Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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29.11.2011 - Stadt Frankfurt ehrt museumspädagogisches interkulturelles Projekt

Die Stadt Frankfurt ehrte das museumspädagogische Projekt „Gemeinsam Natur erleben - interkultureller Austausch im SENCKENBERG“ mit dem Integrationspreis. Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg überreichte gestern, am 29. November 2011, den Preis feierlich im Kaisersaal des Römers. Senckenberg teilt sich die mit insgesamt 15 000 Euro dotierte Auszeichnung mit der gemeinnützigen Schulsportinitiative "Fraport Skyliners Frankfurt" sowie der Initative "Bunter Tisch- Höchst Miteinander". Die Anerkennung wird seit zehn Jahren vergeben und würdigt Menschen, die für eine gegenseitige Anerkennung der Kulturen eintreten.

Ob kleine oder große Besucher, in Deutschland, Indien, Eritrea oder einem anderen Land geboren, Ausstellungsstücke wie der 65 Millionen Jahre alte Diplodokus sind beeindruckend. Über die Natur zu staunen ist ein Erlebnis, das verbindet, unabhängig von Sprache, Herkunft oder kultureller Prägung und Lebensweise. Genau dies ist der Ansatz des innovativen und gemeinnützigen Vermittlungsprojektes „Gemeinsam Natur erleben - interkultureller Austausch im SENCKENBERG“.

Marie Rahn
Projektleiterin Marie Rahn
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„Naturkundemuseen bieten mit ihren aus allen Teilen der Welt stammenden Ausstellungsobjekten ideale Grundvoraussetzungen für einen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen. Sie sind Orte der Begegnung.“ erklärt Projektleiterin Marie Rahn. Das museumspädagogische Projekt nutzt dieses Potenzial, um Frankfurtern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte Schwellenängste zu nehmen und ihnen den Zugang zu Museen und Naturthemen zu erleichtern. Am 01. Oktober 2010 startete „Gemeinsam Natur erleben – interkultureller Austausch im SENCKENBERG“ in die Pilotphase.

Für drei unterschiedliche Gruppen wurden im Rahmen des Projektes individuell zugeschnittene Veranstaltungsreihen und Seminare entwickelt. Ein Programm richtet sich insbesondere an Frauen als Teilnehmerinnen von Integrations-, Alphabetisierungs- und Orientierungskursen. Wichtig ist Marie Rahn dabei, über einen ganzheitlichen, experimentellen oder spielerischen Zugang den Bezug der Schauobjekte zur eigenen Alltagswelt zu vermitteln – zum Beispiel mit Vokabeltraining am Ausstellungsstück. Bezogen auf eine Tiergruppe oder einen Lebensraum werden nicht nur sprachliche Fähigkeiten gefördert sondern auch bemerkenswerte Fakten über die Tier- und Pflanzenwelt verraten.

Kindergruppe
 Kindergruppe im Senckenberg Naturmuseum
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Auch Kinder mit und ohne Zuwanderungsgeschichte sind im Rahmen des Besuchs von Kindergarten- bzw. Kindertagesstätten-gruppen willkommen. Bei bis zu sechs Besuchen gehen die Kinder nach einer ersten spielerischen Weltreise durch das Museum verschiedenen Themen gemeinsam auf den Grund und entdecken dabei nach und nach die Natur und das Museum für sich. So erfahren sie zum Beispiel das „Migration ein Prinzip der Natur“ ist und es auch im Tierreich Einwanderer aus fremden Ländern gibt.
 

Die Kurse für Grundschullehrerinnen, Jugend-, Kindergarten- und Kindertagesstätten-Betreuerinnen, sowie Elternbegleiterinnen zeigen auf, wie naturwissenschaftliche Themen in Museen vermittelt werden können. Didaktische Materialien helfen den Teilnehmern dabei, Naturmuseen als Lernort außerhalb der Schule optimal zu nutzen.

Mehrere Ziele verfolgt das museumspädagogische Projekt: Menschen mit Zuwanderungsgeschichte soll durch die Seminare der Zugang zu Museen, als Orten des gesellschaftlichen Lebens, erleichtert werden. Gemeinsam Natur zu erleben, sich zusammen mit globalen Themen wie dem Klimawandel zu beschäftigen oder mehr über die alle Menschen verbindende Evolution zu erfahren , stärkt das Gemeinschaftsgefühl und festigt soziale und emotionale Bindungen. Ganz nebenbei lernen die Teilnehmer naturwissenschaftliche Zusammenhänge aus der Tier- und Pflanzenwelt kennen. Insbesondere Kinder können so ein lebenslanges, naturwissenschaftliches Interesse entwickeln und lernen spielerisch ihre Umwelt umfassend zu verstehen und verantwortungsbewusst mit ihr umzugehen. Auch innerhalb der Familie soll durch das Programm der Zusammenhalt und die Kommunikation untereinander durch die gemeinsame Beschäftigung im Museum gestärkt werden. Nicht zuletzt wird das Verständnis dafür gefördert, wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden und welchen immensen Nutzen wir tatsächlich aus ihnen ziehen können.

Unterschiedlichsten Kooperationspartner, unter ihnen zahlreiche Anbieter von Integrations-, Deutsch oder Alphabetisierungskursen wie etwa das interkulturelle Beratungs- und Bildungszentrum infrau e.V. und eine Vielzahl verschiedener Kinderzentren und Tagesstätten, konnten für das Projekt gewonnen werden. Das innovative Projekt besitzt Modellcharakter, denn kein anderes naturwissenschaftliches Museum in Deutschland verfügt über ein vergleichbares Angebotsspektrum. Nach der erfolgreichen Pilotphase soll nun eine dreijährige Etablierungsphase anschließen, die weitere Partner integriert, um schließlich eine nachhaltige Dauerfinanzierung sicherzustellen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.senckenberg.de/interkulturellesProjekt

Die Bilder sind für Presseveröffentlichungen über die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung freigegeben.
© Senckenberg.

Kontakt

Anne Marie Rahn
Projektleitung
"Gemeinsam Natur erleben - interkultureller Austausch im SENCKENBERG"
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069 - 7542 1390
mrahn@senckenberg.de

Pressestelle
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Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Tel. 069 - 7542 1561
Fax 069 - 7542 1517
alexandra.donecker@senckenberg.de

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Senckenberg
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