereinigte Gefäße sowie mit neuen Etiketten und aktuellem Nummerierungssystem versehen, ist eine Auswahl der beeindruckenden Präparate nun auch für Besucher im Senckenberg Naturmuseum zu sehen.

Mit der Sonderausstellung „Sammlungswelten – Anatomie im Glas“ unternimmt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vor dem geplanten Umbau des Senckenberg Naturmuseums einen weiteren Schritt, um ihre Archive für Besucher zu öffnen. Insgesamt über 37 Millionen präparierte Pflanzen, Tiere und Gesteine archiviert und pflegt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Durch die Erweiterung und den Umbau des Museums sowie des Forschungsinstitutes sollen die Sammlungen ein neues Zuhause erhalten, in dem sie auch künftig nach neuesten wissenschaftlich-technischen Kenntnissen für zukünftige Generationen bewahrt werden.

Der Besuch der Sonderausstellung ist kostenfrei, es wird nur der Museumseintritt erhoben.

Pressebilder

Sammlungswelten -  Anatomie im Glas (c) Senckenberg
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Sammlungswelten -  Anatomie im Glas (c) Senckenberg
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Sammlungswelten – Anatomie im Glas © Senckenberg Sammlungswelten – Anatomie im Glas © Senckenberg

   
Kontakte:

Sammlungsmanagement Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Andreas Allspach
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069- 7542 1369
Fax: 069-746238
E-Mail: andreas.allspach@senckenberg.de

KUR - Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut
Dorit von Derschau
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 1
06110 Halle an der Saale
Tel.: 0345- 29 97 160
Fax: 0345- 29 97 333
E-Mail: dorit.von.derschau@kulturstiftung-bund.de

Pressestelle Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Alexandra Donecker
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069- 7542 1561
Fax: 069- 7542 1517
E-Mail: alexandra.donecker@senckenberg.de


KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

Das KUR-Programm ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder. Mit insgesamt sieben Millionen Euro fördert es beispielhafte Konservierungs- und Restaurierungsprojekte in Museen, Archiven und Bibliotheken: von vorgeschichtlichen Eisenobjekten, chinesischen Höhlenmalereien über Notenmanuskripte der Bach-Familie und naturkundliche Kabinette bis hin zu zeitgenössischen Videoinstallationen – immer handelt es sich um Objekte oder Sammlungen von hohem kulturhistorischem Wert, die akut vom Verfall bedroht sind. Gefördert wurden 26 ausgewählte Vorhaben, die wissenschaftliche Grundlagen und innovative Lösungen für die Konservierung und Restaurierung entwickelten und mit zahlreichen Forschungsinstituten, Hochschulen und Museen im In- und Ausland kooperieren.
Die Kulturstiftung des Bundes möchte zusammen mit der Kulturstiftung der Länder ein weithin sichtbares Zeichen für die Dringlichkeit von Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen setzen, damit wir unser Kulturerbe in den Museen, Archiven und Bibliotheken erhalten und an die nächste Generation weitergeben können. Weitere Informationen unter
www.kulturstiftung-bund.de/kur. Gesellschaft für Naturforschung

Senckenberg

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Menschen teilt und Einblick in die Vielfalt der Natur sowie vergangene Zeitalter vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

 

 

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Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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