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15.01.2013 - Knapp 500 neue „Senckenberger“

Frankfurt, den 15.01.2013. In den zurückliegenden zwei Jahren haben Wissenschaftler der Senckenberg-Forschungsinstitute knapp 500 neue Arten entdeckt und beschrieben. Taxonomie und wissenschaftliche Sammlungen gehören zu den wichtigsten Schwerpunkten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Eine der knapp 500 neuentdeckten Arten: der abfärbende Gelbfärber-Regenfrosch Diasporus citrinobapheus © Senckenberg
Eine der knapp 500 neuentdeckten Arten:
der abfärbende Gelbfärber-Regenfrosch
Diasporus citrinobapheus © Senckenberg

Ob in der antarktischen Tiefsee, in den Regenwäldern von Laos oder in heimischen Auenlandschaften – überall entdecken Wissenschaftler der zehn Senckenberg-Standorte neue Tier- und Pflanzenarten. Selbst in vermeintlich bekannten Sammlungsschränken machen sie immer wieder Neuentdeckungen – sei es wegen bisher fehlender Klassifizierung oder dem Einsatz von neuen Bestimmungsmethoden. „Ziel ist dabei immer, die Vielfalt des Lebens auf der Erde, die Biodiversität, zu erfassen und zu erhalten“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Farbenfroh ist auch die auf der Insel Palawan neu entdeckte Krabbe Insulamon palawanense © Senckenberg
Farbenfroh ist auch die auf der Insel
Palawan neu entdeckte Krabbe Insulamon
palawanense
© Senckenberg

489 neue Arten wurden in den letzten beiden Jahren von Senckenberg-Wissenschaftlern weltweit beschrieben. Die Palette der Neuentdeckungen reichte dabei von farbenfrohen Inselkrabben über abfärbende Frösche und fossile Spechte bis hin zur ersten augenlosen Riesenkrabbenspinne. Manche der Tiere sind kaum entdeckt und schon wieder vom Aussterben bedroht. „Taxonomie dient auch dazu, Tierarten schützen zu können“, erklärt Dr. Peter Jäger, Arachnologe bei Senckenberg und selbst Entdecker von 46 neuen Spinnenarten in den Jahren 2011 und 2012. „Nur wer die Artenvielfalt kennt, kann entsprechende Schutzprogramme entwickeln.“ Denn täglich sterben immer noch über 100 Tierarten aus  – aller Neuentdeckungen zum Trotz.

Allein in der Grube Messel wurden 65 bisher unbekannte Pflanzengattungen gefunden. © Senckenberg
Allein in der Grube Messel wurden 65
bisher unbekannte Pflanzengattungen
gefunden. © Senckenberg

In den Jahren 2011 und 2012 entdeckten Senckenberger Forscher 402 heute lebende und 87 fossile Arten, 414 davon leben an Land und 75 in den Weltmeeren. Das Gros der neuen Arten (324) stammt aus Asien, immerhin 96 Arten aus Europa. Die Gliederfüßer, zu denen die Insekten, Spinnentiere, Krebstiere und Tausendfüßer gehören, waren aufgrund ihrer schon bekannten Artenvielfalt erwartungsgemäß mit über 300 Arten auch bei den Neubeschreibungen führend, danach folgten Schnecken und Muscheln (64) und Pflanzen (30). Es wurden sowohl  molekulare als auch traditionelle Methoden, wie morphologische Untersuchungen, eingesetzt. „Das Jahr 2012 war mit 329 neuentdeckten Arten der bisherige Senckenberg-Spitzenreiter“, ergänzt Mosbrugger und fährt fort: „Demnach haben wir etwa zwei Prozent der weltweit neu entdeckten Arten beschrieben.“

In dunklen Höhlen versteckt, aber  trotzdem entdeckt: Riesenkrabbenspinne Sinopoda scurion © Senckenberg
In dunklen Höhlen versteckt, aber
trotzdem entdeckt: Riesenkrabbenspinne
Sinopoda scurion © Senckenberg

In den letzten 5 Jahren kommen die Senckenberger Wissenschaftler  auf über 1.100 Artneubeschreibungen. Doch auf ihrem Erfolg ausruhen wollen sich die Biologen und Paläontologen nicht. „Bisherige Schätzungen zur globalen Artenvielfalt gehen weit auseinander: Experten sehen die Zahl zwischen drei und 100 Millionen Arten“, erläutert Jäger. Sicher ist, dass der Mensch einen Großteil davon noch nie zu Gesicht bekommen hat.
Es bleibt demnach viel zu tun und es gibt weiterhin Spannendes zu entdecken für die Taxonomen im Hause Senckenberg.

