17.09.2012 - Neu entdeckte Schlange sagt „Nein zum Raubbau!“Frankfurt, den 17.09.2012. Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt haben im Hochland des westlichen Panamas eine neue Schlangenart entdeckt. Der wissenschaftliche Name des auffällig gefärbten Reptils Sibon noalamina bedeutet „Nein zur Mine“. Er soll darauf aufmerksam machen, dass der Lebensraum der harmlosen Schneckennatter durch menschliche Eingriffe akut bedroht ist. Die Frankfurter Wissenschaftler warnen davor, dass das gleiche Schicksal weiteren Amphibien- und Reptilienarten droht, die in den letzten Jahren in diesem Gebiet entdeckt wurden. Die Studie wurde heute im Fachmagazin „Zootaxa“ veröffentlicht.
Die Schlange Sibon noalamina ist für den Menschen ganz und gar harmlos und trägt doch einen kämpferischen Namen. Das hell-dunkel geringelte Reptil ähnelt auf den ersten Blick einer gut bekannten und weit verbreiteten Schneckennatterart – bei genauerer Untersuchung der ungiftigen Schlange stellte sich aber heraus, dass es sich um eine bisher unbekannte Art handelt.
Der zweite Teil des wissenschaftlichen Namens ist spanisch und bedeutet übersetzt „Nein zur Mine“. Stellvertretend für weitere erst seit kurzem bekannte und wahrscheinlich nur im Tabasará-Gebirge vorkommende Reptilien- und Amphibienarten steht die Schlange damit mit ihrem Namen gegen den Raubbau an der Natur und für die Erhaltung der Bergwälder im Westen Panamas.
Die neue Art gehört wie alle Vertreter der Gattung Sibon zu den so genannten Schneckennattern. Die nachtaktiven Tiere ernähren sich von Schnecken, nehmen aber auch andere weiche Nahrung wie Regenwürmer oder Froschlaich zu sich. Statt sich durch Bisse zu verteidigen, schrecken die ungiftigen Nattern mögliche Feinde durch ihr Aussehen ab: Sibon noalamina ahmt dabei mit ihren abwechselnden hellen und dunklen Ringen die Warnfärbung der giftigen Korallenschlangen nach. Lebensraum der Natter ist das Tabasará-Gebirge in der Comarca Ngöbe-Buglé, einem 1997 ins Leben gerufenen Autonomiegebiet der indigenen Völker Ngöbe und Buglé. Die immense Armut der Bevölkerung trägt hier zur höchsten Abholzungsrate innerhalb Panamas bei: Allein in den 1990er Jahren ging über ein Fünftel des Waldes verloren. Nun haben auch noch Bergbaukonzerne ein Auge auf die enormen Erzlagerstätten der Region geworfen, besonders auf die Kupfervorkommen der Cerro Colorado-Region.
Als Heimat mehrerer nur dort lebender – endemischer – Amphibien- und Reptilienarten ist die Serranía de Tabasará ein eigener kleiner Hotspot biologischer Vielfalt, der allerdings bisher kaum erforscht ist. Kontakt Judith Jördens Publikation Diese Bilder sind – unter Nennung des Copyrights – für Presseveröffentlichungen über die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung freigegeben. Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de. |
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