Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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28.12.2018 - Die Biodiversität der Insekten

PD Dr. Steffen Pauls, Leiter der Abteilung Terrestrische Zoologie sowie der Sektion
Entomologie III beim Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt am
Main, ist zum 1. Januar 2019 zum Professor für Allgemeine Entomologie an der Justus-Liebig-
Universität Gießen (JLU) ernannt worden. Durch die gemeinsame Berufung wird die enge
Zusammenarbeit von Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für
Naturforschung (SGN) im Bereich der Biodiversitäts- und Insektenforschung weiter
ausgebaut.

„Ich freue mich sehr über diese gemeinsame Berufung, die unsere Biodiversitätsforschung im
Bereich Insekten stärkt – gerade in Zeiten des Insektensterbens ein höchst notwendiges
Forschungsgebiet“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Auch unsere
Studierenden und unser wissenschaftlicher Nachwuchs werden von PD Dr. Pauls‘ besonderer
Expertise und den Kontakten, die die enge Verbindung zur Senckenberg Gesellschaft für
Naturforschung bietet, sehr profitieren.“

„Senckenberg arbeitet schon seit längerem sehr gut mit Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern der JLU zusammen“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger,
Generaldirektor der SGN. „Die gemeinsame Berufung von Steffen Pauls ist ein höchst
erfreulicher, erster Schritt zu einem weiteren Ausbau und zu einer Formalisierung dieser
Kooperation zwischen JLU und Senckenberg auf dem hochaktuellen Gebiet der
Biodiversitätsforschung. Ich bin überzeugt, dass die gemeinsame Berufung hier wichtige neue
Impulse setzen wird.“

Die gemeinsame Berufung von Pauls erfolgt nach dem „Jülicher Modell“, bei dem die
Berufenen zur Wahrnehmung ihrer Leitungsaufgaben in einer außeruniversitären
Forschungseinrichtung beurlaubt werden. Pauls wird jedoch neben seiner Tätigkeit als
leitender Wissenschaftler am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt
auch an der Lehre und an der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fachgebiet
Umweltwissenschaften an der JLU beteiligt sein. Das Lehrangebot am Fachbereich
Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement wird er um Veranstaltungen
in seinem Spezialgebiet molekulare und klassische Diversitätsforschung bei Insekten
erweitern.

Steffen Pauls promovierte an der Universität Duisburg-Essen und habilitierte sich im Jahr
2014 an der Freien Universität Berlin, wo er anschließend zwei Jahre lang als Privatdozent tätig war. Seit 2015 ist er Privatdozent an der Goethe-Universität Frankfurt. Am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt forschte er zunächst als Postdoc, von 2010 bis 2016 als (Nachwuchs-)Gruppenleiter des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (SBiK-F). Forschungsaufenthalte führten ihn inzwischen auf alle Kontinente, dabei u.a. in die USA mit Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Populationsgenetik und Evolution von Wasserinsekten sowie die Biodiversitätsforschung in Fließgewässern.

Die Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung verbinden verschiedene Forschungsaktivitäten. Sie arbeiten gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME im LOEWE-Forschungszentrum „Translationale Biodiversitätsgenomik“ (LOEWE-TBG) zusammen, in dem die Erbgutinformation einer bisher unerreichten Bandbreite von Organismen entschlüsselt werden soll. Im Oktober 2018 wurde zudem ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt bewilligt, bei dem JLU, SGN und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Gründe für den Rückgang einer bedrohten Schlafmaus-Art untersuchen.

Weitere Informationen
http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=1458

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Freude über die gemeinsame Berufung der JLU und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung von PD Dr. Steffen Pauls (v.l.): Prof. Dr. Klaus Eder, Dekan des Fachbereichs Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement an der JLU, JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, PD Dr. Steffen Pauls, JLU-Vizepräsident Prof. Dr. Peter Kämpfer und Prof. Dr. Andreas Mulch, Stellvertretender Generaldirektor der SGN. Foto: Rolf K. Wegst

Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen-schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.

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