Diese neu entdeckte fossile Fliegenart, wurde nach dem ehemaligen Senckenberg-Präsidenten Dr. Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth benannt. © Senckenberg
Diese neu entdeckte fossile Fliegenart,
wurde nach dem ehemaligen Senckenberg-
Präsidenten Dr. Hanns Christian Schroeder-
Hohenwarth benannt. © Senckenberg

Kontakt
Dr. Peter Jäger
Senckenberg Forschungsinstitut
Sektion Arachnologie
Tel. 069 7542 1340

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434

Download der Pressemitteilung 

 

 

Weitere Senckenberger Neuentdeckungen in den Jahren 2011 und 2012:

 
Anhand des Paarungsverhaltens erkannt: neue Schneckenart Deroceras invadens © Senckenberg
Anhand des Paarungsverhaltens erkannt:
neue Schneckenart Deroceras invadens © Senckenberg
Neu entdeckter Scheinpilz Hyaloperonospora thlaspeos-perfoliati auf Stengelumfassendem Täschelkraut © Senckenberg 
Scheinpilz Hyaloperonospora thlaspeos-perfoliati - exemplarisch für viele Neuentdeckungen von Arten des Falschen Mehltaus © Senckenberg 
Pseudochromis socotraensis sp. nov. - entdeckt im artenreichen Sokotra Archipel. © Senckenberg
Pseudochromis socotraensis sp. nov. - entdeckt im artenreichen Sokotra Archipel. © Senckenberg
Fossile Ameise Cephalopone potens aus der Grube Messel. Dies ist eine von über 20 letztes Jahr neu aus Messel beschriebenen, heute ausgestorbenen Ameisen-Arten, die aussergewöhnlich große Kiefer hat. © Senckenberg
Fossile Ameise Cephalopone potens
aus der Grube Messel. Dies ist eine von über 20 letztes Jahr neu aus Messel beschriebenen, heute ausgestorbenen Ameisen-Arten, die aussergewöhnlich große Kiefer hat. © Senckenberg
 Insgesamt 30 Schnecken wurden 2011 und 2012 entdeckt, darunter auch Oospira (Distortiphaedusa) coffea © Senckenberg
Insgesamt 30 Schnecken wurden 2011 und 2012 entdeckt, darunter auch Oospira (Distortiphaedusa) coffea © Senckenberg
Die Ruderfußkrebse Cerviniella hitoshii sp. nov konnten sich auch in einer Tiefe von 796 Metern nicht vor einer Neuentdeckung im Arktischen Ozean verstecken (c) Terue C. Kihara
Die Ruderfußkrebse Cerviniella hitoshii sp. nov konnten sich auch in einer Tiefe von 796 Metern nicht vor einer Neuentdeckung im Arktischen Ozean verstecken (c) Terue C. Kihara
Eine neu beschriebene Unterart von Puya alpestris (Bromeliaceae) aus Mittel-Chile. Die Pflanzen können etwa 4 Meter Höhe erreichen und blühen sehr attraktiv. © Senckenberg
Eine neu beschriebene Unterart von Puya alpestris (Bromeliaceae) aus Mittel-Chile. Die Pflanzen können etwa 4 Meter Höhe erreichen und blühen sehr attraktiv. © Senckenberg
 Jungtier der neu entdeckten Schneckennatter Sibon noalamina © Sebastian Lotzkat
Jungtier der neu entdeckten Schneckennatter Sibon noalamina © Sebastian Lotzkat
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der kieseligen Spicula eines neuen Art der Glassschwämme aus dem NW Atlantik (Florida) aus ca. 1000 m Tiefe. © SenckenbergRasterelektronenmikroskopische Aufnahme der kieseligen Spicula eines neuen Art der Glassschwämme aus dem NW Atlantik (Florida) aus ca. 1000 m Tiefe. © Senckenberg

 

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Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

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Email: pressestelle@senckenberg.de

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