Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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12.05.2011 - Eine Reise auf der Straße der Arten

Görlitz. Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz lädt zu seiner neuen Schau „via regia - Straße der Arten“ ein. Sie wird am 20. Mai um 17:30 Uhr feierlich von Staatsministerin Prof. Dr. Sabine von Schorlemer und Senckenberg Generaldirektor Prof. Dr. Volker Mosbrugger eröffnet.  Damit startet der Ausstellungsreigen zur 3. Sächsischen Landesausstellung „via regia – 800 Jahre Bewegung und Begegnung“. Konzipiert ist die „Straße der Arten“ als ergänzender Beitrag zur Landesausstellung.

Die Ausstellungsmacher thematisieren die Hohe Straße, also die via regia, die im Laufe der Jahrhunderte nicht nur ein Reiseweg für den Menschen und seine Güter war, sondern auch ein Weg auf dem Pflanzen, Tiere aber auch Krankheitserreger verbreitet wurden. In elf verschiedenen Themenbereichen nehmen die Ausstellungsmacher Andrzej Paczos,  Birte Launert, Susanne Schäfer  und Prof. Dr. Willi Xylander die Straße genau unter die Lupe.

Vieles, was uns heute in der Lausitzer Landschaft als selbstverständlich erscheint, ist in Wahrheit erst das Resultat ausgedehnter Handelsbestrebungen und Transportbewegungen der Menschen von West nach Ost, aber auch von Nord nach Süd. So sind beispielsweise die Lausitzer Teiche, die die ganze nördliche Oberlausitz prägen und ihren Naturreichtum bis heute ausmachen, zu einem großen Teil angelegt worden, um dort Karpfen zu züchten. Dieser heute so selbstverständliche Fisch ist keineswegs einheimisch, sondern wurde erst im Laufe des Mittelalters im Rahmen der Kolonisation des Gebietes von Mönchen und Adligen mitgebracht, u. a. um mit ihrem wohlschmeckenden Fleisch die Fastenzeit zu überbrücken. Neben tierischen Nahrungsmitteln, wobei auch Rinder und Lausitzer Cowboys eine nicht unerhebliche Rolle spielen, stehen auch Farben und Tuche im Mittelpunkt der Ausstellung. Ein Themenbereich beschäftigt sich mit der Waidpflanze, die die Stoffe blau färbte und aus Thüringen nach Görlitz kam. Aber auch eine wenig bekannte Laus wird vorgestellt, aus der ein purpurroter Farbstoff gewonnen wurde, den man beinahe mit Gold aufwog.

Doch nicht nur in bunten Farben beschreibt die Ausstellung den Wandel und Handel von lebenden Tieren und Pflanzen entlang der Straße. Es geht auch um tragische Ereignisse und  Schrecken verbreitende Einwanderer, wie Läuse und Flöhe, die die Pest oder das Fleckfieber in die Region brachten und sehr viele Opfer forderten. So war auch der Tod ein steter Begleiter des Menschen auf der via regia.

Der Transport von Tieren und Pflanzen ist bei weitem noch nicht abgeschlossen wie z.B. die Ansiedlung eines Wildschafes, des Mufflons, in den Königshainer Bergen bei Görlitz in den 1960er Jahren dokumentiert. Und noch immer treffen beinahe täglich neue Tiere und Pflanzen zumeist unbemerkt in der Region ein. Einige von ihnen können bleiben und etablieren sich, während andere nur ein kurzes Gastspiel geben, wie der chinesische Laubholzbockkäfer, der sich zum üblen Waldschädling hätte entwickeln können. Die Straße der Arten stellt eine ideale Ergänzung zur historischen Ausstellung im Kaisertrutz dar und rundet das Bild der via regia so richtig ab.

Die Ausstellungstexte sind in Deutsch und Polnisch geschrieben. Ab Dezember ist die Ausstellung dann in Zusammenarbeit mit der Stadt Zgorzelec auch in Polen zu erleben. Somit trägt auch die „via regia“- Ausstellung zum Austausch und zur Kommunikation über regionale Grenzen hinaus bei.  Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung: Investition in Ihre Zukunft.

Die Ausstellung kann ab dem 21. Mai bis zum 31. Oktober besichtigt werden. Für die Landesausstellung hat das Museum seine Öffnungszeiten erweitert: von 10 Uhr bis 18 Uhr täglich, sowie freitags bis 21 Uhr. Es gelten die Eintrittskarten der Sächsischen Landesausstellung.

Dr. Christian Düker |  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
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