Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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05.07.2018 - Archaeopteryx Nr. 11 - der "Urvogel" zu Besuch im Senckenberg

Frankfurt, 06.07.2018. Vor rund 150 Millionen Jahren herrschten in Mitteleuropa feuchtwarme Bedingungen. Das heutige Altmühltal in Bayern war geprägt von ausgedehnten Lagunen, deren Ränder von Korallenriffen und Inseln gesäumt waren. In den wannenförmigen Vertiefungen zwischen den Riffbauten lagerte sich feinkörniger Kalkschlamm ab, der sich über Jahrmillionen zu den heutigen Solnhofener Plattenkalken verfestigte. In diesen sind bemerkenswert gut erhaltene Fossilien konserviert – allen voran der „Urvogel“ Archaeopteryx. Insgesamt 13 Exemplare wurden bisher gefunden. Das 11. Exemplar zeichnet sich durch sein einzigartig erhaltenes Federkleid aus und wird nun in der Schatzkammer des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt gezeigt. Er ist Teil des neuen Ausstellungsbereichs „Gefiederte Dinosaurier“, der die wissenschaftliche Diskussion beleuchtet, ob Vögel Dinosaurier sind.

Die Ausstellung stellt den Archaeopteryx und seinen Lebensraum am Rand der Plattenkalklagunen des Bayerischen Altmühltales vor. Dabei werden neueste Erkenntnisse aus der paläontologischen Forschung berücksichtigt. Es wurden unter anderem Modelle des „Urvogels“ nach dem aktuellen Stand der Forschung angefertigt und eine Computeranimation stellt seine Bewegungsmuster dar. Der Weg vom landlebenden Raubsaurier hin zum heutigen Vogel wird Schritt für Schritt erörtert: vom Knochenbau über die Evolution der Vogelfeder bis hin zu den ältesten echten fossilen Vögeln aus China.

„In diesem Ausstellungsbereich wird der Dreiklang sehr gut sichtbar, der uns bei Senckenberg so viel bedeutet“, erklärt Direktoriumsmitglied Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese bei der Ausstellungseröffnung. „Hier kommen die Expertise unserer Wissenschaftler, wertvolle Objekte aus unseren Sammlungen sowie gesellschaftliches Engagement zusammen“, fährt sie fort. Dabei dankt sie der Lipoid-Stiftung für die Ermöglichung der Ausstellung und Herrn Horst Weiser für die Spende von zwei fossilen Flugsauriern. Die Lipoid-Stiftung, bei der Eröffnung vertreten durch Dr. Herbert Rebmann, fördert unter anderem die archäologische Forschung und das allgemeine Interesse der Öffentlichkeit an deren Ergebnissen. „Wir freuen uns, dass das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt ein Exemplar des seltenen und weltweit bekannten Archaeopteryx nun in einer anspruchsvollen und gelungenen Form präsentiert, die viele Besucher begeistern wird“, so Rebmann.

Projektleiter Philipe Havlik erläutert beim Rundgang durch die Ausstellung die verschiedenen didaktischen Ebenen. Erwachsene und Kinder können sich die zentralen Aussagen der Ausstellung auf unterschiedlichen Wegen erschließen – über Grafiken, Texte und Objekte. „Besonders wichtig bei der Konzeptionierung des Ausstellungsbereichs war uns, auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft zu sein“, erklärt Havlik. „In diesem Jahr sind gleich mehrere wissenschaftliche Publikationen dem Thema erschienen, die wir allesamt in der Ausstellung berücksichtigt haben – der 13. Archaeopteryx wurde sogar erst während unserer Vorbereitungsarbeiten entdeckt", berichtet Havlik.

 Wie schon die aktuelle Ausstellung „Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane“ ist auch der neue Ausstellungsbereich „Gefiederte Dinosaurier“ thematisch ein Vorgriff auf das geplante Neue Museum. „Wir werden den Ausstellungsbereich „Gefiederte Dinosaurier“ in das Neue Museum übernehmen, wo wir das Thema Fossillagerstätten eingehend beleuchten werden“, erklärt Bernd Herkner, Leiter Abteilung Museum im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum. Der Umbau erfolgt modular und startet im Bestandsbau des Museums. Der erste Raum zum Thema „Tiefsee“ wird bereits im nächsten Jahr eröffnet. Es folgt der Raum „Korallenriff“, der ab 2020 zu sehen sein wird.

 Die Ausstellung wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung der

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Das 11. Exemplar des Urvogels Archaeopteryx wurde Senckenberg durch die Interprospekt AG zur Verfügung gestellt. Es befindet sich in einer Privatsammlung, die von der Interprospekt AG betreut wird. 

Das Fossil des Flugsauriers Rhamphorhynchus wurde Senckenberg von Herrn Horst Weiser geschenkt.



Kontakt

Philipe Havlik
Projektleiter
Zentrale Museumsentwicklung
Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069 – 7542 1224
philipe.havlik@senckenberg.de

 Anna Lena Schnettler
Pressestelle
Senckenberg Gesellschat für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561
lena.schnettler@senckenberg.de


1
Das Originalexponat Archaeopteryx
Nr.11 aus den Solnhofener Plattenkalken.
Copyright: Senckenberg/Tränkner

2
Für die Ausstellung „Gefiederte
Dinosaurier“ wurde eine Computeranimation
des Archaeopteryx erstellt – ausgehend
von den Erkenntnissen über das Gefieder
am 11. Exemplar.
Copyright: Die Infografen

3
Flugsaurier Rhamphorhynchus – zu
sehen im neuen Ausstellungsbereich
„Gefiederte Dinosaurier“.
Copyright: Senckenberg/Tränkner

4
Projektleiter Philipe Havlik, Direktoriumsmitglied Katrin Böhning-Gaese und Bernd Herkner, Leiter Abteilung Museum beim Rundgang durch den neuen Ausstellungsbereich „Gefiederte Dinosaurier“.
Copyright: Senckenberg/Neunzehn

Die Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Berichterstattung zu dieser Pressemeldung verwendet werden unter der Voraussetzung, dass der genannte Urheber mit veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zulässig.

 

Im Rahmen des „Projekt Senckenberg – Neues Museum" wird die Grundfläche des Frankfurter Naturmuseums erweitert. Dabei entstehen die vier neuen Ausstellungsbereiche Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft. Der Umbau des Museums erfolgt modular und ist so geplant, dass auch während der Bauphasen große Teile des Museums geöffnet bleiben. Für die große Um- und Neubauaktion wird eine Summe von 56 Millionen Euro benötigt, die über die  Fundraising-Kampagne unter dem Slogan „Die Welt baut ihr Museum“ gesammelt wird. Mehr unter: www.die-welt-baut-ihr-museum.de

 Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

18.07.2018 12:03:11


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