Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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17.06.2011 - Start der neuen Senckenberg-Vortragsreihe „Wölfe“

22. Juni 2011, 19 Uhr, Wolfgang-Steubing-Halle, Senckenberg Naturmuseum

(c) Willi Xylander
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Frankfurt, den 17. Juni 2011. Wolf oder Schäferhund? Das fragten sich im Januar 2011 Spaziergänger in der Nähe von Gießen, die den Vierbeiner sichteten. Der DNA-Test im Wildtiergentischen Labor des Senckenberg-Forschungsinstituts in Gelnhausen brachte Gewissheit. Es ist tatsächlich ein Wolf – das zweite Exemplar, das nach rund 160 Jahren in Hessen gesehen wurde. Am 22. Juni beginnt die neue Vortragsreihe des Senckenberg Naturmuseums, die den neuen Nachbarn vorstellt. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten Experten aus Wissenschaft und Praxis Canis lupus. Den Auftakt macht Carina Wagner mit dem Vortrag „Wolf, du hast das Reh gestohlen – vom Wolf und seinen Beutetieren“.

Die Nachwuchswissenschaftlerin vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz erklärt, was entgegen dem hartnäckigen Gerücht vom menschenfressenden Wolf wirklich auf dem Speiseplan des Jägers steht. Die Rückkehr des Wildtieres in unsere Wälder, vor allem in den Nordosten Deutschlands, schürt alte Ängste und bringt Konflikte mit sich, die alle mehr oder weniger mit dem Ernährungsverhalten der Wölfe zu tun haben. Auch darum ist es wichtig, ihren Speiseplan so exakt wie möglich zu kennen.

Genau das wird am Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz erforscht. Herhalten muss dafür die so genannte Losung, also der Kot der Wölfe. Der Wolf frisst seine Beute mit Haut und Haaren. Im Kot finden sich daher immer auch unverdauliche Bestandteile: Haare, Knochenstücke, Zähne, Klauen. An diesen können Wissenschaftler genau ablesen, was und wie viel der Wolf gefressen hat. Und die Reste der Beutetiere verraten noch mehr, zum Beispiel, dass der Jäger häufig alte oder verletzte Tiere erlegt. All diese Untersuchungen ergeben ein Bild über das Ernährungsverhalten des Wolfes in Deutschland, das zeigt: Das uralte Image vom „bösen Wolf“ stimmt nicht ganz.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr unter www.senckenberg.de/woelfe

Datum: Mittwoch 22. Juni 2011
Ort: Wolfgang-Steubing-Halle, Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt
Beginn: 19 Uhr

Weitere Vorträge aus der Reihe mit anerkannten Wolfsexperten:

3. August
So kam der Mensch auf den Hund – zur Geschichte des ältesten Haustiers
Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Zoologisches Institut

17. August
Die phantastischen Drei der „Alten Fasanerie“. Vortrag und Foto-Schau über die Polarwölfe im Wildpark in Hanau
Dr. Marion Ebel, Wildpark „Alte Fasanerie“ Klein-Auheim

24. August
Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“. Öffentlichkeitsarbeit als Teil des Wolfs-Managements in Sachsen
Stephan Kaasche, Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“

31. August
Wölfe in der Lausitz – Wölfe in Deutschland?
Gesa Kluth, Wildbiologisches Büro „LUPUS“

7. September
Wie die wilden Wölfe leben – Filmaufnahmen vom Verhalten freilebender Lausitzwölfe
Sebastian Koerner, LUPOVISION, Spreewitz

14. September
Das Rotkäppchen-Syndrom. Die Einstellung der Menschen zum Wolf von der Vergangenheit bis in die Gegenwart
Eveline Evers-Blank, Wolfsbotschafterin des Naturschutzbundes Deutschland e. V., NABU

21. September
Mit DNA-Forensik auf der Spur der Wölfe – genetisches Wolfsmonitoring in Deutschland
Dr. Carsten Nowak, SENCKENBERG Forschungsstation für Limnologie und Naturschutz, Labor für Wildtiergenetik


Pressekontakt:

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Alexandra Donecker
Tel.: 069- 7542 1561
Fax: 069- 75421517
E-Mail: alexandra.donecker@senckenberg.de

 

 

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Email: pressestelle@senckenberg.de

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Senckenberganlage 25
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