Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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12.03.2012 - Neue Senckenberg-Vortragsreihe „Natur wirkt?!“

Afrikanischer Affenbrotbaum (Baobab)_Foto: Julia Krohmer BiK-F
Afrikanischer Affenbrotbaum (Baobab) – in der
traditionellen afrikanischen Medizin findet fast
jeder Teil des Baobabs Verwendung.
Foto: Julia Krohmer, BiK-F download (639 KB)

Frankfurt am Main, den 12. März 2012. Zum medizinischem Nutzen, zu Risiken und Nebenwirkungen der Natur wenden Sie sich bitte an den Biologen Ihres Vertrauens – so heißt es ab dem 14. März im zweiwöchentlichen Rhythmus im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Auf Basis aktueller Forschungsergebnisse beleuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und verschiedener Universitäten in einer neuen Vortragsreihe das ambivalente Verhältnis von biologischer Vielfalt und menschlicher Gesundheit. „Natur wirkt?!“ beginnt mit einem Vortrag von Dr. Julia Krohmer, BiK-F, die über Naturmedizin in Form westafrikanischer Heilpflanzen spricht.

Der Eröffnungsvortrag „Heilen mit dem Baobab: Pflanzenvielfalt in der traditionellen Medizin Westafrikas“ findet

am Mittwoch, den 14. März, um 19 Uhr,
im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325

statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sonnenhut (Echinacea)  Foto: Julia Krohmer, BiK-F
Natur wirkt mit Tradition – der Sonnenhut
(Echinacea) wird schon seit Jahrhunderten
als Heilpflanze genutzt.
Foto: Julia Krohmer, BiK-F download (412 KB)

Krankheiten mit Hilfe von Pflanzen zu behandeln, hat fast überall auf der Welt eine lange Tradition. Aber die Natur leistet auch in vielerlei anderer Hinsicht einen positiven Beitrag zur Gesundheit. In der Stadt dienen Parks und Grünanlagen als Erholungsraum und sorgen für ein gesundes Stadtklima. Aus Tiergiften können bei richtiger Anwendung Medikamente werden, und zarte Spinnenseide macht in der modernen Chirurgie gerade als neuer Wunderwerkstoff Karriere. Ebenso birgt die Natur aber auch zahlreiche Risiken für die menschliche Gesundheit. Zum Beispiel lassen im Zuge des Klimawandels in Deutschland neu einwandernde Pflanzenarten Allergiker schwerer atmen und eingeschleppte Krankheitsüberträger, z.B. neue Mückenarten, könnten unsere Gesundheit ebenso beeinträchtigen wie Parasiten. Die neue Vortragsreihe im Senckenberg wird an acht Abenden sowohl Segen als auch Fluch der Beziehung zwischen biologischer Vielfalt und Gesundheit veranschaulichen.

Im Eröffnungsvortrag geht es um die Nutzung biologischer Vielfalt in der traditionellen Medizin in Westafrika. Noch heute sind hier vor allem in ländlichen Regionen oft weder Ärzte oder Apotheken zu finden, noch ist Geld vorhanden, um für teure moderne Medikamente zu bezahlen. Traditionelle Heilkundige gewährleisten daher die Gesundheit von Millionen Menschen – und bewahren mit ihren detaillierten Kenntnissen einen für die gesamte Weltbevölkerung kostbaren Schatz. Und der ist gewaltig: Allein die Ethnie der Fulbe in Nordbenin nutzt den Erhebungen von Julia Krohmer zufolge 223 Pflanzenarten für 476 unterschiedliche medizinische Anwendungen. Oft werden verschiedene Bestandteile derselben Gewächse gegen die unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt, wobei auch die Zubereitungsweise eine wichtige Rolle spielt. Die Pflanzenvielfalt ist somit die Grundlage für die medizinische Grundversorgung weiter Teile der Bevölkerung. Doch die intensivierte Landnutzung und der Klimawandel gefährden diese heilende biologische Vielfalt; gleichzeitig droht durch Veränderung der Lebensstile auch das traditionelle Wissen über die Verwendung der Naturheilmittel verloren zu gehen.

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download Flyer mit allen Vorträgen

Weitere Termine der Vortragsreihe sind:
mittwochs, jeweils um 19 Uhr, im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums

28. März 2012
„Gesunde Vielfalt? Virusdiversität in tropischen Regenwäldern“
Dr. Sandra Junglen, Institut für Virologie, Universität Bonn

11. April 2012
„Spinnenseide - Wunderwerkstoff in der plastischen Chirurgie“
Christina Allmeling, Labor für Regenerationsbiologie in der Plastischen Chirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

2. Mai 2012
„Gefährliche Gäste - Parasit-Wirt-Beziehungen in terrestrischen und aquatischen Ökosystemen“
Prof. Dr. Sven Klimpel, Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Frankfurt am Main und Senckenberg Deutsches Etymologisches Institut (SDEI), Müncheberg

16. Mai 2012
„Die Bedeutung von Natur und naturnahen Räumen für Gesundheit und Lebensqualität“
Prof. Dr. Claudia Hornberg, Arbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, Universität Bielefeld

30. Mai 2012
„Ambrosia & Co. - Wie wirkt sich der Klimawandel auf allergene Pflanzen aus“
Prof. Dr. Oliver Tackenberg, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität, Frankfurt am Main

13. Juni 2012
„Gesund dank Gift - Tiertoxine als Medikamente“
Prof. Dr. Dietrich Mebs, Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

27. Juni 2012
„Alle Mücken sind bald da? Klimawandel und vektorübertragene Krankheiten in Europa“
Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Lehrstuhl für Biogeografie, Universität Bayreuth

Kontakt :

Dr. Julia Krohmer
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel.: 069- 7542 1837
jkrohmer@senckenberg.de

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) Pressereferentin
Tel.: 069- 7542 1838
sabine.wendler@senckenberg.de

Alexandra Donecker
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Pressestelle
Tel. 069- 7542 1561
Fax 069- 75421517
alexandra.donecker@senckenberg.de

Pressekontakt

Dr. Sören Dürr
Tel.: 069 7542-1580

Judith Jördens
Tel.: 069 7542-1434
Mobil: 0172-5842340

Anna Lena Schnettler
Tel.: 069 7542-1561

Email: pressestelle@senckenberg.de

Fax: 069 7542-1517

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

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