Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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06.06.2011 - Ein Land auf dem Trockenen: Wie Namibia seinen Wassermangel bekämpft

Dürre
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Frankfurt am Main, den 6. Juni 2011. Zum Abschluss der vom SENCKENBERG Naturmuseum und Biodiversität und Klima Forschungszentrum organisierten Vortragsreihe „Wasser! - Lebenselixier, Lebensraum, Lebensgefahr“ geht es um Entwicklungszusammenarbeit in Namibia – einem der trockensten Länder Afrikas. Zwar gibt es hier in der Regenzeit extreme Niederschläge, aber rund 80 % davon verdunsten wieder, und nur wenige Flüsse führen das ganze Jahr über Wasser. Mit der Unterstützung deutscher Wissenschaftler wird vor Ort seit mehreren Jahren versucht, die Wasserversorgung zu verbessern und kurzzeitig verfügbare Wasserressourcen langfristig nutzbar zu machen. Dr. Stefan Liehr, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), stellt im Vortrag „Wasser – eine Ressource zwischen Armut und Entwicklung am Beispiel Namibia“ eines dieser Projekte vor.

Im zentralen Norden Namibias lebt rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes – Tendenz steigend. Dadurch erhöht sich der Wasserbedarf in einer Gegend, deren Wasserversorgung ohnehin schon problematisch ist. In der Trockenzeit herrscht hier Dürre, in der Regenzeit hat das Gebiet mit Überschwemmungen zu kämpfen. Diese starken jahreszeitabhängigen Schwankungen der Wasserverfügbarkeit werden sich durch den Klimawandel vermutlich noch verschärfen. Das lokale Grundwasser ist darüber hinaus meist zu salzhaltig, um es als Trinkwasser zu nutzen. Die Wasserversorgung ist zudem eng mit dem Nachbarstaat Angola verknüpft, da die Trinkwasserversorgung hauptsächlich über ein Fernleitungssystem erfolgt, das Wasser aus zwei Flüssen transportiert, die jenseits der Grenze liegen oder diese bilden.

Das vom ISOE koordinierte Verbundprojekt „CuveWaters“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wasserversorgung in der Modellregion Cuvelai-Etosha-Becken nachhaltig zu verbessern. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Initiative setzt auf Technologie, um Wasserquellen besser zu erschließen und zu nutzen. In der derzeit laufenden zweiten Projektphase werden bis 2013 diverse Pilotanlagen zur Gewinnung und Speicherung von Regenwasser, zur solarbetriebenen Entsalzung von Grundwasser sowie zur Abwasseraufbereitung errichtet und betrieben.

Ein zweiter Teil des Projektes ist die Förderung sozialer Entwicklungen, um die technologischen Fortschritte langfristig zu verankern. Dazu gehört Unterstützung bei dem Aufbau institutioneller Strukturen zur Regelung der Versorgung, Ausbildung und Wissensvermittlung, z.B. neue Ideen zur Bewässerungslandwirtschaft und zur Anpassung der Wassernutzung. Mit seinem umfassenden Ansatz ist „CuveWaters“ ein wichtiger Schritt, um die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Sie definieren den Zugang zu sauberem Wasser als Schlüsselelement für verbesserte Lebensbedingungen.

Datum:  Mittwoch, 08. Juni 2011
Ort:   Festsaal, Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt
Beginn:  19 Uhr

Die Veranstaltung findet im Rahmen der neunteiligen Vortragsreihe „Wasser! – Lebenselixier, Lebensraum, Lebensgefahr“ statt. Organisatoren sind das SENCKENBERG Naturmuseum in Zusammenarbeit mit dem LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F). Die Teilnahme ist kostenlos. Mehr unter www.senckenberg.de

Pressekontakt Senckenberg:
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Alexandra Donecker
Tel.: 069 7542 1561
Fax: 069 7542 1517
E-Mail: alexandra.donecker@senckenberg.de

Pressekontakt BiK-F:
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Sabine Wendler
Tel.: 069 7542 1838
Fax: 069 7542 1800
E-Mail: sabine.wendler@senckenberg.de

Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit dem 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben.www.bik-f.de

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

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